Öffentliche Ausschreibung für Vergabe der Bauleistungen hat begonnen.
Das Wehr Hohenstaaten weist erhebliche Abnutzungsschäden auf: Im September 2009 soll die Grundinstandsetzung des Wehres beginnen – geplant ist eine Bauzeit von elf Monaten sowie Projekt kosten von rund 900.000 Euro.Bei normalen Abflussverhältnissen auf der Oder hält das Wehr Hohensaaten den Stau in der Oderhaltung der Havel-Oder-Wasserstraße sowie der alten Oder. Es reguliert so den Wasserstand im Oderbruch bis nach Niederfinow und Bad Freienwalde. Bei extremem Hochwasser auf der Oder schottet das Wehr das Oderbruch gegen von der Westoder rückstauendes Hochwasser ab: Bauwerksinspektionen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde (WSA) haben ergeben, dass das 1913 errichtete Wehr erhebliche Schäden durch Abnutzung aufweist, die den Betrieb und die Dauerhaftigkeit des Wehres nachhaltig beeinträchtigen. Im Jahr 2006 musste bereits ein Wehrverschluss (Schütz) stillgelegt werden. Somit stehen zur Wasserabführung derzeitig nur noch zwei Schütze zur Verfügung.
Im Auftrag des WSA Eberswalde realisiert das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Berlin daher nun die Grundinstandsetzung des Wehres. Derzeit läuft die öffentliche Ausschreibung zur Vergabe der Bauleistungen. Wesentliche Leistungen sind eine Ertüchtigung des Baugrundes, eine Betoninstandsetzung für die Wehrfelder und Wehrpfeiler sowie der Ersatz der Schütztafeln, der Antriebe und des Bediensteges. Für die Baumaßnahme wird das Wehr mit einer Baugrubeneinfassung abschnittsweise umspundet und trockengelegt. Die Wasserabführung für die alte Oder bleibt dabei jedoch über die gesamte Bauzeit gewährleistet. Die vor 1990 errichtete, sehr gut funktionierende, Fischaufstiegsanlage wird ebenfalls grundhaft instand gesetzt. Die Projektkosten in Höhe von rund 900.000 Euro trägt der Bund. Die Bauzeit beträgt zwölf Monate. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich im September 2009.
Die Grundinstandsetzung des Wehres Hohensaaten erfolgt im Zuge der Grundinstandsetzung mit Teilausbau für die 135 Kilometer lange Havel-Oder-Wasserstraße zwischen Berlin und Szczecin. Im Verbund mit dem Verkehrswegeprojekt Deutsche Einheit 17 (Ausbau der Wasserstraße Hannover-Berlin) wird damit die einzige in West-Ost-Richtung verlaufende transeuropäische Binnenwasserstraßenmagistrale zwischen Duisburg und Szczecin durchgängig nach Wasserstraßenklasse V ausgebaut.
Beide Schleusen in Hohensaaten wurden schon vor 1990 ausgebaut und könnten bereits heute von Großmotorgüterschiffen bis 115 Meter Länge, 11,45 Meter Breite und 2,80 Meter Abladetiefe passiert werden. Einzigartig an der Staustufe Hohensaaten ist die entgegengesetzte Hubrichtung beider Schleusen: Aus Richtung Berlin kommende Schiffe werden an der Ostschleuse bergwärts zur Oder und an der Westschleuse talwärts zur Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße geschleust. Die über 42 Kilometer parallel zur Oder verlaufende, künstlich angelegte Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße sorgt auch bei Niedrigwasser auf der Oder dafür, dass Schiffe auf der Fahrt von Berlin nach Szczecin immer genügend Wasser unter dem Kiel haben.
WNA Berlin/Sandra Hölscher

