Das Auge zieht's hinauf zum Schloss. Foto: T. Kunze
Auch außerhalb von Brandenburg gibt es schöne Ecken. In Heidelberg kann der Tourist sein Herz verlieren, sein Bewusstsein und sein Wissen aber erweitern.
„Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren." Der berühmte Schlager aus den 20er Jahren ist noch heute aktuell, und zwar für viele Besucher der romantischen Stadt im Südwesten Deutschlands und natürlich für die Bewohner selbst. Dem Fremden präsentiert sie sich auf den ersten Blick eher kleinstädtisch. Dennoch: Sanft eingebettet ins Neckartal, von Bergen umsäumt, leben hier immerhin 140.000 Menschen.Schon nach wenigen Schritten und dann immer wieder zieht’s das Auge hinauf zum Schloss. Die ehemalige Residenz der Pfälzer Kurfürsten thront weit oben. Tief unten überrascht eine barocke Innenstadt mit engen Gassen, in denen das Leben tobt: Viele kleine Lokale und Geschäfte profitieren von den Touristen aus aller Welt. Auch Geheimtipps florieren, neben etlichen Souvenirläden. So bietet ein Absinth-Verkäufer seltene Sorten des lange verbotenen, bewusstseinserweiternden Getränks.
Wissen erweitert noch immer die älteste Universität Deutschlands, die im Jahr 1386 gegründet wurde. Wer auf der Hauptstraße flaniert, kommt an diesem noch heute führenden Ort der Wissenschaft und Forschung nicht vorbei. Wie auch am alten Marktplatz mit der Heiliggeistkirche. Dem Autor dieser Zeilen hat’s aber auch der enge, mittelalterliche Heumarkt angetan, nur wenig abseits von den Touristenströmen gelegen. Wo einst Heu und Schweine verkauft wurden, gibt es heute bunte Läden mit Nischenprodukten. Da kann man durchaus sein Herz (und sein Geld) verlieren...
Thilo Kunze

