27.03.2009
Blickpunkt: Driftmann neuer DIHK-Präsident

Driftmann
Hans Heinrich Driftmann.  Foto: DIHK

Die Vollversammlung wählte den Präsidenten der IHK zu Kiel und bisherigen DIHK-Vizepräsidenten in Berlin mit überwältigender Mehrheit.

Hans Heinrich Driftmann ist neuer Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Vollversammlung wählte den Präsidenten der IHK zu Kiel und bisherigen DIHK-Vizepräsidenten in Berlin mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger von Ludwig Georg Braun. Braun, der Driftmann vorgeschlagen hatte, hört nach acht Jahren an der Spitze des DIHK satzungsgemäß auf. Diese sieht maximal zwei vierjährige Amtsperioden vor.

Driftmann (61), Vater von vier Töchtern, ist seit 1990 persönlich haftender und geschäftsführender Gesellschafter der Kölln  KGaA  in Elmshorn. Er kündigte nach seiner Wahl an, seine Ämter in anderen Wirtschaftsverbänden aufzugeben, um sich ganz der neuen Aufgabe an der Spitze der IHK-Organisation zu widmen.

Driftmann dankte seinem Vorgänger, der von der Vollversammlung für seine Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, für die "außerordentlich nachhaltige" Arbeit in den vergangenen Jahren. Braun habe bei einer ganzen Reihe wichtiger Themen, wie dem Ausbildungspakt oder auch der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf  viel  für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt erreicht. Driftmann, langjähriger Vorsitzender des DIHK-Bildungsausschusses, betonte, er werde daran anknüpfen: "Der Ausbildungspakt ist in der Krise mindestens so aktuell wie am ersten Tag. Er steht vor seiner vielleicht größten Herausforderung. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es gemeinsam auch in diesem wirtschaftlich schwierigen Jahr schaffen können, allen ausbildungswilligen und- fähigen Schulabgängern ein Ausbildungsangebot zu machen."  Zur Überwindung der
Krise sei es unerlässlich auf Bildung - und zwar neben der Erstausbildung gerade auch auf die Weiterbildung - zu setzen.

Driftmann bot der Politik Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Krise an. Er warnte aber davor, der Versuchung zu erliegen, einzelne Unternehmen der Realwirtschaft durch eine staatliche Beteiligung retten zu wollen. Das verzerre den Wettbewerb und ginge zudem fast immer schief, wie das Beispiel Holzmann zeige. Wichtiger sei es, die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft wieder ernsthaft zur Anwendung kommen zu lassen. Und dazu
zähle gerade die individuelle Haftung und Verantwortung. "Das ist in Wirtschaft und Politik in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen."


alt DIHK/Thilo Kunze

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