Verkehrslandeplatz Eisenhüttenstadt – Frankfurt (Oder) fördert Entwicklung der Region
Lakshmi Mittal ist der wohl bekannteste und wichtigste Passagier, der bislang auf der langen Asphaltpiste bei Pohlitz landete. Der Präsident des weltgrößten Stahlkonzerns Arcelor-Mittal kam mit einer Dornier 328 in die Region und nutzte dafür den Verkehrslandeplatz Eisenhüttenstadt – Frankfurt (Oder). „Der Geschäftsreiseverkehr hat sich bei uns in den vergangenen Jahren stabil entwickelt“, sagt Eckhard Pohle, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft. Allein im vergangenen Jahr gab es 1.220 Starts und Landungen von Flugzeugen mit Managern an Bord. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 7500 Flugbewegungen gezählt.Der Flugbetrieb auf der zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) gelegenen Anlage bei Pohlitz hat eine lange Tradition. Segelflieger nutzten schon seit den fünfziger Jahren eine alte Graspiste für ihr Hobby. Nach den Wendeturbulenzen übernahm 1993 schließlich die Flugplatzgesellschaft Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder) mbH das Gelände. Neben den beiden Städten gehören noch der Landkreis Oder-Spree und die Gemeinde Siehdichum zu den Gesellschaftern. „Wir sind heute eine wichtige Infrastruktureinrichtung im Wachstumskern Frankfurt/Eisenhüttenstadt“, betont Pohle.
Flugbetrieb rund um die Uhr möglich
Der alte Grasplatz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem kleinen, aber überaus feinen Verkehrslandeplatz entwickelt. Die alte Landebahn wurde asphaltiert und auf 1200 Meter Länge ausgebaut. Dazu gibt es eine Nachtbefeuerung. „Hier können rund um die Uhr Flugzeuge mit einem Gewicht von 14 Tonnen starten und landen“, erzählt der Flugplatzchef. Zum neuen Empfangsgebäude mit dem schmucken Tower kamen noch Tankanlagen für Flugzeuge und mehrere Hallen zum Abstellen der Maschinen hinzu. Drei feste Mitarbeiter sichern den Flugbetrieb ab.
Hauptsächlich wird der Verkehrslandeplatz von Geschäfts- und Sportfliegern genutzt. Hinzu kommen aber auch noch einige touristische Angebote. So starten beispielsweise Charter- und Rundflüge in Pohlitz. Auf dem Gelände sind außerdem Firmen tätig, die Service- und Dienstleistungen rund um die Flugzeuge und den Flugbetrieb anbieten. Der Platz hat nach den Modernisierungen seine Starts und Landungen erst deutlich gesteigert und dann stabilisiert.
Gerichte entscheiden über Flugplatzpläne
Trotzdem schaut Geschäftsführer Eckhard Pohle nicht immer glücklich aus. „Wir wollen einen nächsten Entwicklungsschritt vollziehen und unseren Piloten den Instrumentenflug anbieten.“ Bislang wird der Platz nur auf Sicht angeflogen. Mit dem Instrumentenflug könnten Flugzeuge aber unabhängig von der Wolkenhöhe und Wolkendichte den Platz ansteuern. In der Luftfahrtkonzeption des Landes ist diese Möglichkeit für Eisenhüttenstadt vorgesehen. „Trotzdem hat uns das Land den Instrumentenflug abgelehnt“, schimpft Eckhard Pohle. „Das ist besonders ärgerlich, weil das Land einerseits Genehmigungsbehörde für Flugplätze ist und andererseits mit Schönefeld selbst einen Flugplatz betreibt.“ Jetzt versucht die Gesellschaft, über das Verwaltungsgericht die Genehmigung für den Instrumentenflug zu erhalten. Das Verfahren aber kann Jahre dauern.
Eckhard Pohle vermisst vom Land eine Koordinierung zwischen den kleinen Flugplätzen. „Die sehen in uns immer nur eine Konkurrenz für Schönefeld und liegen damit völlig falsch“, betont der Geschäftsführer. „Hier sollen und werden nie die großen Jets landen, sondern immer nur die kleinen Geschäfts- und Sportflieger starten.“ Die aber stören in Schönefeld den Flugbetrieb der großen Maschinen nur und sind deshalb dort überhaupt nicht gern gesehen. Außerdem würde die Zulassung des Instrumentenflugs in Pohlitz auch die Zahl der Starts und Landungen erhöhen und somit die Wirtschaftlichkeit des Verkehrslandeplatzes verbessern. „Das wiederum würde natürlich auch unsere Gesellschafter freuen.“
Flugplatzchef E. Pohle. Foto: W. Döll.
Wilko Döll

