Tourismusverband Seenland Oder-Spree setzt auf Themenmarketing.
Es ist geschafft: Die Fusion der beiden Tourismusverbände Märkisch-Oderland und Oder-Spree-Seengebiet zum Tourismusverband Seenland Oder-Spree ist abgeschlossen. Die neuen Räume in der Ulmenstraße in Bad Saarow sind bezogen und die erste Broschüre ist erschienen.Angefangen hat alles im Jahr 2006: Damals gab der Tourismusverband Märkisch-Oderland eine Studie beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) in Auftrag. Das Ergebnis: Das Institut empfahl eine Fusion mit dem Tourismusverband Oder-Spree-Seengebiet.
Fusion erfolgreich abgeschlossen
Damit begann der Prozess der Fusion, beide Verbände diskutierten darüber – und entschieden sich für den Zusammenschluss. Im März 2008 war es schließlich so weit: In Müncheberg wurde die Fusion der beiden Verbände von den Mitgliederversammlungen beschlossen, rückwirkend zum 1. Januar 2008. Die Fragen nach dem Standort und dem neuen Namen des Tourismusverbandes waren zu diesem Zeitpunkt noch offen, sind inzwischen aber auch geklärt. „Weder Seelow noch Beeskow sollten Standort des neuen Verbandes sein, das war von Anfang an klar“, erzählt Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree. „Letztlich fiel die Wahl auf das schöne Bad Saarow“, fährt sie fort. Auch ein Name ist gefunden – der einstimmige Entschluss: „Tourismusverband Seenland Oder-Spree“.
„Durch die Fusion können wir den Touristen ein breiteres Angebot unterbreiten“, erläutert Ellen Rußig. Auch wenn es schon seit 2003 eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Tourismusverbänden gab und beide gemeinsame Angebote – etwa die Märkische Schlössertour – entwickelt haben, die Fusion sei ein wichtiger Schritt für den Tourismus in der Region, meint die Geschäftsführerin.
Einen Schwerpunkt der Arbeit des Verbandes soll ein verstärktes Themenmarketing bilden: „Wasser-, Wellness-, Natur- und Radtourismus sowie zahlreiche Kulturangebote, das ist es, was unsere Region zu bieten hat“, betont Rußig. Und genau das sei es, was bekannter gemacht werden müsse. Denn viele Radtouristen kommen zum Radfahren nach Brandenburg, wollen den Oder-Neiße-Radweg oder der Oderbruchbahnweg erkunden, um nur zwei der vielen Radwege in der Region zu nennen.
Der Tourismusverband setzt auf Qualität und Gästeorientierung. „Wenn die Gäste zufrieden sind, dann kommen sie wieder und empfehlen die Region weiter“, weiß die Geschäftsführerin. Dazu zähle auch, dass die Unterkünfte direkt vor Ort in den Tourismusbüros schnell und unkompliziert buchbar sind. Weiterhin will der Verband die deutsch-polnischen Tourismusprojekte ausbauen – beispielsweise Radtouren beiderseits der Oder und Kanutouren auf dem Grenzfluss. Das große Ziel dahinter: Die touristischen Umsätze in der Region steigern und die Übernachtungszahlen erhöhen. Im Jahr 2007 lagen die beiden Tourismusverbände Märkisch-Oderland und Oder-Spree-Seengebiet bei 1,7 Millionen Übernachtungen. „In den ersten fünf Monaten des Jahres 2008 sind die Übernachtungszahlen in der Region im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um zehn Prozent gestiegen“, so Rußig.
Über 70 Tipps für Tagesausflüge
Ein großes Potenzial sieht Ellen Rußig auch im Tagestourismus, denn viele Hauptstädter zieht es am Wochenende ins Grüne. Und auch die Gäste, die in Brandenburg Urlaub machen, wollen wissen, was es in der Region zu sehen und zu entdecken gibt. Dabei hilft nun der neue Tagesausflugsplaner des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, der passend zum Beginn der Sommerferien erschienen ist. „Mehr als 70 Ausflugstipps für die gesamte Region haben wir in der Broschüre zusammengefasst“, so Rußig, „und auch für Familien von hier findet sich bestimmt die eine oder andere schöne Idee für einen Sonntagsausflug“, fügt sie mit einem Lächeln hinzu.
In den kommenden Wochen und Monaten will der Verband ein touristisches Leitbild für die Region entwickeln, in dem die Themenschwerpunkte für die Arbeit des Verbandes festgelegt werden. „Außerdem muss das gemeinsame Buchungssystem umgesetzt und eine Internetpräsenz aufgebaut werden“, berichtet Rußig. Daneben sind in naher Zukunft zwei neue Broschüren geplant: Eine Wander- und eine Radfahrbroschüre.
Radfahrer am Oder-Neiße-Radweg in Ratzdorf. Foto: Tourismusverband Seenland Oder-Spree
Sandra Hölscher

