Mix aus Natur, Aktion, Kultur und Geschichte lockt immer mehr Gäste ins Land
„Gerade im Krisenjahr haben wir einen neuen Rekord aufgestellt.“ Dieter Hütte strahlt übers ganze Gesicht. Fast 10,3 Millionen Gäste übernachteten im vergangenen Jahr in Brandenburg. „Das sind 0,8 Prozent mehr als im Jahr davor“, rechnet der Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH vor. Die Einbrüche im Geschäfts- und Tagungstourismus wurden durch eine gestiegene Inlandsnachfrage ausgeglichen. Der positive Trend setzt sich seit Jahresbeginn fort. Bei den Besuchern und den Übernachtungen wurden deutlich höhere Zahlen als im gleichen Vorjahreszeitraum erreicht. „Unsere Ausrichtung auf Qualität und touristische Themen haben sich bewährt.“Der große Vorzug Brandenburgs ist die Lage. „Rund um den Ballungsraum Berlin-Potsdam finden wir eine vielfältige Landschaft“, erklärt Hütte. „Dort, wo es uns gelingt, historische und kulturelle Highlights mit den Reizen der Natur zu verknüpfen und gleichzeitig auch den aktiven Gast anzusprechen, werden unsere Angebote gern genutzt.“ Brandenburg setzt deshalb besonders auf den Städtetourismus und die natürlichen Reize der Region.
Erfolgsmodell Radtourismus
Zu einem Erfolgsschlager entwickelte sich in den vergangenen Jahren der Radtourismus. Das gut ausgebaute Radwegenetz ist inzwischen rund 7000 Kilometer lang. Es gibt Touren durch historische Stadtkerne und entlang der Flüsse, regionale Radrouten und die Fernradwege. „Auch beim Radtourismus setzen wir auf Qualität“, betont TMB-Geschäftsführer Dieter Hütte. Immerhin neun Radwege im Land tragen inzwischen ein vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub verliehenes Gütesiegel. Rund 350 Herbergsbetriebe an den Strecken werben mit dem „Bett & Bike“-Symbol. Seit dem Frühjahr informiert die Tourismus-Marketing-Gesellschaft mit einer neuen Broschüre über das Radeln.
Der Tourismus in Brandenburg verfügt durchaus noch über Reserven. „Überall dort, wo die Anbieter touristischer Leistungen mit den Tourismusvereinen und den Regionen eng zusammenarbeiten, stellt sich Erfolg ein“, betont Dieter Hütte. Wer aber allein seinen Weg gehen will, bekommt Probleme. „Der Stadt Frankfurt (Oder) beispielsweise ist der Ausstieg aus dem regionalen Tourismusverein überhaupt nicht bekommen.“ Dieter Hütte plädiert deshalb für mehr Zusammenarbeit zwischen den Touristikern. „Was dabei herauskommen kann, zeigen Brandenburgs Erfolgsregionen.“ Das Seenland Oder-Spree war im vergangenen Jahr mit fast zwei Millionen Übernachtungen das beliebteste Reisegebiet im Land. Deutliche Zuwächse erreichte das Ruppiner Land und das gerade entstehende Lausitzer Seenland wird künftig Touristenscharen anziehen.
D. Hütte, Geschäftsführer der TMB-Gesellschaft. Foto: W. Döll.
Wilko Döll

