18.09.2009
Unternehmen: Innovation aus Tradition

BK - Kunststoffe Bernau GmbH (Foto: BK - Kunststoffe Bernau)
Seit 1998 hat das Unternhemen seinen jetzigen Standort am Stadtrand von Bernau.   Foto: BK - Bernauer Kunststoffe GmbH

15 Jahre BK – Kunststoffe Bernau GmbH.

„Genau zum 15-jährigen Jubiläum Anfang September war unsere neue Halle fertig“, sagt Christian Grünberg, Prokurist des Unternehmens und Sohn des Gründers Wolf Grünberg. „Da gab es dann auch passend zum Jubiläum die ersten Führungen durch die Halle“, so Christian Grünberg.

Der Hallenneubau ist nicht die erste Erweiterung des Unternehmens seit der Gründung im Jahr 1994. Denn die Geschichte des Unternehmens aus Bernau ist eine Erfolgsgeschichte. Angefangen hat alles vor 15 Jahren, als das seit den 1960er Jahren in Bernau ansässige Schichtpressstoffwerk geschlossen wurde. Damals entschied sich Wolf Grünberg gemeinsam mit Gerd Latka, die industrielle Tradition der Schichtstoffproduktion in Bernau fortzusetzen: Als Geschäftsführende Gesellschafter gründeten sie zusammen die BK – Kunststoffe Bernau GmbH. Fortan entwickelte und vertrieb  das Unternehmen, das damals zwei Mitarbeiter hatte,  technische Schichtstoffe für den europäischen Markt.

Das Erfolgsrezept: Seine Nische finden

„In den ersten Jahren nach der Gründung ist es uns gelungen, auf dem Markt Fuß zu fassen“, erinnert sich Wolf Grünberg an die Anfangszeit des Betriebes zurück. Den Erfolg des Unternehmens erklärt sich der Geschäftsführer dadurch, dass er und sein Partner Gerd Latka sich auf Nischenerzeugnisse spezialisiert haben. „50 Prozent unseres Umsatzes realisieren wir über spezielle Anwendungsbereiche, in denen unsere Produkte verwendet werden. Beispielsweise bei Energieerzeugungsanlagen, in der Automobilindustrie, im Flugzeugbau und im Verpackungsbereich“, berichtet Wolf Grünberg.

„Wenn man in einer Nische seinen Platz gefunden hat und sich eine Freigabe erkämpft hat, dann ist das ein Alleinstellungsmerkmal“, so der Senior, „das ist wichtig für ein kleines Unternehmen.“ Der BK – Kunststoffe Bernau GmbH ist es gelungen, die passenden Nischen zu finden. Heute hat das Unternehmen 25 Mitarbeiter und zwei Vertretungen in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen. Seit seiner Gründung hat sich das Unternehmen stetig verbessert und entwickelt, wofür es im Jahr 2006 den Zukunftspreis Ostbrandenburg erhielt.

Begonnen hatte der Betrieb 1994 auf dem Gelände des ehemaligen Schichtpressstoffwerkes, aber schon nach kurzer Zeit fiel die Entscheidung für ein eigenes Betriebsgebäude am Stadtrand Bernaus. Im Jahr 1998 war es so weit: Das neue Gebäude, bestehend aus Büroräumen und Fertigung, wurde bezogen. Die erste Erweiterung der Produktions- und Lagerfläche stand im Jahr 2005 an, die zweite Erweiterung dann in diesem Jahr: „Wir brauchten einfach mehr Platz, wollen in Bearbeitungs- und Prüftechnik investieren“, sagt Wolf Grünberg.    

Generationswechsel wird vorbereitet

In absehbarer Zeit werden die beiden Senioren die Geschäftsführung an die nächste Generation übergeben. Christian Grünberg ist  als Prokurist im Unternehmen tätig, bald wird er das Unternehmen gemeinsam mit dem bisherigen Betriebsleiter Martin Schäfer als Geschäftsführer leiten. Seit sechs Jahren arbeitet Christian Grünberg bereits bei der BK – Kunststoffe Bernau GmbH, hat dort schon seine betriebswirtschaftliche Diplomarbeit geschrieben. „Der Betrieb muss geordnet übergeben werden, die Kunden müssen die Nachfolger kennen, denn gerade bei mittelständischen Unternehmen ist der persönliche Kontakt wichtig“, ist Wolf Grünberg überzeugt.

Durch Qualität, Zuverlässigkeit und Fairness haben es Gerd Latka und Wolf Grünberg als Geschäftsführer-Duo geschafft, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. 400 Kunden hat der Kunststoffbetrieb, der ständig Fachkräfte für Lagerlogistik und Kaufleute für Groß- und Außenhandel ausbildet. Der Exportanteil bei der BK – Bernauer Kunststoffe GmbH liegt bei 15 Prozent, 85 Prozent aller Produkte verkauft das Unternehmen innerhalb Deutschlands. Damit fährt das Unternehmen gut. Die Branchen, die der Betrieb beliefert sind nicht so stark krisengeschüttelt, wenn man von der Automobilindustrie absieht. „Verpackungen werden immer gebraucht“, stellt Wolf Grünberg fest.

Natürlich habe dem Unternehmen gerade am Anfang der gute Ruf und das Image der Schichtstoffe aus dem Bernauer Schichtpressstoffwerk geholfen. „Wir führen innovativ die Produktideen weiter“, sagt Wolf Grünberg, der sich und sein Unternehmen in der Tradition des ehemaligen Bernauer Schichtpressstoffwerkes sieht. „Innovation aus Tradition – so lautet unsere  Strategie“, sagt Wolf Grünberg. Und so soll es auch nach der Übergabe des Staffelstabes an die nächste Generation bleiben.
BK - Kunststoffe Bernau GmbH (Foto: BK - Kunststoffe Bernau)
Die BK - Bernauer Kunststoffe GmbH will nach dem Hallenneubau in Bearbeitungs- und Prüftechnik investieren.   Foto: BK - Bernauer Kunststoffe GmbH

alt Sandra Hölscher

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