23.10.2008
Blickpunkt: Neue Wege in der IHK-Kommunikation

Frau Müller im IHK-Film
Der Film über Frau Müller wird gedreht.  Foto: W. Döll

Mit einer Filmreihe über eine fiktive Unternehmerfamilie und einem Pool von erfahrenen Firmenchefs beschreitet die IHK neue Wege im Dialog mit den Mitgliedsunternehmen.

Heike Müller sitzt entnervt am Schreibtisch. Die Geschäftsfrau sucht krampfhaft nach Abnehmern für ihr neues Produkt. Zeitungsanzeigen, Telefonate und Gespräche mit Firmen in ihrem Umfeld waren keine Hilfe. Schließlich bekommt sie einen Tipp und ruft die Auslandsabteilung ihrer IHK an. Dort wird ihr eine Unternehmerreise nach China vermittelt, von der Heike Müller mit unterschriebenen Lieferverträgen zurückkommt.

Der ganze Vorgang hat kaum drei Minuten gedauert, denn Heike Müller ist die Hauptperson in einem Film. Er wurde im Auftrag der IHK Ostbrandenburg gedreht und gehört zu einer Staffel von vier Filmen. Neben dem Außenhandelsgeschäft beschäftigen sie sich mit den Themen Mediation, Weiterbildung und Umweltrecht. In jedem Video taucht ein Familienmitglied der Müllers auf und muss ein scheinbar unlösbares wirtschaftliches Problem bewältigen. „Unsere fiktive Familie Müller steht für Unternehmer, die das vielfältige Angebot der IHK noch nicht kennen“, sagt Andreas Zintzsch, Stellvertreter des Hauptgeschäftsführers der IHK Ostbrandenburg. „Wir wollen dieses Angebot mit praktischen Beispielen aus dem Unternehmer-Leben unseren Mitgliedern näher bringen.“

Themen aus dem Unternehmensalltag dargestellt

In einer vom IHK-Arbeitskreis Medien und Kommunikation organisierten Denkfabrik wurden die neuen Filme Unternehmern und Mitarbeitern der IHK zur Diskussion vorgestellt. „Wir zeigen in diesen Filmen keine Detaillösungen, sondern wir behandeln allgemeine Themen, die viele Unternehmen in Ostbrandenburg beschäftigen“, erklärt Olivia Schubert von UckerMedia. Ihre Firma hat die neuen Filme, die Fortsetzung einer ersten Staffel, produziert. „Die Themenvorschläge dafür kamen aus der IHK, wir haben dann versucht, diese Themen dem Zuschauer pointiert zu vermitteln.“  

In der Diskussion gab es viel Lob für die Idee der Filmproduktion und auch für die Umsetzung, aber es wurden auch viele Fragen zur Nutzung und Verbreitung der Videos gestellt. „Viele IHK-Mitglieder sind passive Mitglieder, kennen gar nicht unsere Möglichkeiten, wissen nicht, wie wir ihnen helfen können“, sagt Heike Graf, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle in Fürstenwalde. „Diese Filme sind ein guter Ansatz, sie zeigen mir als Unternehmer an Beispielen, wo und wie mich die Kammer unterstützen kann“, erklärt Ron Zithier, Geschäftsführer von Hotspotblinds aus Wiesenau. „Die Filme geben allerdings auch ein Versprechen ab, dass nun jeder Mitarbeiter der IHK im Umgang mit den Mitgliedsunternehmen und Partnern auch erfüllen muss“, betont Torsten Wilke, stellvertretender Geschäftsführer des JobCenters Märkisch-Oderland.

Filme laufen im Lokalfernsehen und im Internet

Nach Ansicht der Unternehmensvertreter und der IHK-Mitarbeiter könne das Anliegen der Filme aber nur erreicht werden, wenn sie einem möglichst breiten Publikum gezeigt werden. „Sie können vor unseren zahlreichen Informationsveranstaltungen laufen“, schlägt Jens Jankowsky, Technologie-Referent der IHK, vor. „Auch auf Messen sollten sie gezeigt werden“, meint Dr.-Ing. Werner Ullrich, Geschäftsführer von WeWoThom in Bad Saarow.

„Die Filme werden demnächst in vielen Lokalfernsehstationen laufen“, kündigt Thilo Kunze, Pressereferent bei der IHK Ostbrandenburg, an. Über den Verbund der Brandenburger Lokalfernsehsender BFN werden die Videos in 24 Programmen und in weiteren Stationen, die nicht diesem Verbund angehören, gezeigt. Außerdem werden sie auch im Berliner Stadtfernsehen präsentiert.

Die neuen Filme stehen aber auch im Internet. Im Januar 2007 hat die IHK dort das Informationsportal www.wirtschaftsmagazin-ostbrandenburg.de eingerichtet. Eine eigene Rubrik ist dort dem Wirtschafts-TV vorbehalten. „Unser Portal wurde inzwischen von mehr als 50.000 Gästen besucht und der Bereich Wirtschafts-TV gehört zu den beliebtesten Rubriken unseres Internetangebots“, erklärt Kunze. Das Onlinemagazin ist einzigartig in Brandenburg. „Unser Spektrum reicht von interessanten Firmenporträts, über Hinweise zu wichtigen Gesetzesänderungen bis hin zu Freizeittipps“, sagt Kunze.

Online-Magazin erreicht viele IHK-Mitglieder

Den IHK-Mitgliedsunternehmen, aber auch all den anderen Leuten, die sich für die Wirtschaftsentwicklung in Ostbrandenburg interessieren, biete das Onlinemagazin große Vorteile. „Wir können damit viel schneller und auch ausführlicher Informationen weiterleiten als mit den Printmedien und erreichen außerdem auch noch einen weltweiten Interessentenkreis“, betont der IHK-Pressereferent. Seit der Eröffnung wurden die Seiten des Portals 360.000 Mal abgerufen. Allein im September gab es 27.000 Seitenklicks. „Dieses Informationsportal der IHK ist sehr vielfältig und kann von Firmen auch mit der eigenen Internetseite verlinkt werden, somit wird ein noch größerer Wirkungskreis erreicht“, schlägt Unternehmer Dr.-Ing. Werner Ullrich vor.

Unternehmerpool für Presseanfragen eingerichtet

„Wir wollen unsere Mitglieder besser erreichen, deshalb beschreiten wir neue Kommunikationswege“, sagt Andreas Zintzsch. Die Filmreihe über die fiktive Familie Müller ist das eine neue Angebot, ein Unternehmerpool auf der Internetseite www.ihk-ostbrandenburg.de ist eine weitere Neuerung. „Die beiden neuen Formen der Kommunikation mit unseren verschiedenen Zielgruppen sind in der IHK-Landschaft einzigartig.“ Im Unternehmerpool sind Firmenchefs aus der Region erfasst und in einer Karte verzeichnet. Sie stehen den Medien und anderen Partnern zu bestimmten Themen Rede und Antwort. „Pressevertreter finden damit schneller gesprächsbereite Unternehmer und im Idealfall profitieren beiden Seiten davon“, betont Zintzsch. „Für uns ist das ein Erfolg versprechender Weg, der Presse bei Bedarf schnell und unkompliziert fundierte Meinungen und Beispiele aus der Praxis zu liefern.“

Die IHK sucht ganz gezielt und bewusst nach neuen Wegen und Möglichkeiten der Kommunikation. „Unsere Vollversammlung, also das höchste Gremium der IHK, hat vor einem Jahr die Mitgliederkommunikation als das wichtigste Zukunftsprojekt in die Wege geleitet“, sagt Zintzsch. Das Ehrenamt habe sich auch aktiv an den beiden neuen Projekten der Kommunikation beteiligt.
Denkfabrik
Diskussion über neue Kommunikationsformen.  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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