16.09.2009

Qualität und Energieeinsparung sind kein Widerspruch

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Sabine Zimmermann bereitet im IMD Proben zur Untersuchung vor. Foto: W. Döll.

Institut aus Frankfurt (Oder) setzt neue Maßstäbe beim Energieeinsatz und der Qualitätsarbeit.

Von einem medizinischen Laboratorium erwartet wohl jeder Patient oder Arzt eine gewissenhafte und qualitätsvolle Arbeit. Trotzdem ist beim Institut für Medizinische Diagnostik (IMD) Oderland in Frankfurt (Oder) vieles anders als in ähnlichen Einrichtungen. „Wir erfüllen Qualitätsstandards, die weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und waren erst das zweite Labor in ganz Deutschland, das die Akkreditierung als Qualitätslaboratorium erhielt“, sagt Heike Seifarth stolz. Sie ist die Qualitätsmanagerin bei IMD. Das Dienstleistungsunternehmen ist seit 1991 als medizinisches Laboratorium für niedergelassene Ärzte, Kliniken, Patienten, Gesundheitsämter und auch für die Polizei tätig. „Unsere Kunden erwarten von uns einfach eine Spitzenqualität.“

Zehn Mitarbeiter haben nach der Wende im Gebäude der ehemaligen Poliklinik in Frankfurt (Oder) die Arbeit bei IMD aufgenommen. Heute beschäftigt das Unternehmen gut 100 Mitarbeiter auf drei Etagen des großen Hauses. Für Auftraggeber in ganz Ostbrandenburg untersucht und analysiert das Institut medizinische Proben. Qualität und Schnelligkeit sind dabei ebenso wichtig wie Effizienz. „Wir haben von Anfang an großen Wert auf die Qualität gelegt und uns immer wieder freiwillig verschiedenen Bewertungen gestellt“, erklärt Seifarth. Mehrfach beteiligte sich IMD am Wettbewerb um den Qualitätspreis Brandenburg. Im vergangenen Jahr wurde der Preis schließlich erkämpft. „Der Weg bis zur Auszeichnung ist ein Prozess, in dem alle Abläufe im Unternehmen analysiert und optimiert werden.“ Im bundesweiten Qualitätsvergleich erreichte IMD im vorigen Jahr das Finale.

Hohe Unternehmensansprüche

„Wir haben als Unternehmen hohen Ansprüche“, erklärt die Qualitätsmanagerin. „Wir möchten unsere Kunden zufrieden stellen, wir wollen für unsere Mitarbeiter ein guter Arbeitgeber sein und wir wollen auch umweltverträglich agieren.“ Als erstes und bislang einziges medizinisches Labor in Deutschland arbeitet IMD nach dem geprüften Umweltmanagementsystem EMAS. Für die Umweltaspekte erhielt ein ehemaliger Praktikant im Unternehmen eine feste Stelle. Thomas Herfort kümmert sich dabei auch um den effektiveren Energieeinsatz.

Mit Beginn der Labormodernisierung im Jahr 2005 wurde gleichzeitig ein neues Energiemanagement aufgebaut. „Wir haben uns von der zentralen Heizungsanlage des Hauses abgetrennt und nutzen die Abwärme der Geräte und Technik für die Klimatisierung von Labor und Verwaltungsbereichen“, sagt Herfort. Als Wärmequelle dient der Laborkomplex selbst. „Wir haben ganz einfach ein System aufgebaut, in dem wir die Klimaanlage mit der neuen Heiztechnik verbinden.“ Die Abwärme aus den zu kühlenden Räumen wird somit zur Wärmegewinnung für andere Räume genutzt. Etwa 150000 Euro hat das Unternehmen in die neue Technik investiert. Der Erfolg ist enorm. „Wir haben unseren Wärmeenergieverbrauch mehr als halbiert.“

Einsparungen durch bessere Lichtsteuerung

„Natürlich denken auch wir beim Energieeinsatz an die Kosten, der schonende und umweltverträgliche Umgang mit den Ressourcen ist uns aber genauso wichtig“, betont Qualitätsmanagerin Heike Seifarth. Deshalb hat IMD neben dem Wärmemanagement auch gleich noch die Lichtsteuerung im Unternehmen verändert. „Jetzt verbrauchen wir für unsere Beleuchtung bei höherer Lichtausbeute nur ein Drittel der Energie einer konventionellen Lichtanlage“, bilanziert Thomas Herfort. Möglich wurde die Einsparung mit teilweise recht einfachen Mitteln, aber auch mit überaus durchdachten Schaltungen. So sind jetzt Präsenz- und Bewegungsmelder sowie Zeitschaltungen bei der Beleuchtung im Einsatz. In den Laboren werden fensternahe weniger als fensterferne Arbeitsplätze beleuchtet. „Die Steuerung dafür berücksichtigt den jeweiligen Lichteinfall.“ Dringen zuviel Sonnenstrahlen ein, fahren automatisch Jalousien herunter. Sie verhindern das Aufheizen der Räume, die Klimaanlage muss nicht mit Höchstlast laufen und verbraucht weniger Strom.

Auch in Zukunft soll der Umweltmanager bei IMD einige Prozesse optimieren. Die Kurierlogistik steht dabei ganz oben im Aufgabenfeld. „Immerhin werden bei den Kurierfahrten mit den Proben von und zu uns täglich gut 6000 Kilometer zurückgelegt“, sagt Herfort. Die EDV-Technik soll demnächst ebenfalls durch effizientere Anlagen ersetzt werden. „Außerdem bieten wir unseren Mitarbeitern und Kunden auch Schulungen zur Umweltbildung und zum Umweltbewusstsein an“, erklärt IMD-Qualitätsmanagerin Heike Seifarth. Das Unternehmen will auch künftig ein Vorbild für Umweltbewusstsein, Energieeffizienz und Qualitätsarbeit sein.
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H. Seifarth, Th. Herfort, R. Lehmann und A. Langholz im Laboreinsatz. Foto: W. Döll.

alt Wilko Döll

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