23.3.2007
Unternehmen: Forschung auch für kleine Firmen interessant

Auteam Georg Bethin
AUTEAM-Chef G. Bethin.  Foto: W. Döll

Das Fredersdorfer Unternehmen AUTEAM forscht zusammen mit Partnern in der Kristallzüchtung.

„Wir entwickeln dafür die neuen Steuerungsanlagen“, erklärt Georg Bethin mit stolzer Stimme. Der Geschäftsführer aus Fredersdorf beteiligt sich mit seiner AUTEAM Industrie-Elektronik GmbH an einem länderübergreifenden Forschungsprojekt. Berlin und Brandenburg fördern gemeinsam das Projekt. „Wir wollen herausfinden, wie Magnetfelder die Züchtung von Kristallen beeinflussen.“ Siliziumskristalle sind ein wichtiger Ausgangsstoff für viele mikroelektronische Bauteile und sie werden auch bei der Produktion von Solarzellen benötigt. Wer diese Kristalle kostengünstiger bei besserer Qualität als andere Hersteller produziert, besitzt einen Marktvorteil. Das Berliner Institut für Kristallzüchtung und das Unternehmen steremat elektrowärme suchen gemeinsam nach neuen Produktionsmethoden. Für die Steuerung der Kristallzüchtungsanlagen holten sich die Partner die kleine Fredersdorfer Firma AUTEAM mit in das Projekt.

Die besitzt große Erfahrungen mit der Steuerung von Maschinen und Anlagen. 1990 haben Ingenieure und findige Tüftler das Unternehmen gegründet. Zehn Mitarbeiter beschäftigt die kleine Firma heute. Sie entwickeln und projektieren Steuerungen, programmieren die dazu nötige Software und bauen auch die Schaltschränke für die Steuerungsanlagen. „Wenn uns ein Maschinenbauer um eine Steuerung bittet, können wir zwei bis drei Wochen nach dem Anruf das passende System für seine Anlage liefern“, sagt der Geschäftsführer.

Für Innovationen mit Zukunftspreis geehrt

Schon im Jahr 2004 hat das Unternehmen für seine innovative Arbeit von der IHK Frankfurt (Oder) und der Märkischen Oderzeitung den Zukunftspreis erhalten. „Dieser Preis war für uns eine wichtige Anerkennung, zeigte er doch, dass wir mit unseren Leistungen auch öffentlich wahr genommen werden“, erzählt Georg Bethin. Bei den Kommunal- und Regionalpolitikern vermisst er mitunter diese Aufmerksamkeit für die Wirtschaft und damit für die Arbeitgeber der Region. Seit der Preisvergabe vor fast drei Jahren hat sich das Unternehmen kontinuierlich entwickelt. IHK-Sprecher Thilo Kunze übergab deshalb dem Geschäftsführer von AUTEAM eine Stele zum Zukunftspreis.  

Stapelanlagen sind ein Spezialfeld von AUTEAM. Steuerungen aus Fredersdorf sorgen beispielsweise dafür, dass Holzbearbeitungsmaschinen am Beginn einer Produktionskette hölzerne Rohlinge aufnehmen, sie der Säge oder anderen bearbeitenden Maschinen zuführen und das fertige Teil dann am Schluss der Produktionskette sauber gestapelt ablegen. Natürlich laufen diese Prozesse automatisch ab. Das Prinzip wird auch bei der Herstellung von Fenstern oder anderen Serienprodukten eingesetzt. „Da unsere Kunden ihre Maschinen weltweit ausliefern, sind auch unsere Steuerungen in der ganzen Welt zu finden.“ Manchmal gibt es für die Steuerungsexperten auch Feuerwehraufträge. So stand beispielsweise bei einem Bettgestellhersteller in Österreich nach dem Ausfall der Maschinensteuerung die Produktion still. „Wir lösten das Problem innerhalb kurzer Zeit und sicherten dem Hersteller damit seine Produktion.“ In der Zeit zwischen den beiden Auszeichnungen hat die Fredersdorfer Firma weltweit rund 50 Steuerungen für Maschinen und Anlagen ausgeliefert.

Firma legt Wert auf Angebotsvielfalt

Steuerungen von AUTEAM sind aber auch in kommunalen und Versorgungsunternehmen im Einsatz. Die Firma hat auch für Wasser- und Abwasseranlagen die nötigen Steuerungen im Angebot. Bei Regen steuern im Berliner Tiergartentunnel beispielsweise Anlagen aus Fredersdorf die Pumpen für den Wasserabfluss. „Wir haben uns mit unseren Steuerungen nicht auf einen Abnehmer und auch nicht auf eine Branche fixiert. So erhöhen wir unsere Absatzchancen und damit sichern wir unsere Marktposition“, sagt Geschäftsführer Georg Bethin.
Auteam Preis
G. Bethin erhält von Th. Kunze die Auszeichnung.  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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