17.08.2010
Unternehmen: Biogas für 25.000 Haushalte

EWE NETZ baut Einspeiseanlage im Auftrag von VERBIO

Die EWE NETZ GmbH hat in Schwedt auf dem Gelände der PCK Raffinerie GmbH die größte Biogaseinspeiseanlage Deutschlands gebaut und heute in Betrieb genommen. Auftraggeber ist die VERBIO AG, Leipzig. Das hier aufbereitete Biogas fließt ab dem 18. August in das Brandenburger Versorgungsnetz von EWE NETZ. Die eingespeiste Biogasmenge reicht aus, um etwa 25.000 Haushalte mit diesem Brennstoff zu versorgen. Die Investitionskosten von rund 10 Mio. Euro teilen sich EWE NETZ und VERBIO.

„Für die Realisierung der Anlage waren viele technische und logistische  Herausforderungen zu bewältigen“, betont Jörg Wieczorke, Netzgebietsleiter von EWE NETZ für die Gebiete Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Die Zusammenarbeit mit VERBIO, PCK und allen beteiligten Baufirmen hat hervorragend geklappt. Dafür möchte ich mich bedanken“, so Wieczorke weiter.

Das zunächst mit einem Druck von lediglich 350 Millibar zur Verfügung gestellte Biogas muss mittels zweier Verdichter auf einen Betriebsdruck von 40 bis 70 Bar gebracht werden. Eine weitere Besonderheit ist die Anlagengröße: In der ersten Ausbaustufe werden pro Stunde 3.500 Norm-Kubikmeter (Nm³) konditioniert und in das Netz eingespeist, in der zweiten Stufe wird die Leistung verdoppelt. „Die Anlage ist damit die größte in Deutschland, wahrscheinlich sogar weltweit“, sagt Projektleiter Dr. Osman Kurt von EWE NETZ. Zum Vergleich: Die bisher üblichen, zumeist landwirtschaftlichen Anlagen erzeugen etwa 350 bis 700 Norm-Kubikmeter pro Stunde. „Die Größe der Anlage, die technischen Anforderungen und letztendlich die Konditionierung und Einspeisung solcher Mengen an Biogas waren für EWE NETZ Neuland“, erklärt Kurt.

Biogas ist ein durch Gärung erzeugtes Gemisch aus Methan, Kohlendioxid, Sauerstoff, Stickstoff und Spurengasen. In einer Aufbereitungsanlage wird vor allem der Kohlendioxid-Anteil reduziert, um Erdgasqualität zu erreichen. Ausgangsstoff ist in Schwedt das bei der Herstellung von Biomethan aus Roggen anfallende Nebenprodukt – die so genannte Schlempe. Das auf den Feldern vor der Stadt wachsende Getreide muss per LKW zum PCK-Gelände gebracht werden. Gegenüber anderen regenerativen Energiequellen wie Wind oder Sonne hat Biogas große Vorteile: Seine Nutzung ist planbar; es kann zudem gespeichert und somit flexibel zur Wärmegewinnung eingesetzt werden.

alt EWE/SH

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