Martina Schulz (l) wird von Julia Fahler zur Groß- und Außenhandelskauffrau ausgebildet. Foto: S. Hölscher
Das Unternehmen Alensys fand die passende Auszubildende auf der Last-Minute-Lehrstellenbörse der IHK.
Jeden Tag fährt Martina Schulz mit dem Zug von Frankfurt (Oder) nach Erkner. Dort hat die 20-Jährige vor einigen Monaten ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau begonnen – bei der Alensys Alternative Energiesysteme AG.Zwischen dem ersten Gespräch, das Martina Schulz mit Julia Fahler, Assistenz der Geschäftsführung bei Alensys, führte und der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages lagen nur wenige Tage. Der Ort dieses ersten Gesprächs: Die Last-Minute-Lehrstellenbörse der IHK Ostbrandenburg, wo Unternehmen der Region noch mehr als 350 freie Lehrstellen für das Ausbildungsjahr 2008/09 angeboten haben. Dort suchte die Alensys Alternative Energiesysteme AG, die betriebs-, finanzwirtschaftliche sowie ingenieurtechnologische Beratung und Großhandel im Bereich der Erneuerbaren Energien anbietet, nach einem Azubi.
„Zu den Ingenieurdienstleistungen für erneuerbare Energien ist in letzter Zeit viel Handelsgeschäft hinzugekommen“, erzählt Julia Fahler. Deshalb habe sich das Unternehmen entschieden, erstmalig auszubilden. Auf der Suche nach einem Azubi im Bereich Groß- und Außenhandel nutzte Alensys verschiedene Wege, darunter die Möglichkeit, ein Stellenangebot auf der Internetseite der Arbeitsagentur zu schalten, sowie die Online-Lehrstellenbörse der IHK Ostbrandenburg.
Erfolgreich war das Unternehmen bei seiner Azubi-Suche schließlich bei der Last-Minute-Lehrstellenbörse der IHK. Julia Fahler, die bei Alensys für die Personalvorauswahl zuständig ist, erinnert sich noch gut an diesen Freitag im August des vergangenen Jahres. Insgesamt 30 Bewerbungsgespräche hat die junge Frau in nur wenigen Stunden mit potenziellen Bewerbern geführt. Zehn dieser 30 Bewerber kamen in die engere Auswahl – Julia Fahler nahm die Bewerbungsmappen mit.
Zwei der Bewerber erhielten schließlich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch mit Martin Tauschke, dem Geschäftsführer von Alensys. Eine der beiden Bewerber war die Frankfurterin Martina Schulz. Ihr Vorstellungsgespräch verlief gut und nicht einmal eine Woche nach der Last-Minute-Lehrstellenbörse unterschrieb sie ihren Ausbildungsvertrag zur Groß- und Außenhandelskauffrau. „Die Last-Minute-Lehrstellenbörse war wirklich ideal für die Personalauswahl“, sagt Julia Fahler. Die Unternehmer könnten sich direkt vor Ort ein Bild von potenziellen Bewerbern machen. „Der persönliche Kontakt sagt vielmehr als eine schriftliche Bewerbung“, ist sie überzeugt.
Auch Martina Schulz, die im Sommer 2008 ihr Abitur gemacht hat, findet, dass die Last-Minute-Lehrstellenbörse eine gute Sache ist. Der Berufswunsch der Frankfurterin, die schon als Schülerin im Supermarkt gejobbt hatte: Sie wollte im Handel arbeiten. Bereits Ende der 12. Klasse hatte Martina Schulz begonnen, Bewerbungen zu schreiben – leider ohne den ersehnten Ausbildungsplatz zu ergattern. Dann wurde sie auf die Last-Minute-Lehrstellenbörse der IHK aufmerksam: durch Poster in Bussen und Werbespots auf BB Radio. Mit zehn Bewerbungsmappen machte sie sich schließlich auf zur Last-Minute-Lehrstellenbörse. „Dort sieht man viele Unternehmen, kann Fragen loswerden und sich auf der Stelle bei den Unternehmen um einen Ausbildungsplatz bewerben“, nennt die 20-Jährige die Vorteile.
Julia Fahler wünscht sich eine Lehrstellenbörse, bei der Bewerber und Unternehmer zusammenkommen, zwei- bis dreimal im Jahr – und nicht nur in Form einer Last-Minute-Lehrstellenbörse. „Auf der Lehrstellenbörse haben Unternehmen die Möglichkeit, sich schnell und komprimiert ein Bild von den Bewerbern zu machen“, erklärt sie. „Die schriftlichen Bewerbungsunterlagen oft nur wenig aus, das persönliche Gespräch ist da sehr hilfreich“, so Julia Fahler.
Nicht nur Martina Schulz hat Julia Fahler auf der Last-Minute-Lehrstellenbörse überzeugt, sondern auch Willi Muchajer. „Hätten wir nur seine Bewerbungsmappe gesehen, dann wäre er wahrscheinlich nicht in die engere Wahl gekommen“, berichtet die Assistentin der Geschäftsführung, „aber vor Ort war er so motiviert, dass wir uns entschieden haben, ihn im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung zu beschäftigen“. Und aus dieser Einstiegsqualifizierung könnte für Willi Muchajer mehr werden – ein Ausbildungsplatz im Jahr 2009.

