Im Interview: Heiner Willers, Vorstandsmitglied der aleo solar AG.
Heiner Willers über die Finanzkrise, die Solarbranche, den neuen US-Präsidenten Barack Obama und das Netzwerk „aleo power schools“.Die Finanzkrise ist in aller Munde. Wie sieht es momentan bei aleo solar aus? Spüren Sie die Auswirkungen der Krise?
Auch die Solarwirtschaft ist teilweise von der Finanzkrise betroffen. Größere Projekte werden momentan durch Banken nur noch zögerlich finanziert. Dies wirkt sich auf die Absatzsituation aller Solarunternehmen aus. Dazu kommt, dass das spanische Fördergesetz im September 2008 ausgelaufen ist. Die spanische Regierung hat es leider versäumt, eine praktikable Anschlussregelung zu finden, so dass der dortige Markt praktisch zum Erliegen gekommen ist. Aleo solar konzentriert sich mit seinen Qualitätsprodukten insbesondere auf das Dachgeschäft mit Installateuren und dem Fachhandel. Von daher sehen wir, dass sich unser Unternehmen auch in diesen schwierigen Zeiten gut positioniert hat. Sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen, sehen wir eine deutlich steigende Nachfrage.
Die Preise für Silizium sind in der jüngeren Vergangenheit gesunken. Was bedeutet das für die aleo solar AG, was für die Käufer von Solaranlagen?
In der Tat sind die Preise für Photovoltaik-Anlagen im Laufe der letzten zwei Monate stark gesunken. Für den Endverbraucher bedeutet dieses mit dem Kauf einer Photovoltaik-Anlage eine sichere und gleichzeitig hohe Rendite, die durch das Gesetz für die nächsten 20 Jahre garantiert ist. Vor dem Hintergrund der Turbulenzen an den Kapitalmärkten sollten sich viele Privatinvestoren daher für ein Investment in Photovoltaik-Anlage entscheiden.
Aus unternehmerischer Sicht: Was bringt das Jahr 2009? Was sehen Sie optimistisch, was eher pessimistisch?
Es stimmt mich schon ein wenig nachdenklich, dass Politiker sehr viel über Unterstützung der Wirtschaft reden, gleichwohl die Behörden nicht in die Lage versetzt werden, dieses auch umzusetzen. Weiterhin denke ich, dass in der Presse die Negativmeldungen deutlich überwiegen. Positive Nachrichten, die wir in dieser Zeit alle so nötig haben, werden kaum erwähnt. Optimistisch bin ich für die aleo solar, weil sich zeigt, dass unser Geschäftsmodell richtig ist: Wir produzieren und liefern qualitativ hochwertige Module im Direktvertrieb an Fachhändler und Installateure für den Aufdachanlagenmarkt. Diesen Trend zu Aufdachanlagen sehen wir in ganz Europa.
Seit knapp zwei Monaten ist Barack Obama Präsident der USA. Er hat angekündigt, den Anteil der erneuerbaren Energien in den Vereinigten Staaten deutlich zu steigern. Ein Grund zur Freude für die Solarbranche?
Sicherlich ist dieses ein Grund zur Freude. Wir spüren deutlich, dass der Umdenkprozess in den USA in vollem Gange ist und auch die Solarbranche davon profitieren wird. Mit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten verbinden wir große Hoffnungen. Bereits in seiner Antrittsrede hat sich Barack Obama klar zu den Erneuerbaren Energien bekannt. Dieses zeigt auch seine Personalpolitik. Der neue Energieminister Steven Chu gilt als Klimaschützer und Vorreiter bei der Erforschung Erneuerbarer Energien. Aleo solar ist übrigens schon seit zwei Jahren mit einem eigenen Außendienstler auf dem nordamerikanischen Markt vertreten und unsere Produkte haben die dafür notwendigen Zertifizierungen.
Mit dem Netzwerk „aleo power schools“ bringt aleo solar das Thema nachhaltige Energieversorgung in ausgewählte Schulen. Was hat es mit dem Projekt auf sich?
Wir unterstützen unsere Schulen im Netzwerk ganz konkret mit einer Photovoltaik-Anlage zum Anfassen sowie mit Experimentier- und Unterrichtsmaterial. Gleichzeitig wollen wir die beteiligten Gymnasien über ihre Klima- und Umwelt-AGs vernetzen, die Schulen in Niedersachsen und Brandenburg zusammen bringen. Nachhaltiges Lernen sollte immer materiell, ideell und sozial ausgestaltet sein. Noch in diesem Jahr werden wir das Netzwerk vergrößern und weitere Schulen beteiligen.
Sandra Hölscher

