19.02.2007
Blickpunkt: Wirtschaftspolitik wird neu ausgerichtet

Stefanovic, Dr. Milos
Dr. Milos Stefanovic hat den Vorsitz des neuen Beirats übernommen. In Ostbrandenburg arbeitet er auch in der Zukunftspreis-Jury.

Experten begleiten die Umsetzung der neuen Förderpolitik. Erster Vorsitzender: Dr. Milos Stefanovic, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Brandenburg.

Die Neuausrichtung der Brandenburger Wirtschaftsförderpolitik wird jetzt durch einen Beirat unterstützt. Renommierte Experten begleiten und beraten das Brandenburger Wirtschaftsministerium bei der Umsetzung der neuen Förderpolitik. Dazu hat sich in Potsdam ein "Beirat zur Begleitung der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderpolitik des Landes Brandenburg" konstituiert. Ihm gehören elf Persönlichkeiten aus Wirtschaftsforschung, Brandenburger Unternehmen sowie Kammern der Hauptstadtregion an. Den Vorsitz hat Dr. Milos Stefanovic, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Brandenburg, übernommen. Seine Stellvertreterin ist Frau Prof. Dr. Heiderose Kilper, Direktorin des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner.

"Die neue Brandenburger Wirtschaftsförderung steht jetzt im Praxistest. Ich freue mich über die Bereitschaft der Experten, diese Entwicklung beratend zu begleiten. Das unterstreicht, welch starkes Interesse die Neuausrichtung unserer Förderpolitik ausgelöst hat", erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns anlässlich der Konstituierung des Beirats.

Stärken stärken

"Die Abkehr von der ‚Gießkanne' und die Hinwendung zur Politik des ‚Stärken stärken' sind eine Zäsur in der Brandenburg Förderpolitik", betonte Minister Junghanns. "Damit verbindet sich die Chance, Erfolg versprechende Strukturen gezielt weiter auszubauen und zu entwickeln. Diesen dynamischen Prozess werden wir aktiv begleiten und steuern. Der Beirat nimmt dabei eine wichtige Scharnierfunktion als fachkundiges Beraterteam aus Forschung und Praxis ein."

Die neue Wirtschaftsförderpolitik wird sich auf die Themenfelder Investitionen, Innovationen, Außenwirtschaft, Ansiedlungen und Netzwerkbildung erstrecken.

Hintergrund der Neuausrichtung

Die neue Brandenburger Wirtschaftsförderung basiert auf zwei Säulen: dem Wachstumsprogramm für den Brandenburger Mittelstand und einer Konzentration auf Branchenkompetenzfelder.

Säule 1: Wachstumsprogramm für den Brandenburger Mittelstand

Mittelständische Brandenburger Firmen bekommen für förderfähige Investitionen bis 2,5 Millionen Euro die höchstmögliche Förderung - unabhängig von Ort und Branche. Außerdem können die zur Verfügung stehenden Fördermittel künftig bis zu zwei Monate vor Bezahlung der Rechnungen abgerufen werden. Durch diesen schnellen und unbürokratischen Weg müssen mittelständische Firmen nicht mehr in die Vorfinanzierung der Förderung eintreten.

Säule 2: Förderung von Branchenkompetenzfeldern

Bei größeren Unternehmen und Investitionen sowie bei Neuansiedlungen wird die Wirtschaftsförderung auf Wachstumsbranchen konzentriert, in denen Brandenburg besondere Kompetenzen aufweist. Dies sind: Automotive, Biotechnologie/Life Sciences, Ernährungswirtschaft, Energiewirtschaft/-technologie, Geoinformationswirtschaft, Holzverarbeitende Wirtschaft, Kunststoffe/Chemie, Logistik, Luftfahrttechnik, Medien/IKT, Metallerzeugung, -be- und -verarbeitung/Mechatronik, Mineralölwirtschaft/Biokraftstoffe, Optik, Papier, Schienenverkehrstechnik und Tourismus. Zu jedem Branchenkompetenzfeld - außer Tourismus - wurden die Standorte ermittelt, an denen sich Schwerpunkte der jeweiligen Branche herausgebildet haben. Mikroelektronik gilt als Querschnittsbranche.

Das neue Fördersystem

Seit Anfang 2006 wird nur noch unterschieden in Basisförderung und ergänzende Potenzialförderung. Beide betragen jeweils 15 Prozent. Hinzu kommt für mittlere Unternehmen* ein Zuschlag von 10 Prozent, für kleine Unternehmen** ein Zuschlag von 20 Prozent. Die Basisförderung erhalten alle Unternehmen für förderfähige Investitionen. Die zusätzliche Potenzialförderung bekommen drei Gruppen: Der Mittelstand für Investitionen bis 2,5 Millionen Euro, größere Brandenburger Unternehmen bzw. Investitionen, wenn sie zu einem Branchenkompetenzfeld zählen sowie sich neu ansiedelnde Unternehmen, wenn sie zu einem Branchenkompetenzfeld gehören und an einem Branchenschwerpunktort investieren.


alt Thilo Kunze

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