Unternehmen: „Nature Deco“ schafft Anschluss an den Weltmarkt

Hotspot
Firmengründer D. Alter (rechts), Geschäftsführer R. Zithier (vorn) und Produktionsleiter M. Konrad von Hotspotblinds.  Foto: GMD / Gerrit Freitag

Die Firma Hotspotblinds entwickelt neuartige Rollläden, Jalousien oder Vorhänge. Das Unternehmen hat schon weltweit Kunden – und den Zukunftspreis in Ostbrandenburg gewonnen.

Was verbindet eine Sushi-Bar in Moskau mit Wiesenau (Oder-Spree) in Ostbrandenburg? Die Antwort: Das Unternehmen „Hotspotblinds“. Unscheinbar und etwas abseits liegt die Firma im Gewerbegebiet an der Ortseinfahrt nach Wiesenau. Hier entstehen Sonnenschutzprodukte aller Art: Rollläden, Jalousien, Flächenvorhänge, Raffrollos und andere. Aber nicht nur die Herkömmlichen aus Kunststoff und Aluminium, sondern vor allem solche aus natürlichen Materialien wie Holz, Papier, Bambus und Baumwolle, versehen mit einer weltweit patentierten Oberschiene. Sie sind die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens und haben auch den Weg in die Bar nach Moskau gefunden.

Am Scheideweg

Das war nicht immer so: 2004 stand der Betrieb am Scheideweg, wie  Geschäftsführer und Firmengründer Dieter Alter berichtet. Er hat die Firma 1977 unter dem Namen „Sunal Alter“ gegründet und produzierte lange Jahre innen liegenden Sonnenschutz für den regionalen Markt, erst in seinem Heimatort  Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree), ab 1994 in Wiesenau. Doch dann stellte der immer schärfer werdende Preiskampf mit den Baumärkten das Überleben der Firma in Frage. Doch anstatt aufzugeben, suchte und fand Alter eine Lösung: „Ich wollte die Firma mehr spezialisieren und unabhängiger vom regionalen Markt werden“, erzählt der 62-Jährige. Der gelernte Tischlermeister erfand eine Oberschiene aus Holz, bei der die Mechanik unsichtbar innen liegt und in die er Sonnenschutz aus Naturstoffen verbaute. Mit diesem natürlichen Sonnenschutzkonzept hat Alter mittlerweile unter dem Markennamen „Nature Deco“ den Anschluss an den Weltmarkt geschafft.

Der Durchbruch

„Die Zeit bis dahin war für alle sehr hart“, so Alter, aber schließlich brachten Auftritte des Mittelständlers auf Fachmessen in Frankfurt am Main und Paris 2005 und 2006 den Durchbruch. Heute erhält die Firma Aufträge aus ganz Europa, den USA, Australien, Dubai und Japan. Auch Prominente wie Rennfahrer Ralf Schumacher und Fernsehproduzent John de Mol haben ihre Häuser mit Fensterdekorationen aus Wiesenau geschmückt. Mit Blick auf die internationalen Kunden wurde die Firma im August 2006 in „Hotspotblinds GmbH“ umbenannt, angelehnt an die englische Vokabel „Blinds“ für Sonnenschutz. „70 Prozent unseres Absatzes gehen in den Export“, sagt Dieter Alter.
Insgesamt werden in Wiesenau derzeit 450 bis 500 Sonnenschutzanlagen monatlich von 21 Mitarbeitern hergestellt. Für den reibungslosen Ablauf sorgt die gesamte Familie Alter: Während sich Dieter Alter um die Entwicklung neuer Produkte kümmert, betreut seine Tochter Grit die Überseekunden. Alters zweite Tochter Doreen leitet den Bürobetrieb und ihr Lebenspartner Ron Zithier ist der Mann für das Kaufmännische und den Vertrieb. Gemeinsam haben sie erreicht, dass das Jahr 2006 wirtschaftlich das beste seit Bestehen der Firma war. Gemeinsames Ziel ist es, der Spezialist für innen liegenden Sonnenschutz aus natürlichen Materialien zu werden. „Wir überlegen, uns zu vergrößern“, verkündet Dieter Alter das nächste Projekt. Spätestens im Jahr 2008 soll eine neue moderne Produktionshalle errichtet sein, entweder in Wiesenau oder in Frankfurt (Oder).

alt Christian Thiesen

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