24.03.2010
Service: Der Code gegen den Baumaschinenklau

Baumaschinen Code

Deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt startet im Polizeipräsidium Frankfurt (Oder)

„Eigentlich ist es egal, wie teuer ein Gerät ist“, sagt Bauunternehmer Steffen Wagner. „Entscheidend ist, wie wichtig es für mich auf der Baustelle ist. Wenn es plötzlich nicht mehr da ist, geht eine Verkettung von vielen Umständen los, die mir weitaus mehr Geld kostet.“ Der Inhaber eines Betriebes für Straßen-, Tief und Rohrleitungsbau will alle seine gravierbaren Maschinen von der Polizei codieren lassen. „Das Nivelliergerät zum Beispiel kostet nur 70 Euro. Aber wenn es geklaut ist, können wir nicht weiterarbeiten“, erklärt er. Ob das feinmechanische Gerät der Gravierung stand hält, muss noch geprüft werden.

Der Code erklärt sich selbst

Im Gebiet des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder) wurde dieser Tage mit dem Codieren von Baumaschinen begonnen. Das Verfahren ist von der seit Jahren praktizierten  Fahrradcodierung abgeleitet. Mit dem Markiergerät wird mit einer Nadelschlagtechnik eine Individualnummer ins Gerät graviert.  Auch konkave wie konvexe Flächen sind bearbeitbar. Eingraviert wird eine dem Unternehmen  zuzuordnende Zahlen- und Buchstabenkombination. Sie beginnt mit der Abkürzung des Landkreises und endet mit den Namensinitialen des Unternehmers. „Diese Individualnummer kann jeder Polizist sofort decodieren. Sie ist selbsterklärend“, erklärt Polizeihauptkommissarin Katrin Gassner. „Das hat den Vorteil, dass sie nicht registriert werden muss.“

Markierung der Baumaschinen ist kostenfrei

Jeder der sieben Schutzbereiche im Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) ist nun mit einem Graviergerät ausgestattet. Die Mitarbeiter für Prävention kommen auf Anforderung in die Unternehmen und markieren die Baumaschinen kostenlos. Die Polizisten sind über die Website der Internetwache Brandenburg, Stichwort "Prävention" zu erreichen. Dieser Dienst der Polizei ist für Unternehmer kostenlos.

Einfach, schnell, preiswert

„Es ist eine einfache, schnelle und preiswerte Methode des Eigentumsnachweises“, schätzt Dr. Knuth Thiel, IHK-Sicherheitsexperte und Geschäftsführer des Arbeitskreises für Unternehmenssicherheit (AKUS), ein. Die Zahl der Fälle von Baumaschinendiebstählen seien zwar nicht besorgniserregend, "aber im Einzelfall kann es für den Unternehmer die Existenz kosten". Im vergangenen Jahr wurden 542 Baumaschinendiebstähle im Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) registriert. Sie verursachten insgesamt einen materiellen  Schaden von etwa 1,5 Millionen Euro. Vier Delikte waren jeweils kostspieliger als 50.000 Euro.
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Bauunternehmer St. Wagner beobachtet Kriminaloberkommissar D. Gräfling beim Gravieren seiner Rüttelplatte.  Fotos (2): N. Groß

alt IHK/N. Groß

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