Visionär: Peter Dolibog, Geschäftsführer der Baser GmbH, mit dem Entwurf eines schwimmenden Hauses. Foto: A. Winkler
Fürstenwalder Baser Kunststoffe GmbH kämpft gegen die Konjunkturkrise und erschließt neue Geschäftsfelder.
Die Konjunkturkrise macht sich in allen Bereichen bemerkbar, das spürt auch die Baser Kunststoffe GmbH. „Die Pkw-Branche war als erste dran, jetzt geht es mit den Baumaschinen weiter“, sagt Peter Dolibog, der als Geschäftsführer unter anderem auch in diesem Wirtschaftszweig mit seinen Produkten vertreten ist. „Deshalb verzeichnen wir momentan ebenfalls einen Umsatzrückgang. Dennoch blicke ich zuversichtlich in die Zukunft. Wir müssen eben noch mehr in die Entwicklung innovativer Ideen und neuer Geschäftsfelder investieren“, so Dolibog. Stellen will er – so lange es geht – nicht abbauen. Schon als Kind habe er gern gebastelt und Dinge entwickelt, erzählt der in Polen geborene Peter Dolibog. 1983 flüchtete der ausgebildete Kfz-Techniker zunächst nach Oberammergau (Bayern). In Mainz gründete er 1989 seine Firma, mit der er 1995 nach Fürstenwalde (Oder-Spree) kam. Im gleichen Jahr entstand eine Tochterfirma in Ostroda (Ostpolen), die 1992 ihre Erweiterung in Miedzychod (Westpolen) fand. „Anfangs habe ich Autospoiler entwickelt. Von dort aus habe ich mir neue Geschäftsfelder erschlossen“, berichtet der 50-Jährige.Die verlängerte Werkbank steht in Polen
In der Firmenzentrale in Fürstenwalde beschäftigt die Baser GmbH 15 Mitarbeiter. An diesem Standort geht es vor allem um die Projektabwicklung und die Logistik. In Polen stehe hingegen die verlängerte Werkbank für die Serienfertigung, erklärt Dolibog. Über 100 Mitarbeiter und drei Auszubildende sind dort als Kunststoff-Facharbeiter oder in der Buchhaltung beschäftigt. Alle polnischen Facharbeiter erhalten eine Schulung, damit sie mit den besonderen Erfordernissen des Werkstoffes umgehen lernen. Glasfaserverstärkte Kunststoffe und ihre variablen Einsatzmöglichkeiten sind das derzeit wichtigste Standbein der Baser GmbH. Boote und Bootsteile, Baumaschinen und Mobilheime, Innenverkleidungen für Busse und Nahverkehrs-Züge sowie Dachverkleidungen, Motorhauben und Spoiler umfasst die Produktpalette. Ihre Kunden findet die Firma in Deutschland, Polen und ganz Europa. Darunter sind so renommierte Firmen wie MAN, Alstom, Bavaria sowie Atlas und Kramer. „Die Teile, die wir für unsere Kunden anfertigen, reichen von sieben Zentimetern bis 70 Metern Größe“, sagt Peter Dolibog. „Unsere glasfaserverstärkten Kunststoffe sind eben vielfältig einsetzbar und innovativ.“
An Marktnischen herantasten
Sein Potenzial hat die Firma unter anderem bei der Entwicklung leichter Kunststoffplatten gezeigt. Sie sind als Sandwichplatten konstruiert und haben einen Styropor-Kern. Das Material dient vor allem zur Dämmung. Die Vorteile dieser Platten liegen für Dolibog auf der Hand: Sie bieten eine hohe Zugfestigkeit und mit ihrer Hilfe können statische Elemente konstruiert werden, die sehr leicht, feuerfest und bestens isoliert sind. Die Einsatzmöglichkeiten der 20 Zentimeter starken Platten sind vielfältig. Insbesondere im Container- und Häuserbau finden sie Verwendung. Peter Dolibog will noch in diesem Frühling ein Versuchshaus auf seinem Firmengelände errichten lassen, um das Material zu testen. „Wir planen, mit unseren Kunststoffplatten ein ganzes Bausystem zu entwickeln. Sie sind zwar ursprünglich für Schiffsaufbauten konstruiert worden, aber wir wollen herausfinden, ob es andere Einsatzgebiete gibt“, sagt Dolibog. Mit Hilfe dieser Platten seien Null-Energie-Bauten möglich, womit sich die Firma an Marktnischen herantasten will. In seiner Fantasie und in aufwendigen 3-D-Simulationen haben die Innovationen bereits Gestalt angenommen. Mit Hilfe internationaler Architekten entstanden erste Entwürfe für schwimmende Häuser und Wasserbauten. „Die Idee könnte interessant sein für Privat-, aber auch für Geschäftskunden. Und sie könnte zum Beispiel den Wassertourismus in Brandenburg beleben“, erläutert Peter Dolibog die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.
Nadja Voigt

