12.10.2009
Unternehmen: Der emotionale Vorgang des Loslassens

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Das Unternehmerpaar Laska in Lichterfelde sucht einen Nachfolger für ihr Fachgeschäft für Campingbedarf und Caravanzubehör.  Foto: N. Groß

Ein Unternehmerpaar sucht einen Nachfolger fürs Geschäft und hat bereits das Baurecht für dessen künftiges Wohnhaus besorgt.

„Den Yukon River runterpaddeln“, ist Franziska Laskas spontane Antwort auf die Frage, was sie denn im Ruhestand machen würde. In Kanada haben sie und ihr Ehemann noch nicht gecampt. Bis 1990 waren Campen und Paddeln ein Hobby der beiden Diplom-Landwirte. Bei der beruflichen Neuorientierung wurde das Wissen aus der Freizeitbeschäftigung zum Geschäft. Franziska und Manfred Laska eröffneten auf ihrem privaten Grundstück in Lichterfelde nahe Eberswalde ein Fachgeschäft für Campingbedarf und Caravanzubehör.

Anders als das Angebot im Baumarkt

Von Anfang an wurden hochwertige Waren angeboten. „Wir setzen uns so von den Baumärkten ab“, erklärt Franziska Laska den Unternehmenserfolg. Es kamen Gartenmöbel und Markisen hinzu. Manfred Laska hat sich zusätzlich auf die Technik von Gartenteichen und Schwimmbecken spezialisiert. In Eberswalde wurde ein Geschäft mit Markenbekleidung für Outdoor und Trekking eröffnet, das später in den Standort in Lichterfelde integriert wurde.
1995 wurde das neu gebaute Geschäftsgebäude bezogen. Auf mehr als 450 Quadratmetern Verkaufs- und 600 Quadratmetern Außenfläche können die Kunden Angebote in Augenschein nehmen und prüfen. Urlauber von den nahen Campingplätzen wie auch Stammkunden lassen sich gern bei Freizeit Laska beraten und kaufen ein.
Das soll auch in Zukunft so bleiben. Allerdings möchten sich die Eheleute Laska aus dem aktiven Geschäft verabschieden. Seit 2005 suchen sie nach einem Nachfolger.
Dabei wurde Manfred Laska klar, dass ein künftiger Betreiber mehr Fläche brauchen wird. Im Einzelhandel sind bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche genehmigungsfrei möglich. Der ehemalige Gemeindevertreter setzte sich für die Genehmigung eines  Bebauungsplanes ein, die vier Jahre dauerte. Wer heute Laskas Grundstück samt Verkaufsräumen kauft, hat bereits das Baurecht, eine gleich große Halle neben der bestehenden zu errichten. Ein Baurecht für Wohnhäuser existiert nun für das anschließende Baufeld von zirka 2.400 Quadratmetern. „Wer hier arbeitet, will ja auch hier wohnen“, erklärt Manfred Laska sein Engagement.

Das Geschäft ist regional verwurzelt

Seine Frau und er suchen nach einem Nachfolger für die Immobilie und das Unternehmen. Sicher, den Eheleuten Laska wäre am liebsten, dass der auch ihr Geschäft übernimmt. Doch sind beide realistisch. Wenn sich jemand ausschließlich für die Gewerbeimmobilien interessiert, ist auch die verhandelbar. „Das wäre aber schade“, sagt Manfred Laska. Das Angebot von Freizeit Laska passe gut ins Tourismuskonzept des Barnimer Landes.
Für die anstehende Geschäftsübergabe haben sich die Laskas breit aufgestellt: Ein Immobilienmakler hat ein detailliertes Exposé, bei dem auch die örtliche Strukturentwicklung berücksichtigt ist, erstellt und veröffentlicht. Laskas wandten sich an ihre Gemeinde Schorfheide, falls sich da ein Investor meldet. Auch beim Handelsverband Berlin-Brandenburg fand Manfred Laska Unterstützung.
Und er kam in die Industrie- und Handelskammer zu Uta Häusler, verantwortlich für Unternehmensnachfolge. Sie lobt: „Die Laskas  haben sich strategisch langfristig gut vorbereitet und das Geschäft sowie den Standort entwickelt.“ Jetzt werden die Unternehmensdaten  in die Nachfolger-Such-Börse www.nexxt-change.de eingepflegt. Die IHK nutzt ihr Netzwerk, um potenzielle Unternehmenseinsteiger zu finden.

Der künftige Besitzer gibt die Form der Nachfolge vor

Hinsichtlich der Art und Weise der Unternehmensnachfolge sind die Eheleute Laska völlig offen. „Wir begleiten den Nachfolger bis er seinen Stil gefunden hat“, betont Manfred Laska. Franziska Laska würde auch gern noch halbtags arbeiten. Die Kunden müssten sich nicht kurzfristig an einen neuen Inhaber gewöhnen. Aber es ist auch möglich, dass sich das Unternehmerpaar von heute auf morgen komplett zurückzieht.
Manfred Laska hat keine Sorge aufzuhören: “Wir beschäftigen uns ja schon lange mit dem Gedanken. Den emotionalen Vorgang des Loslassens haben wir schon hinter uns.“ Er blickt lieber nach vorn und sieht sich schon als Trainingspartner seiner Ehefrau, wenn diese den Triathlon 2010 in Budapest in Angriff nimmt.

alt IHK/Norma Groß

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