21.2.2007
Blickpunkt: Eberswalde will Mittelstand besser unterstützen

Friedhelm Boginski
Friedhelm Boginski, Bürgermeister in Eberswalde  Foto: W. Döll

Die Stadt möchte die Rahmenbedingungen für die regionale Wirtschaft optimieren.

FORUM sprach darüber mit Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP).

Warum ist die Wirtschaft ein Schwerpunkt ihrer Arbeit?

Eberswalde lebt von und mit den Unternehmen der Stadt. Sie hat ein beachtliches wirtschaftliches Potential, das aber der Öffentlichkeit nicht bekannt genug ist. Es muss mehr für die Firmen der Region getan werden, sie müssen besser unterstützt werden.

Was kann das Eberswalder Rathaus dabei leisten?

Die Unternehmen der Region benötigen keineswegs nur Fördermittel. Sie müssen vielmehr auch von den Kommunen gepflegt werden. Wir wollen deshalb im Rathaus ein Amt für Wirtschaftspflege und -förderung einrichten. Eine Stelle dafür wurde bereits ausgeschrieben.

Welche Aufgabe soll dieses Amt übernehmen?

Es soll den Kontakt zwischen dem Rathaus und den Firmen der Stadt herstellen. Wir wollen so die Sorgen und Nöte der Unternehmen erfahren und sie auch bei der Lösung von Problemen unterstützen. Es bringt überhaupt nichts, nur auf große Neuansiedlungen von Firmen zu hoffen. Wir müssen uns mehr um die hiesigen Unternehmen kümmern, die sind das Kapital von Eberswalde. Das Rathaus muss  also die Rahmenbedingungen für die Firmen in der Stadt optimieren.

Vor zwei Jahren hat Eberswalde die Gewerbesteuer erhöht. Unternehmer verstehen unter Optimierung der Rahmenbedingungen etwas anderes ...

… ich habe damals in der Stadtverordnetenversammlung gegen die Erhöhung gestimmt, weil sie wirtschaftsfeindlich ist. Wir sollten die Diskussion über die Gewerbesteuer wieder aufnehmen. Aber für eine Senkung sind im Stadtparlament Mehrheiten nötig.

Sie sitzen erst seit wenigen Wochen als Bürgermeister im Eberswalder Rathaus. Wie halten sie den Kontakt zur Wirtschaft?

Ich bin Lehrer und kein Wirtschaftsexperte. Wenn ich also etwas von den Unternehmen der Stadt erfahren will, muss ich sie aufsuchen. Sieben oder acht Firmen habe ich seit meinem Amtsantritt bereits besucht. Ich kann als Bürgermeister den Tag nicht nur im Rathaus verbringen, denn das wahre, das spannende Leben passiert außerhalb, also muss auch ich einen Großteil meiner Zeit dort verbringen, wo sich das städtische Leben abspielt.

Welche Bedeutung haben die kleinen und mittleren Unternehmen im städtischen Leben?

Eine sehr große, denn sie sind das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt. Wir müssen sie deshalb stärken und sie beispielsweise auch in der Berufsausbildung unterstützen, denn mit Ausbildungsplätzen geben sie der Jugend von hier eine Chance und helfen, junge Leute in der Region zu halten. Wir als Rathaus wollen dabei mit gutem Beispiel vorangehen. So soll in unserem Haus die Ausbildung forciert werden. Wir möchten dem Nachwuchs der Stadt Plätze anbieten und auch in der Verwaltung Topleute ausbilden.

alt Wilko Döll

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