12.04.2010
Blickpunkt: Stabilität und Zukunft durch Branchenvielfalt

Ralf Christoffers (Foto: ariadne an der spree)
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers.  Foto: ariadne an der spree

Initiative „Starke Standorte“ der Landesregierung macht in Eberswalde Halt

Insgesamt 15 Regionale Wachstumskerne (RWKs) gibt es im Land Brandenburg. Einer von ihnen ist die Stadt Eberswalde im Landkreis Barnim, der nun im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Starke Standorte“ einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Eberswalde, und damit um unsere Zukunft“, so begrüßte der Moderator des Abends, Dietmar Rietz, Redaktionsleiter der Märkischen Oderzeitung in Eberswalde, die zahlreichen interessierten Bürger und Unternehmer im Plenarsaal des Paul-Wunderlich-Hauses.

Ralf Christoffers, Minister des Landes Brandenburg für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, sieht die Zukunft Brandenburgs positiv. „Die RWKs haben sich gut entwickelt“, so der Minister. In den 2005 ausgewählten Wachstumskernen seien Prozesse in Gang gesetzt worden, die jeweiligen Akteure vor Ort engagierten sich in hohem Maß für ihre Region, berichtete Christoffers. In Eberswalde hob er neben den Branchenkompetenzfeldern die Fachhochschule hervor, die ein klarer Standortvorteil der Stadt sei.

Positive Entwicklung in Eberswalde

Ende des Jahres werde sich – nach der anstehenden Evaluation der RWKs – entscheiden, welche Regionen den Status und damit die Förderung eines Wachstumskernes behielten und welche gegebenenfalls ausgetauscht würden, erklärte er. Durch die Auswahl der RWKs ist auch ein Wettbewerb zwischen den Regionen entstanden, der sich positiv auf die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung, aber auch kulturellen Angebote der einzelnen Standorte auswirkt. Sein Fazit für die vergangenen fünf Jahre der Stadt Eberswalde: „Eberswalde hat eine positive Entwicklung als Regionaler Wachstumskern genommen.“

Neben den RWKs setzt Ralf Christoffers auf die Innovationskraft des Landes und seiner Regionen. „Brandenburg hat Potenzial, daraus muss etwas gemacht werden.“ Erreichen will er dies etwa durch ein gemeinsames Innovationskonzept mit Berlin, denn die Region Berlin-Brandenburg sei ein starker internationaler wissenschaftlicher Standort.

Stolz auf das Erreichte

Der Wirtschaftsstandort Eberswalde, der mit seiner Fachhochschule auch Wissenschaftsstandort ist, zeichnet sich durch seine Branchenvielfalt aus. Insgesamt verfügt die Kreisstadt über acht Branchenkompetenzfelder, darunter die Branchen Automotive, Ernährungswirtschaft, Metall und Papier. Friedhelm Boginski, Bürgermeister der Stadt Eberswalde, betrachtet Wirtschaftsförderung als Chefsache und ist stolz auf das Erreichte: „Wir haben attraktive Gewerbeflächen, ein gute Infrastruktur und die weichen Standortfaktoren machen den Standort einmalig.“ Als zukünftige Herausforderung benannte er das Thema Fachkräftesicherung – Stadt und Unternehmen müssten es schaffen, Fachkräfte nach Eberswalde zu holen, so der Bürgermeister.

Christian Ramm, Leiter der Agentur für Arbeit Eberswalde, gab Boginski Recht: „Das wirtschaftliche Wachstum einer Region wird in Zukunft davon abhängen, wie gut es Unternehmen und Regionen gelingt, Arbeitskräfte zu halten“, so Ramm. Den Punkt Fachkräftemangel sprachen auch Thomas Compart, Geschäftsführer der Finow Rohrsysteme GmbH, Volker Nilsson, Werkleiter der DB Fahrzeuginstandhaltung in Eberswalde, und Rüdiger Platz, Geschäftsführer vom Unternehmensverband Barnim. Sie waren sich darin einig, dass schon heute vielfach Fachkräfte fehlen und sich die Situation in den kommenden Jahren zuspitzen wird. Unternehmen müssen sich folglich vermehrt der Fachkräftegewinnung und –sicherung widmen.

Auch wenn es noch einiges zu tun gibt, so ist Eberswalde doch auf einem guten Weg. „Eberswalde setzt auf Wirtschaftswachstum, denn nur so werden Arbeitsplätze geschaffen,“ lautete das Fazit von Dietmar Rietz für die Veranstaltung. Arbeitsplätze schaffen, Fachkräfte sichern, auf weiche Faktoren wie Bildung und Kultur setzen und weiterhin Stärken stärken – darauf baue Eberswalde auch in Zukunft, erklärte Boginski. An Minister Christoffers gerichtet merkte er an, dass seine Stadt das klare Ziel habe, ein regionaler Wachstumskern zu bleiben.

RWK Eberswalde 2
Gut besucht: Viele Interessierte kamen zu der Veranstaltung in Eberswalde.  Foto: S. Hölscher

alt Sandra Hölscher

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