01.08.2008
Blickpunkt: Netzwerk für Abfalllagerung sucht Mitstreiter

Wolfgang Steffini, TSH GmbH
Wolfgang Steffini (l.) auf seinem Firmengelände. Foto: T. Herrschelmann

Die Lagerung von energiereichen Abfällen in Ballen soll wissenschaftlich untersucht werden. Um die Kosten dafür für den Einzelnen gering zu halten, wollen Unternehmen ein Netzwerk gründen und suchen interessierte Firmen aus der Branche.

„700 Kilo wiegt so ein Ballen“, sagt Wolfgang Steffini, Geschäftsführer der TSH GmbH aus Schwedt und blickt auf das Abfalllager auf seinem Firmengelände. Meterhoch stapelt sich der Abfall im wahrsten Sinne des Wortes. Doch ist das Bild dieses Abfalllager nicht  mit den stinkenden, dreckigen Mülldeponien vergleichbar, die man für gewöhnlich kennt. „Bei diesem Abfall handelt es sich um sortierten Abfall, der ohne Glas, Metall oder ähnliches in große Ballen gepresst wird“, erläutert Steffini. Kein unangenehmer Geruch steigt dem Besucher in die Nase und der Abfall wird nicht vom Wind weggeweht. Die Ballen können bis zu drei Jahren gelagert werden. Dabei handelt es sich nicht einfach um Abfall. TSH-Chef Steffini: „Die Ballen sind gefüllt mit energiereichen Stoffen, die man zur Erzeugung von Elektroenergie und Heizwärme verwenden kann.“ Es handelt sich also um energiereiche Wertstoffe. Leider sind die Kosten für die Lagerung zur Zeit sehr hoch. Es gibt nämlich keine Erfahrung mit der Lagerung von Abfällen in großen Ballen. Also gelten die sehr strengen Vorschriften für die Lagerung losen Abfalls. „Dabei ist bei der losen Lagerung von Abfällen die Gefahr der Selbstentzündung und damit eines Deponiebrandes viel größer als bei uns“, ist sich Steffini sicher.

Damit hier sinnvolle Bestimmungen entwickelt werden können, muss das Verhalten des Abfalls in den Ballenlagern untersucht werden. Um diese kostspieligen Analysen zu finanzieren, soll ein Netzwerk von Firmen gegründet werden, das mit eigenem Geld und Zuschüssen aus dem staatlichen IMPULS-Programm die Sache angehen will. Steffini, Initiator der Idee, sucht dafür noch interessierte Unternehmen als Netzwerkpartner: „Die Firmen müssen aus Brandenburg sein, das ist eine Bedingung des IMPULS-Programms.“ Die von den Unternehmen zu tragenden Gesamtkosten bei dem auf drei Jahre befristeten Programm belaufen sich auf 15.000 Euro im ersten Jahr, 45.000 Euro im zweiten Jahr und 75.000 Euro im dritten Jahr. Was der einzelne Netzwerkpartner zu zahlen hat, richtet sich nach der Zahl der beteiligten Unternehmen. „Interessierte Unternehmen können sich an unseren Partner Rüdiger Dülsen von der Firma Matec GmbH wenden“, sagt Wolfgang Steffini. Das Landesumweltamt, die Feuerwehr Schwedt und die IHK Ostbrandenburg werden das Netzwerk unterstützen.

Kontaktadresse für interessierte Unternehmen:

Rüdiger Dülsen
Matec GmbH
Freiheitstr. 124-126
15745 Wildau
Tel.: +49 (0)3375 520771
E-Mail: info@matecgmbh.de

Abfallballen
Abfallballen auf dem Gelände der TSH GmbH. Foto: T. Herrschelmann

alt Thomas Herrschelmann

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