05.05.2009

Azubi gefunden – dank IHK!

Pliscka & Schmeling: Sophie Schirmer
Eine von Sophie Schirmers Aufgaben: die Warenerfassung vor der Lagerung.  Foto: S. Hölscher

Passgenaue Vermittlung der IHK hilft Unternehmen und Bewerbern.

Da haben sich zwei gefunden, die gut miteinander auskommen: Manuela Kreutzer und Sophie Schirmer – Ausbilderin und Auszubildende bei der Internationalen Spedition Plischka & Schmeling in Frankfurt (Oder). Seit einem knappen Jahr absolviert Sophie Schirmer dort ihre Ausbildung zur Kauffrau für Speditions- & Logistikdienstleistung, die Prokuristin Manuela Kreutzer ist die Ausbildungsverantwortliche im Unternehmen.

Alle drei Jahre bildet die Spedition Plischka & Schmeling Kaufleute für Speditions- und Logistikdienstleistungen aus. Im Sommer 2008 war es wieder einmal so weit: Eine neue Auszubildende sollte das Team der Spedition bereichern. Im Frühjahr 2008 begann die Suche nach dem passenden Azubi, daran erinnert sich Manuela Kreutzer noch gut. „Wir haben den freien Ausbildungsplatz in die Online-Lehrstellenbörse der IHK gesetzt“, sagt Kreutzer, „und auch durch Mundpropaganda hat es sich herumgesprochen, dass wir einen Azubi suchen.“ Das Ergebnis: Auf dem Schreibtisch der Prokuristin lagen schließlich  etwa ein Dutzend Bewerbungsmappen. „Von sehr unterschiedlicher Qualität“, wie Kreutzer anmerkt. „Viele Bewerbungen sahen aus wie ein Notnagel, die Jugendlichen wussten gar nicht, welche Aufgaben sie in einer Spedition erwarten“, ärgert sie sich über einige Bewerbungen. Aus acht Bewerbern wählte Manuela Kreutzer schließlich ein Mädchen aus – das war allerdings nicht Sophie Schirmer, denn die bekam ihre Chance erst später.

Bei der Azubisuche gibt es Unterstützung von der IHK

„Das Mädchen hat die Ausbildung zwar angefangen, aber bereits nach drei Tagen alles hingeschmissen – ohne Erklärung“, berichtet Kreutzer. Da stand die Spedition, die kundenspezifische Logistikkonzepte, Lagerung und Distribution von Waren, Abwicklung von Zollverkehren sowie Umzüge anbietet, dann ohne Auszubildende da. „Eigentlich wollte wir die Lehrstelle nach dieser Erfahrung erst einmal nicht mehr besetzen“, erzählt die Prokuristin. Aber dann kam es anders, denn Manuela Kreutzer wandte sich an die IHK Ostbrandenburg, genauer gesagt an die „Passgenaue Vermittlung“ der IHK. Das Projekt „Passgenaue Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen“ – wie es vollständig heißt – hat ein klares Ziel: Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Bewerbersuche und -auswahl. Die Prokuristin sprach mit der IHK über ihre Probleme bei der Azubisuche und die „Passgenaue Vermittlung“ der IHK Ostbrandenburg versprach bei der Suche nach einem passenden Bewerber zu helfen – damit die Lehrstelle doch noch besetzt werden konnte.

Die IHK brachte sie schließlich zusammen: Manuela Kreutzer und Sophie Schirmer. Sophie Schirmer hatte nach ihrem Abschluss an der Oberschule „Heinrich von Kleist“ schon etliche Bewerbungen geschrieben, bisher jedoch, ohne einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Beworben hat sie sich vor allem als Kauffrau für Bürokommunikation. „Bei Speditionen hatte ich mich bis dahin nicht beworben“, gesteht sie. Aber als man ihr bei der IHK das Berufsbild der Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistungen gezeigt habe, hörte sich das für sie sehr interessant an. Deshalb zögerte Sophie Schirmer auch nicht, als sie bei der IHK den Tipp bekam, dass sie sich bei der Internationalen Spedition Plischka & Schmeling um einen Ausbildungsplatz bewerben solle. Das ließ sich Sophie Schirmer nicht zweimal sagen und kurz darauf hielt Manuela Kreutzer die Bewerbungsunterlagen der jungen Markendorferin in den Händen. Ein Bewerbungsgespräch folgte und wenige Tage später war der Ausbildungsvertrag unterschrieben – das ist inzwischen neun Monate her.

Ausbildung ist Grundstein für berufliche Zukunft

Die Ausbildung macht Sophie Schirmer Spaß und Manuela Kreutzer, die seit 1992 für die Ausbildung in der Spedition verantwortlich ist, ist zufrieden mit ihrer Auszubildenden: „Sie macht sich gut und beißt sich durch.“ Die Plischka & Schmeling Internationale Spedition GmbH beschreibt die Prokuristin Kreutzer als kleines solides Unternehmen mit insgesamt 50 Mitarbeitern in Frankfurt (Oder), Mülheim an der Ruhr und Schönebeck an der Elbe. „Unsere Azubis sind flexibel einsetzbar und durchlaufen alle Bereiche der Spedition, so lernen sie die Zusammenhänge und die Komplexität der Arbeitsabläufe kennen“, sagt Manuela Kreutzer. Azubis, die einen guten Abschluss machen und sich in das Unternehmen einbringen, haben gute Chancen nach der Ausbildung von der Spedition übernommen zu werden. Sophie Schirmer könnte sich das durchaus vorstellen, wenn es denn so weit ist. Eins ist eine gute Ausbildung in jedem Fall: der Grundstein für die berufliche Zukunft.  

Service für Unternehmen:
Das Projekt „Passgenaue Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen“ wendet sich sowohl an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die auf der Suche nach dem passenden Azubi sind, als auch an Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die „Passgenaue Vermittlung“ unterstützt KMU dabei, passende Jugendliche für ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu finden. Die Unternehmen werden individuell bei der Bewerbersuche und -auswahl unterstützt, für KMU des Kammerbezirks Ostbrandenburg ist dieser Service kostenlos. Auch Schüler, die noch auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz sind, können sich an die „Passgenaue Vermittlung“ der IHK Ostbrandenburg wenden. Dort bekommen die Jugendlichen Informationen über die unterschiedlichen IHK-Berufe und Tipps für ihre Bewerbungsunterlagen. Außerdem können sie sich in einen Bewerberpool eintragen.

Ansprechpartnerin bei der IHK:
Marlen Bennewitz
Tel.: 0335 5621-1529
E-Mail: bennewitz@ihk-ostbrandenburg.de
Plischka & Schmeling: Sopfie Schirmer (l.) und Sabine Weißbach
Sophie Schirmer mit Sabine Weißbach, Mitarbeiterin im Bereich Umzüge.  Foto: S. Hölscher

alt Sandra Hölscher

Kommentare

"Ein blindes Huhn findet auch mal ´n Korn" von [05. Mai 2009, 14:44:30 Uhr]
Entschuldigung, aber es gibt 100.000e von Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen. Viele werden durch Beziehungen und Mundpropaganda und persönliche Empfehlungen geschlossen. Brüstet sich vielleicht der Handwerker Anton Schulz damit, wenn er seinen Neffen in seinem alten Betrieb vermittelt hat?
Und...

RE: von [15. Mai 2009, 10:52:11 Uhr]
Weder teilt die IHK Ostbrandenburg die Auffassung des Kommentators noch wird sie Stellung zu den Vorwürfen gegenüber andernorts angeblich begangenen Verfehlungen beziehen. Es tut uns für das betroffene...