3.12.2008
Unternehmen: Firmenwachstum auch in Krisenzeiten

Hotspotblinds: Ron Zithier
R. Zithier prüft die Produkte von Hotspotblinds.  Foto: W. Döll

Der Zukunftspreisträger Hotspotblinds blickt voller Optimismus in das neue Jahr

„Wir wollen auch im neuen Jahr einen Umsatzzuwachs von rund zehn Prozent erwirtschaften“, sagt Ron Zithier. Der Geschäftsführer der Hotspotblinds GmbH in Wiesenau hat auch in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen seinen Optimismus nicht verloren. Das Unternehmen stellt Rollläden, Jalousien und Vorhänge für Abnehmer im In- und Ausland her. „Mit unserem Neukundengeschäft im Ausland wollen wir die Verluste in Deutschland ausgleichen“, erklärt der 34-Jährige. Ein überaus ehrgeiziges Ziel, klagt doch die deutsche Sonnenschutz-Branche seit Wochen über Auftragsrückgänge von rund 30 Prozent.

Sonnenschutzmarke „Nature Deco“ entwickelt

„Wir werden trotzdem weiter wachsen“, betont Ron Zithier. Das besondere Produkt der Firma und die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren lassen den Geschäftsführer weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken. Firmengründer Dieter Alter hat vor Jahren eine besondere Schiene für Sonnenschutzsysteme entwickelt und patentieren lassen. In der Schiene ist unsichtbar die Mechanik der Jalousien untergebracht. Zusammen mit Naturmaterialien wurde so die Sonneschutzmarke „Nature Deco“ herausgebracht. „Wir bieten inzwischen Jalousien und Rollos in über 300 verschiedenen Designvarianten an“, erzahlt Zithier. Zum Angebot gehören gewebtes Papier, Holz, Bambus, Seide und andere Naturmaterialien. „Die Holzteile der Jalousien können wir in jedem gewünschten Farbton herstellen.“

Für ihre Innovationen hat die Hotspotblinds GmbH von der IHK Ostbrandenburg und der Märkischen Oderzeitung im Jahr 2006 den Zukunftspreis erhalten. „Diese Auszeichnung war für uns sehr wichtig“, erinnert sich der Geschäftsführer. „Wenn eine unabhängige Jury unsere Leistung mit einem Preis belohnt, dann kann unser Weg nicht falsch gewesen sein.“ Außerdem wurde die kleine Firma in Wiesenau nach der Auszeichnung von der Öffentlichkeit viel besser wahrgenommen.

Personalbestand verdoppelt

Mit der Auszeichnung zog aber kein Stillstand bei Hotspotblinds ein. „Damals hatten wir 21 Mitarbeiter, jetzt sind hier 44 Leute tätig“, sagt Zithier stolz. Die Arbeitsagentur, die Kammern und der Landkreis haben das Unternehmen bei der Vergrößerung der Belegschaft unterstützt. Mit Hilfe der Agentur wurden Trainingsmaßnahmen für die neuen Mitarbeiter organisiert. „Die Kandidaten und wir konnten somit gemeinsam prüfen, ob sie für die Tätigkeit bei uns geeignet sind.“ Zur Truppe gehören auch acht Auszubildende. Auch dort beschreitet das Unternehmen Neuland. In Wiesenau werden neben Bürofachkräften und Mechatroniker auch erstmals in Ostbrandenburg zwei junge Leute zum technischen Konfektionär ausgebildet. „Die IHK hat uns bei der Einführung dieses neuen Ausbildungsberufes sehr gut unterstützt“, lobt der Geschäftsführer.      

Neben Wiesenau besitzt Hotspotblinds inzwischen noch einen zweiten Produktionsstandort im Nachbarort Brieskow-Finkenheerd. Neue Fertigungsmöglichkeiten, mehr Personal und mehr Kunden sorgten für kräftige Zuwächse. „Gegenüber dem Vorjahr haben wir 2008 unseren Umsatz um gut 30 Prozent erhöht.“ Solche gewaltigen Sprünge werden in der angespannten weltweiten Wirtschaftssituation kaum noch möglich sein. „Wir werden trotzdem weiter wachsen, aber in kleineren Schritten und besonders im Auslandsgeschäft“, sagt Ron Zithier. Über bessere Vertriebswege soll das ehrgeizige Ziel erreicht werden.

Neue Vertriebswege aufbauen

Bislang kommen die Sonnenschutzanlagen von Hotspotblinds auf drei Wegen zu den Abnehmern. Einmal werden Großhändler und Produzenten mit den Waren aus Wiesenau beliefert. Außerdem ist das Unternehmen im Direktgeschäft tätig und stattet so exklusive Häuser, Yachten und andere Objekte mit besonderen Sonnenschutzanlagen aus. Dazu kommt ein europäisches Vertriebssystem. Schon jetzt sind Inneneinrichter und Raumausstatter in Frankreich, England, Holland und der Schweiz für die Wiesenauer Firma tätig. Demnächst werden solche Vertriebsagenturen auch in Belgien und Österreich ihre Arbeit aufnehmen.

Außerdem soll noch ein vierter Vertriebsweg aufgebaut werden. „Die Idee dafür haben wir uns aus den USA abgeschaut“, erklärt Ron Zithier. In größeren Ballungsgebieten will Hotspotblinds kleine Shops einrichten. Dort soll eine Auswahl der Produkte zur Ansicht ausliegen. Der Kunde erhält einen ersten Eindruck und kann dann später auf der Internetseite des Unternehmens die gesamte Vielfalt der Produkte betrachten und sich sein Wunschsystem für den Sonnenschutz zusammenstellen. „Wir produzieren und liefern dann und kümmern uns bei Bedarf auch noch um die Montage vor Ort.“
Hotspotblinds
Material für 300 verschiedene Varianten liegt bereit.  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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