Wirtschaftsjunior Frank Heinrich. Foto: W. Döll
Wirtschaftsjunior hat die Chancen und Reserven seiner neuen Heimatstadt entdeckt.
Der 27-Jährige kam nach seinem Studium der Betriebswirtschaftlehre im vergangenen Herbst aus dem südöstlichen Brandenburg an die Oder. Hier arbeitet er bei der Wochenzeitung „ Der OderlandSpiegel“ als Assistent der Geschäftsführung. „In Frankfurt herrscht momentan eine sehr euphorische Stimmung“, freut sich Frank Heinrich. „Die neuen Solarfabriken sorgen für Optimismus in der Stadt.“Der diplomierte Betriebswirt weiß, worüber er spricht. Weil die Unternehmen der Region zunehmend Mitarbeiter suchen, werden in seiner Zeitung wieder mehr Stellenanzeigen gedruckt. „Von solchen Wirtschaftsansiedlungen profitieren eben nicht nur die Beschäftigten in den neuen Fabriken, sondern auch die Unternehmen und die Einwohner aus dem Umland“, sagt Heinrich.
Über die Wirtschaftsjunioren Kontakte knüpfen
Der junge Mann lebt erst wenige Monate hier, ist noch nicht fest verwurzelt mit der Gegend und sucht hier noch sein Zuhause. Durch einen Bekannten stieß er auf die Frankfurter Wirtschaftsjunioren. Er besuchte erst einige Veranstaltungen der jungen Unternehmer und schloss sich dann als Mitglied der besonderen Gemeinschaft an. „Ich möchte so die Region besser kennen lernen und bei den Wirtschaftsjunioren auch berufliche und persönliche Kontakte knüpfen“, erzählt Frank Heinrich. Er freut sich über die Weiterbildungsangebote, die Firmenbesuche und die Vorträge zu Wirtschaftsthemen in der Runde der jungen Unternehmer. Er selbst könnte anderen Wirtschaftsjunioren vielleicht Tipps und Hinweise für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit ihrer Unternehmen geben.
In Sachen Öffentlichkeitsarbeit hat er auch in seiner neuen beruflichen Heimat eine positive Entwicklung bemerkt. „Nach der Chipfabrikpleite wurde in Frankfurt erst über die neuen Solarfabriken geredet, als die auch wirklich sicher waren“, lobt der Verlagsmitarbeiter. Trotzdem sieht er in der Region auch noch einige Reserven. „Frankfurt und Eisenhüttenstadt müssen sich endlich als eine gemeinsame Wirtschaftsregion betrachten und nicht immer als Konkurrenten auftreten.“ Geradezu als kleinkariert empfand er den Streit über den Ausbildungsort einiger Lehrlinge für die neuen Solarfabriken. „Ob die nun in Frankfurt oder Eisenhüttenstadt ihre Lehre aufnehmen, ist doch für die Region insgesamt egal, wenn die Leute von hier sind und auch hier bleiben“, betont er.
Auch die Verbindung zwischen den beiden größeren Nachbarorten könnte besser sein. „Die Bundesstraße sollte endlich komplett ausgebaut werden“, fordert der Wirtschaftsjunior. Über die Verkehrslösungen in Frankfurt selbst ist der Hinzugezogene auch nicht glücklich. „Der ständige Stau vor der Grenzbrücke teilt die Stadt und vermindert die Lebensqualität für die Einwohner hier“, findet Frank Heinrich. Außerdem wundert er sich über die unendliche Diskussion über den Stadtumbau in Frankfurt. „Die eigentlich schöne Stadt könnte durch den Abriss einiger hässlicher Plattenbauten doch nur gewinnen.“
Wilko Döll

