Ute Brüssel und Dr. Marc Evers vom DIHK Foto: W. Döll
Mit diesem Titel haben die Industrie- und Handelskammern deutschlandweit ihr Jahresthema überschrieben. Selbstständige und Gründer stehen dabei im Mittelpunkt.
„Wir benötigen in diesem Land mehr Geist und Mut für Existenzgründungen“, sagt Dr. Marc Evers. Der Referatsleiter Mittelstand beim DIHK redet bei der Vorstellung des Jahresthemas in Frankfurt (Oder) Klartext. „Wir möchten mit dieser ganzjährigen Aktion den Gründern zu mehr Optimismus verhelfen“, kündigt er an. In Deutschland hat sich die Situation für Existenzgründer in den vergangenen Jahren gewandelt. „Der DIHK hat dazu mit seinen Vorschlägen beigetragen“, sagt Evers. So wurde der frühere Förderdschungel für Gründer abgeschafft. Statt Überbrückungsgeld und Förderung der ICH-AG erhalten arbeitslose Existenzgründer jetzt nur noch einen Gründungszuschuss.„Bei den alten Regelungen gab es zu viele Mitnahmeeffekte. Für einige Leute war eine kaum tragfähige Unternehmensidee ein Alibi für den Erhalt von Fördergeld“, klagt Marc Evers. „Sie verschwanden aus der Arbeitslosenstatistik. Stabile Neugründungen von kleinen Firmen entstanden so aber nur selten.“ Jetzt aber sind die Bedingungen für die Existenzgründung anders. Interessenten müssen sich nun schon drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit um den Gründungszuschuss bemühen und dabei erste Unternehmenskonzepte vorlegen. Außerdem wurde die maximale Förderung von drei Jahre auf nun nur noch 15 Monate gekürzt.
Neue Qualität der Gründer
Die veränderten Rahmenbedingungen für die Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus haben auch zu einer Veränderung der Qualität der Gründer geführt. „Mussten früher 56 Prozent der vorgelegten Unternehmenskonzepte von uns als fehlerhaft beanstandet werden, sind es jetzt nur noch rund 41 Prozent“, bilanziert der Referatsleiter vom DIHK. Auch das Wissen über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge ist besser geworden. Außerdem sind die Existenzgründer offener für helfende Kritik. Die Zahl der Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit heraus ist aber zurückgegangen. „Allerdings sind die jetzigen Grüner viel besser auf ihren Schritt vorbereitet und mehr von ihrer Unternehmensidee überzeugt als noch vor einigen Jahren.“
Für diese und andere Existenzgründer ist dieses Jahresthema „Chancen Unternehmen 2007“ gedacht. Bundesweit wird es deshalb das ganze Jahr über besondere Veranstaltungen geben. Der DIHK und die einzelnen Kammern haben dabei besondere Aktionstage vorbereitet. So wird beispielsweise am 2. und 3. März die Weiterbildung für Existenzgründer im Mittelpunkt stehen. Im Juni wird ein Aktionstag zur Existenzsicherung und Krisenbewältigung stattfinden. Weitere Tage werden sich mit der Suche nach einem geeigneten Unternehmensnachfolger und mit technologieorientierten Existenzgründungen beschäftigen.
Auftakt in Frankfurt (Oder) am 22. Februar
„In Frankfurt (Oder) wird unser Themenjahr am 22. Februar mit einem Unternehmerdialog eingeläutet“, kündigte Uta Häusler, Leiterin Starthilfe bei der IHK Frankfurt (Oder) an. Im Haus der IHK in der Puschkinstraße 12b werden an diesem Tag ab 14 Uhr Experten der Bürgschaftsbank, der Investitionsbank des Landes Brandenburg, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Sparkasse Oder-Spree, der IHK und erfahrene Unternehmer ihren Rat anbieten.
Wilko Döll

