17.11.2009

Hand aufs Herz? Das reicht oft nicht.

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Anwendung eines AED zur Lebensrettung.  Quelle: Cardiac Science Corp.

Defibrillatoren helfen bei plötzlichem Herzstillstand, auch am Arbeitsplatz.

Modernste Medizintechnik hilft wirksam gegen den plötzlichen Herztod, der häufigsten Todesursache in Deutschland. Ausgebildete Ersthelfer am Arbeitsplatz sowie geeignete Herzrettungsgeräte in Unternehmen sorgen dafür, dass die wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen verbracht wird.
Täglich werden in Deutschland zirka 460 Menschen Opfer des plötzlichen Herztods - das heißt durchschnittlich alle drei Minuten eine Person. Die betroffenen Personen brechen plötzlich zusammen und bleiben bewusstlos liegen. Die meisten Fälle, die ein Laie nun als Herzstillstand wahrnimmt, sind aber gar keine eigentlichen Herzstillstände, sondern sogenanntes Kammerflimmern. Dabei ist die Person nicht ansprechbar und atmet nicht. Folgerichtige Handlung: Herzdruckmassage und Beatmung. Die Chance, damit das Kammerflimmern zu beenden, ist allerdings gering.

Elektroschock für das Herz

Ein flimmerndes Herz kann in fast allen Fällen nur durch einen Elektroschock wieder in den korrekten Rhythmus versetzt werden. Diesen Elektroschock können mit sehr hoher Sicherheit elektrische Herzrettungsgeräte, sogenannte AEDs (Automatischer Externer Defibrillator) abgeben. Sie sind von Laien und trainierten Ersthelfern problemlos bedienbar. Die durchzuführende Herz-Lungen-Wiederbelebung hält dabei den Kreislauf und damit die Sauerstoffversorgung des Gehirns hilfsweise aufrecht und trägt damit zur wirksamen Erhöhung der Überlebenschance des Betroffenen bei.

Große Hallen, verwinkelte Gebäude - weite Rettungswege

Der Kampf gegen den plötzlichen Herztod ist zu allererst ein Kampf gegen die Zeit. Bereits nach drei bis fünf Minuten sind die ersten Hirnschäden irreparabel. Meist dauert es bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu lange; auch unter Berücksichtigung der Anfahrtswege, der großen Hallen oder verwinkelten Gänge und Gebäude. Daher sind immer mehr Leiter von Firmen, Instituten oder Behörden bereit, in die lebensrettende Technik vor Ort sowie in die Erste-Hilfe-Ausbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Mittlerweile sind AEDs für deutlich unter 2.000 Euro erhältlich. Ein großer Teil der Kosten für die Erste-Hilfe-Ausbildung wird von den Berufsgenossenschaften übernommen.

Standortvorteil „Herzsicheres Unternehmen“

Zahlreiche Projekte laufen in Deutschland derzeit in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten. Die Ergebnisse zeigen, dass Mitarbeiter die Investition in die Herzsicherheit am Arbeitsplatz positiv aufnehmen, sich darüber hinaus mit ihrem Unternehmen besser identifizieren. Die vielen aktiven Ersthelfer im Unternehmen werden durch die Rettungsdienste im Bereich der Ersten Hilfe unter aktiver Einbeziehung der Gerätebenutzung ausgebildet. Hierfür wurden vor kurzem die Richtlinien zur Durchführung der Erste-Hilfe-Ausbildung deutschlandweit angepasst.

Hinweisschild auf einen öffentlichen Defibrillator

alt Friedemann Gillert, Geschäftsführer der Gillert Medizintechnik e.K.

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