02.09.2010
Blickpunkt: Berufswahlpässe für die Fachkräfte von morgen

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IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller überreicht an Schüler Berufswahlpässe. Erstmals erhalten alle Siebtklässler Ostbrandenburgs diese Orientierungshilfe.  Foto: M. Sassenscheidt

IHK Ostbrandenburg und Partner helfen Schülern, Eltern, Lehrern und Unternehmern bei der Berufsorientierung

Das Geräusch von raschelndem Papier erfüllt die Aula der Anne-Frank-Oberschule in Strausberg. Die Köpfe der Siebtklässer sind nach unten geneigt, sie blättern in Sammelordnern. Soeben haben sie ihren Berufswahlpass bekommen.
Sich für den richtigen Beruf zu entscheiden ist bei der Fülle von Möglichkeiten schwierig. Was wollen Schüler einmal werden? Diese Frage stellte auch Dr. Ulrich Müller, Präsident der IHK Ostbrandenburg. Aus dem jungen Publikum wurden unter anderem „Tierärztin“ und „Modedesignerin“ geantwortet.

Erstmals flächendeckend für alle siebten Klassen

Um die Schüler bei dieser schwierigen Berufsfindung zu unterstützen, startete die IHK Ostbrandenburg gemeinsam mit Partnern eine erstmalige Aktion in Ostbrandenburg. Die Berufswahlpässe werden flächendeckend im Schulamtsbezirk Frankfurt (Oder) eingeführt. Insgesamt erhalten alle 3.272 Siebtklässler der Gesamt-, Oberschulen, Gymnasien und Förderschulen einen eigenen Pass. Diese werden finanziert von Handwerkskammer, Bundesagentur für Arbeit und IHK Ostbrandenburg.
Die Mädchen und Jungen der Anne-Frank-Oberschule sind die ersten Siebtklässler, die den Pass erhielten. Vorneweg bekamen die Klassensprecher Gina Grabowsky und Carlos Prutean ihren Berufswahlpass von Rektorin Karin Schattel und Dr. Ulrich Müller überreicht. Karin Schattel sieht diesen Schritt als „wichtigen Schwerpunk der Erziehungsarbeit“. „Der Ordner selbst mit den vielen Tipps zur Berufsfindung und der Möglichkeiten zur Dokumentation ist das eine“, erklärt Dr. Ulrich Müller. „Er bedeutet aber auch eine völlig neue Qualität bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf. Er wird Schüler und Wirtschaft noch stärker verbinden.“

60 Betriebe und Institutionen helfen bei der Berufswahl

Bereits seit fünf Jahren hilft die Anne-Frank-Oberschule ihren Schülern bei der Wahl des richtigen Berufes. Dafür wurde sie 2009 als „Schule mit hervorragender Berufsorientierung“ ausgezeichnet. Durch eine Kooperation mit 60 Betrieben und Institutionen in Strausberg können die Schüler alle zwei Wochen Praktika absolvieren. In Fachräumen, wie die Lehrküche, die Werkstatt und Medienräumen lernen die Schüler praxisorientiertes Arbeiten. Stolz berichtete Karin Schattel, dass fast 100 Prozent des Abschlussjahrgangs 2009/10 einen Ausbildungsplatz bekamen. Karin Schattel wünscht sich, dass alle Schüler einen ihren Neigungen und Interessen entsprechenden Beruf finden.

Berufswahlpass ist das Ergebnis partnerschaftlicher Zusammenarbeit

Bei den Berufswahlpässen (BWP) handelt es sich um Ordner, in denen die Schüler alle beruflichen Erfahrungen- ob Praktika oder außerschulische Aktivitäten- sammeln und sortieren können.
Dieses Hilfsmittel ist vielseitig und dient nicht nur der beruflichen Orientierung. Es leistet auch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wirtschaft, indem Fachkräfte gesichert werden und das Abwandern verhindert wird. Der Berufswahlpass ist Teil eines Maßnahmenkataloges zur Berufs- und Studienorientierung für die Schüler der 7. bis 12. Klasse. DSC_4685online
Ein Rascheln und Raunen:  Als erste erhielten Jungen und Mädchen der Anne-Frank-Oberschule in Strausberg ihre Berufswahlpässe.  Foto: M. Sassenscheidt

alt IHK/M. Sassenscheidt

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