25.09.2009
Unternehmen: Schwarze Zahlen und grüne Ziele

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IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller (links) und Ministerpräsident Matthias Platzeck überreichten die EMAS-Urkunde an LEIPA-Geschäftsführer Hubert Schrödinger (Mitte). Foto: U. Werner

LEIPA GmbH Schwedt erhält von der IHK Ostbrandenburg EMAS-Urkunde für erstklassiges Umweltmanagement

„Versöhnung von Ökonomie und Ökologie bedeutet, dass der Schornstein raucht, aber nicht qualmt.“ – Mit dieser Bemerkung des „Die Welt“-Chefredakteurs Peter Gillies brachte Dr. Ulrich Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg (IHK) am Freitag in Schwedt auf den Punkt, was ihn gerade bewegt. Gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) überreichte Müller an die Geschäftsführung der LEIPA Georg Leinfelder GmbH Schwedt die EMAS-Urkunde für ein erstklassiges Umweltmanagement des Unternehmens.
Für den Ministerpräsident Platzeck macht LEIPA „dem seit 50 Jahren existierenden Papierstandort und heutigen Wachstumskern Schwedt alle Ehre“. Die Firma gebe 750 Menschen Arbeit und stelle sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten echten Zukunftsthemen. Hier würden „schwarze Zahlen und grüne Ziele wirklich in Einklang gebracht“, lobte Matthias Platzeck. Für ihn habe die Urkunde eigentlich einen goldenen Rahmen verdient, denn derzeit gebe es in Brandenburg erst 32 EMAS-Unternehmen.

Erneute Ehrung für Schwedter „Pappenbude“

EMAS steht als Abkürzung für „Environmental Management and Audit Scheme“, das Europäische Umweltmanagement-System. "Firmen unterwerfen sich damit freiwillig dem weltweit anspruchvollsten Umweltmanagement-System“, stellte IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller fest. Die traditionsreiche Firma LEIPA stelle alle Produkte zu 100 Prozent aus Altpapier her. LEIPA verarbeitet im Jahr etwa 820.000 Tonnen Altpapier. Der IHK-Präsident erinnerte daran, dass „die ‚Pappenbude’, wie das Unternehmen am Standort Schwedt liebevoll genannt wird, in den vergangenen Jahren in Umweltschutzmaßnahmen insbesondere in die Abwasserreinigung investierte.

Zu sensiblen Umweltbedingungen am Standort Schwedt bekannt

Zudem habe sich LEIPA beim Prozess-Management zur Verantwortung für die Umwelt und zu den sensiblen Umweltbedingungen am Standort Schwedt bekannt. Bereits seit 1996 ist das Unternehmen im Qualitäts- und Umweltmanagement nach DIN-ISO zertifiziert. Seit 2005 engagiert sich Rico Karolow als Leiter Umwelt bei LEIPA im IHK-Umweltausschuss, und 2007 wurde das Unternehmen Teilnehmer der Umweltpartnerschaft Brandenburg. „Dieser konsequente Einsatz für Umwelt und die Schonung der natürlichen Ressourcen wurde im Juli dieses Jahres mit der Verleihung des Umweltsiegels ‚Blauer Engel’ für die Magazinpapiere von LEIPA belohnt“, lobte Dr. Ulrich Müller.
Alle Vorgaben des EMAS müssen durch einen staatlich geprüften und unabhängigen Umweltgutachter kontrolliert werden. Erst wenn dieser die Einhaltung dieser Anforderungen bestätigt, kann die Eintragung in das EMAS-Register bei der zuständigen IHK erfolgen. Dr. Ulrich Müller verwies darauf, dass die Unternehmen, die sich an dieser Registrierung beteiligen, erhebliche organisatorische, personelle und nicht zuletzt finanzielle Aufwendungen haben. Zudem seien die Verpflichtungen, die die Firmen mit der Registrierung eingehen, durch kein Gesetz begründet sondern absolut freiwillig.

Intaktes Umweltmanagement wichtig für weltweite Vermarktung der Produkte

LEIPA-Geschäftsführer Peter Probst stellte fest, dass ein intaktes Umweltmanagement auch für die weltweite Vermarktung der Produkte seines Unternehmens eine immer größere Rolle spielt. Dazu werde auch das noch im Bau befindliche Kraftwerk für LEIPA seinen Beitrag leisten. „Wir präsentieren heute auch unseren Umweltbericht für das Jahr 2008. Daraus geht hervor, dass es uns gelungen ist, bei wachsendem Produktionsvolumen den Einsatz von Wasser, Dampf und Elektroenergie zu senken und den Ausstoß von Abwasser und Kohlendioxid zu reduzieren“, sagte Probst. Zugleich seien die Energiekosten für LEIPA in Schwedt im Zeitraum 2004 bis 2008 jährlich um rund 30 Millionen Euro gestiegen. Zudem würden die Netzentgelte in Schwedt rund zwei Millionen Euro über denen in den alten Bundesländern liegen. In Richtung Ministerpräsident und künftige Landesregierung forderte Probst, schnellstens bundeseinheitliche Netzentgelte einzuführen und energieintensiven Branchen einen finanziellen Ausgleich zuzuerkennen.

alt Uwe Werner

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