22.2.2007
Unternehmen: Eberswalder Firma legt Wert auf gute Ausbildung

Glawion GmbH Lehrlinge
Auszubildende im Einsatz  Foto: W. Döll

Der Betrieb gibt damit jungen Leuten eine Chance und möchte sich eine qualifizierte Belegschaft aufbauen.

Das Unternehmen Metallbau Glawion in Eberswalde ist eine glänzende Firma. Schon das Eingangstor leuchtet im silberfarbenen Edelstahl. Der Betrieb steht aber auch sonst glänzend da. „Das Unternehmen ist beispielhaft in der Berufsausbildung“, sagt Werner Marschke, Vorsitzender der IHK-Prüfungskommission bei der Übergabe der Zeugnisse an fünf Auszubildende. Sie haben in der Metallbau Glawion GmbH in Eberswalde den Beruf des Konstruktionsmechanikers für Metall- und Schiffbautechnik erlernt. Der Prüfungschef hat in diesem Jahr zwei Überraschungen erlebt. In seiner 17-jährigen Tätigkeit hat noch nie ein Lehrling in der Praxis nur gute und sehr gute Leistungen erzielt und noch nie war ein Bürgermeister bei der Zeugnisübergabe dabei. „Beides ist mir jetzt erstmals passiert“, wundert sich Werner Marschke.

„Die kleinen und mittleren Unternehmen sind das Kapital der Stadt, sie geben der Jugend eine Chance und deshalb müssen wir diese Firmen als Verwaltung auch pflegen“, erwidert der Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski lächelnd. Die Metallbaufirma wollte in diesem Jahrgang eigentlich nur drei Auszubildende bis zur Prüfung bringen. „Zwei andere Metallunternehmen aus der Region sind aber in Insolvenz gegangen und deren Lehrlinge standen auf der Straße, da hat sie Glawion übernommen“, lobt Werner Marschke.

Fachpersonal wird selbst aufgebaut

Die Metallbaufirma am Rande der Stadt beschäftigt 43 Leute, 20 davon sind Auszubildende. Das Unternehmen hat aus der Not eine Tugend gemacht, denn auf dem Markt gibt es keine Fachleute. „Einige wollen nicht in der von uns verlangten Qualität arbeiten, andere können es nicht, also müssen wir uns unser Fachpersonal selbst heranziehen“, erklärt Geschäftsführerin Ilona Glawion. „Außerdem schlägt unser Herz für diese Stadt und diese Region, wenn die Jugend hier bleiben soll, müssen wir ihr auch reizvolle Aufgaben geben“, ergänzt Karl Glawion.

Marcel Eckert kam aus Schwedt zu Glawion. Er empfand die theoretische Ausbildung in den dreieinhalb Jahren als sehr schwer. Die praktische Ausbildung fand er dagegen spannend und reizvoll. „Mit meiner Qualifizierung habe ich jetzt in jedem Metallbetrieb eine gute Chance“, erklärt der 20-Jährige. Er hat das Übernahmeangebot seiner Ausbildungsfirma nicht angenommen und wird künftig für eine Berliner Montagefirma arbeiten. „Nach der Lehre möchte ich jetzt erstmal ein bisschen Weltluft schnuppern.“

Metallbau Glawion bundesweit aktiv

In Berlin wird er aber auf Produkte der Metallbaufirma Glawion aus Eberswalde treffen. „Die Metallverkleidungen am Sonny-Center sind von uns“, erzählt Karl Glawion. Im BMW-Motorradwerk in Berlin-Spandau wurde die Waschanlage für die Maschinen aus Edelstahlteilen der Eberswalder Firma gefertigt. Glawion-Produkte finden sich aber auch in der Sternwarte Heidelberg und natürlich auch in vielen metallverarbeitenden Betrieben in Ostbrandenburg, schließlich stammt das Unternehmen ja aus der Region. „Wir sind 1990 aus einer Ausgründung des früheren Kranbaus Eberswalde hervorgegangen“, blickt Ilona Glawion zurück.

Inzwischen hat das Unternehmen längst eigene moderne Produktionshallen in einem Gewerbepark am Eberswalder Stadtrand. Die Firmenchefs sind darüber aber nicht nur glücklich und nutzen den Bürgermeisterbesuch gleich für einen Problemvortrag. „Die Busverbindung hierher ist katastrophal und am Abend liegt das Gewerbegebiet im Dunkeln, weil die Stadt Geld für die Beleuchtung der Straßen spart“, klagt Karl Glawion. Bürgermeister Boginski hört aufmerksam zu und will Kontakt zum Busunternehmen der Stadt aufnehmen. Das Problem mit der Beleuchtung soll im Rathaus selbst geklärt werden. „Wer Gewerbesteuern an die Stadt zahlt, muss von der Kommune auch eine Gegenleistung erhalten“, erklärt der Rathauschef.
Glawion GmbH, Clemens Wolff, Friedhelm Boginski und Karl Glawio
Karl Glawion (rechts) diskutiert mit Ausbilder Clemens Wolff (links) und Bürgermeister Friedhelm Boginski  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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