Schaltwarte der Papiermaschine 4 bei Leipa Foto: W. Döll
Der Papierhersteller LEIPA GEORG LEINFELDER GmbH Schwedt und das Land Brandenburg setzen sich gemeinsam für eine ökologisch ausgerichtete Produktion ein.
„Es ehrt uns, dass unser Einsatz für eine gesunde Umwelt honoriert wird“, sagte Dr. Hubert Schrödinger, Geschäftsführender Gesellschafter von LEIPA bei der Übergabe der Urkunde zur Umweltpartnerschaft. Das Land Brandenburg ist seit 1999 bereits 48 Umweltpartnerschaften mit Unternehmen in der Mark eingegangen. „LEIPA und die anderen Umweltpartner leisten im Bereich Umweltschutz und Ökologie mehr, als ihnen die Gesetze vorschreiben“, lobte Dietmar Schulze, Staatssekretär im Brandenburger Ministerium für Umweltschutz. „Durch freiwillige Umweltleistungen schaffen diese Unternehmen eine funktionierende Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie.“Die beiden Produktionsstandorte von LEIPA in Schwedt und Schrobenhausen sind nach dem Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Einige Spezialpapiere des Unternehmens tragen das Umweltzeichen Blauer Engel. Obwohl LEIPA in Schwedt immer mehr Papier herstellt, geht das Unternehmen mit den Ressourcen immer effektiver um. Rund 730.000 Tonnen Papier wurden im vergangenen Jahr von Schwedt aus in die ganze Welt geliefert. Das waren 50.000 Tonnen mehr als im Jahr davor.
Produktion erhöht, Ressourcenverbrauch gesenkt
In der gleichen Zeit aber hat das Unternehmen auch seine Umweltbilanz enorm verbessert. Für die Papierproduktion wurden fast 700.000 Tonnen Altpapier eingesetzt, rund 90.000 Tonnen mehr als im Jahr davor. Der Verbrauch von Fabrikationswasser ging im vergangenen Jahr bei LEIPA in Schwedt um fast 500.000 Kubikmeter zurück. Beim Trinkwasser wurden 5.000 Kubikmeter weniger als im Jahr 2005 eingesetzt. Das Unternehmen hat sich auch an der gegenwärtig heftig geführten Diskussion um die Reduzierung des CO2-Ausstosses beteiligt. LEIPA gibt im Produktionsprozess pro Tonne Papier nur noch 242 Kilogramm CO2 an die Umwelt ab. Im Jahr davor hatte der Wert noch bei 261 Kilogramm gelegen.
Allerdings musste das Unternehmen im vergangenen Jahr auch mit enormen Energieproblemen kämpfen. „Wir mussten allein für die gestiegenen Energiekosten im vergangenen Jahr zwölf Millionen Euro mehr einsetzen als im Jahr davor“, klagt Peter Probst, Geschäftsführer bei LEIPA. Das Unternehmen will deshalb am Standort Schwedt ein eigenes Kraftwerk errichten und damit Dampf und Strom selbst erzeugen. 147 Millionen Euro will die Firma dafür investieren. Die Einspareffekte sind nicht nur aus finanzieller Sicht interessant. Bei der Papierproduktion in Schwedt fallen im Jahr rund 220.000 Tonnen Reststoffe an, die einen thermischen Wert enthalten, bislang aber deponiert und extern entsorgt wurden. „Aus diesen Stoffen wollen wir Energie gewinnen“, erklärt Probst. LEIPA könnte damit den Erdgasverbrauch von jetzt 1000 Gigawattstunden pro Jahr auf künftig 200 Gigawattstunden senken und auch den CO2-Ausstoß weiter verringern.
Umweltpartnerschaft nutzt beiden Seiten
Im Jahr 2009 soll das neue Kraftwerk in Betrieb gehen. Zurzeit laufen dafür die umfangreichen Genehmigungsverfahren. LEIPA hofft, dass diese Verfahren möglichst schnell abgeschlossen werden und mit dem Bau begonnen werden kann. Das Land hat dabei Unterstützung versprochen. „Von dieser Umweltpartnerschaft haben beide Seiten Vorteile“, erklärt Frank Weichelt, Leiter der Geschäftsstelle Umweltpartnerschaft. Die Unternehmen senken mit ihren Investitionen für den effektiveren Energie- und Rohstoffeinsatz nicht nur ihre Produktionskosten, sondern leisten durch die Schonung der Ressourcen auch einen Beitrag zum Gemeinwohl. Das Land wiederum bezieht die Umweltpartner bei der Erarbeitung neuer und praktikabler Umweltstandards mit ein. „Umweltpartner kann jedes Unternehmen im Land werden, es muss nur überdurchschnittliche Beiträge zum Umweltschutz leisten.“
J. Polzehl, Bürgermeister von Schwedt, G. Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK, die Geschäftführer Dr. H. Schrödinger und P. Probst und Staatssekretär D. Schulze (v.l.n.r.). Foto: W. Döll
Wilko Döll

