22.3.2007
Unternehmen: Per Flug zum Erfolg

Kapi Flugzeug
Holger Kalinka mit den Datenrecordern für Flugzeuge.  Foto: W. Döll

Der Zukunftspreisträger KAPI will mit neuen Produkten Marktpositionen ausbauen.

Holger Kalinka versteht noch immer nicht, warum nicht vor ihm jemand auf seine Geschäftsidee kam. „Die großen Verkehrsflugzeuge sind alle mit einer Blackbox unterwegs und sammeln darin sämtliche Flugdaten, in den kleinen Privat- oder Sportflugzeugen aber fehlt eine solche Box“, wundert sich der Produkt- und Servicemanager der KAPI electronics GmbH in Eberswalde. Also hat der leidenschaftliche Sportflieger gemeinsam mit seinem Partner Andreas Pilawski solche Datensammler für Kleinflugzeuge entwickelt und für die Produktion vorbereitet. Der eine kümmert sich um die Hartware und der andere entwirft die für den Betrieb des Flugdatenrecorders nötige Software. Idee und Verfahren sind inzwischen patentiert.

„Mit unseren Systemen können wir alle Motordaten des Flugzeuges, die Geschwindigkeit, den genauen Kurs, die Starts und Landungen sowie viele weitere Daten des Fluges sekundengenau erfassen“, erklärt Holger Kalinka. Der Flugzeugbesitzer erhält damit ein unbestechliches und supergenaues technisches Tagebuch und kann somit den Einsatz seiner Maschine und den Umgang damit überprüfen. Die im Flug gesammelten Daten werden mit einer speziellen Software anschließend am Computer genau ausgewertet. Charterunternehmen, Versicherungen und Fluglehrer erhalten so wichtige Informationen zum Zustand des Flugzeuges und zu den Handlungen seines Piloten. „Ein Fluglehrer kann so genau sehen, ob sein Schüler die vereinbarten Flughöhen oder Flugrouten eingehalten hat, ein Besitzer kann an Hand der Motordaten erkennen, ob ein Charterpilot die Maschine schonend oder ständig unter Höchstbelastung geflogen ist.“

Zum Zukunftspreis gab es nun eine Kristallstele

Für die Entwicklung des Flugdatenrecorders hat KAPI schon im Jahr 2004 den Zukunftspreis der IHK Frankfurt (Oder) und der Märkischen Oderzeitung erhalten. Weil das vierköpfige Unternehmen seine Entwicklungen ausgebaut hat, gab es jetzt als Anerkennung eine Stele zum Zukunftspreis hinzu. Sie wurde vom IHK-Sprecher Thilo Kunze übergeben. „Wir haben damals unseren Datensammler für Flugzeuge entwickelt und setzen den nun mit neuen Anpassungen auch in anderen Bereichen ein“, sagt Holger Kalinka. Schuld daran ist sein Partner Andreas Pilawski. Der ist kein Flieger, sondern ein leidenschaftlicher Segler. „Was lag also näher, als auch einen Datenrekorder für Yachten zu entwickeln“, stellt Kalinka lapidar fest. Beide Datenrekorder werden in verschieden Varianten im europäischen Luftraum und auf den Meeren des Kontinents getestet.

Inzwischen haben die beiden Tüftler auch den Boden für ihre Technik entdeckt. Demnächst werden bei der Berliner S-Bahn Streckendaten mit Sensoren und Recordern von KAPI erfasst und gesammelt. In Polen werden künftig Sensoren aus Eberswalde beim Bau der neuen Autobahn in den Beton eingefügt. „Damit sollen die Belastungen der Piste und die Veränderungen der Eigenschaften des Betons erfasst und ausgewertet werden“, erklärt Kalinka.

Partner unterstützten erfolgreiche Firma

Die kleine Firma KAPI hat ihren Platz am Markt gefunden. Gute Ideen, Können und Wissen, viel persönlicher Einsatz und auch die Unterstützung von Partnern haben dem jungen Unternehmen den Start erleichtert. „Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (Oder) war für uns da, wenn wir sie benötigten, die Zukunftsagentur Brandenburg hat geholfen und auch die Banken spielten mit“, blickt Holger Kalinka zurück.

Demnächst beginnt ein neuer Abschnitt für die KAPI GmbH. Mit Beginn des kommenden Jahres läuft die Förderung für die kleine Firma aus. Holger Kalinka und Andreas Pilawski gehen diese Phase ohne Angst, aber mit Respekt an. Ihre Produkte werden seit längerer Zeit schon auf Messen präsentiert. So wird der Flugdatenrecorder im April auf der AERO in Friedrichshafen am Bodensee vorgestellt. Außerdem sind die Unternehmer mit ihrem Produkt schon von Eberswalde aus zu vielen Flugzeugbesitzern und Flugsportzentren in ganz Deutschland geflogen. Der Weg dorthin war ganz einfach, denn die Start- und Landebahn des Eberswalder Flugplatzes liegt direkt vor der Firmentür von KAPI. „Die Kunden können also auch direkt zu uns fliegen, wir bauen den Flugdatenrecorder ein und schon geht es zurück zum Ausgangsort.“
Kapi Preis
Th. Kunze, A. Pilawski und H. Kalinka bei der Preisübergabe.  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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