EWE hat Konzernumbau abgeschlossen
Die Zahl der EWE-Kunden wächst, konzernweit wie in der Region. Das konnte jüngst Dr. Ulrich Müller, Leiter der Geschäftsregion Brandenburg/Rügen, verkünden. In Zeiten eines heiß umkämpften Energiemarktes sei das eine gute Leistung: „Wir haben mittlerweile zwölf Produkte und eine engagierte Vertriebstruppe am Markt“. Immerhin gebe es in Ostbrandenburg zwölf Gasanbieter.Kleinteilig im operativen Geschäft
Knapp 200 Millionen Euro Überschuss wurden für das Jahr 2009 im Konzern bilanziert. Etwa 6.500 Mitarbeiter hat die EWE. Die Konzernstruktur ist neu ausgerichtet. Das strategische Geschäft wird in der Holding geleistet. Das operative Geschäft findet in regionalen Gesellschaften, zum Beispiel Stadtwerken, statt, um ganz nah an den regionalen Märkten zu sein. „Wir trennen das konsequent“, betont Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des EWE-Vorstandes. „Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.“
Schulen als Partner
Engagiert bleibt die EWE bei der erneuerbaren Energien. Nachdem mit alpha ventus der erste deutsche Offshore-Windpark ans Netz ging, soll der zweite mit Riffgat 2011 folgen. Auf dem neuen Berliner Flughafen entsteht eine Erdgastankstelle. Für eine Biogasanlage in Schwedt wurden eine fünf Kilometer lange Erdgasleitung und eine ebenso lange Biomethanleitung verlegt. Sieben Photovoltaikanlagen an öffentlichen und eigenen Gebäuden produzieren 145.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Vor allem Schulen werden hier als Partner gesucht, um Schüler frühzeitig und praxisnah für erneuerbare Energien zu interessieren.
Belastbare Netze
Lösungen müssen die Netzbetreiber für das Energieaufkommen aus dezentralen Kleinanlagen finden. Dazu braucht es unter anderem belastbare Netze: „Wir erwarten hier weniger technologische Probleme, sondern eher verfahrenstechnische in den Planfeststellungsverfahren“, sagt Dr. Werner Brinker.
Energiemanagement vom Küchentisch aus
Auch das Zusammenwachsen der Energie- und Telekommunikationsmärkte sowie die Weiterentwicklung erneuerbarer Energiequellen stellt die EWE vor Herausforderungen. Für zwei innovative Produkte erntet der Konzern viel Aufmerksamkeit: Die EWE trio smartbox und das E3. Die Trio smartbox ist ein Haushaltshelfer für das Energiemanagement. Über ein transportables LCD-Display kann die Familie ihren aktuellen Energieverbrauch genau beobachten. Mit Hilfe der trio smartbox sollen die Verbraucher bewusst flexible Energietarife nutzen können. Wenn zum Beispiel die Waschmaschine nicht zu den Abnahmespitzen morgens und abends läuft, sondern in der Nacht, soll das Kostenvorteile bringen. Ab Herbst 2010 soll die trio smartbox zu haben sein.
Elektromobil rollt durch Brandenburg
Das E3 ist ein Elektromobil. „Das ist ein reines Forschungsauto“, betont Dr. Werner Brinker. Die EWE hat es entwickelt und gebaut, um den alltäglichen Umgang mit einem E-Mobil zu testen. Wie lange dauert das Laden der Batterie? Wie wird ein Batteriewechsel fahrerfreundlich gestaltet? Wie wird die Stromabnahme berechnet? Von den großen Automobilkonzernen habe sich keiner an den Prototypen herangewagt. Seit November 2009 ist das E3 unterwegs. Wegen des großen öffentlichen Interesses gibt es jetzt eine Roadshow mit dem Elektromobil. Es ist am 30. und 31. Juli in Eberswalde auf dem Marktplatz, am 3. und 4. August im A10-Center bei Wildau sowie am 6. und 7. August im Rügencenter in Bergen.
EWE-Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Brinker (rechts) bei der Vorstellung des konzerneigenen Elektro-Autos. Foto: ewe
IHK/N. Groß

