15.10.2010
Blickpunkt: Unternehmerische Vielfalt, die begeistert

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Möller Druck und Verlag GmbH: Geschäftsführerin Daniela Möller erläutert das Druckverfahren. Foto: M.Sassenscheidt

Telemedizinische Geräte, Seilrollen, Baukrane, hochwertige Möbelfolien und Laminate - das und noch viel mehr kommt aus dem Landkreis Barnim

Woher kommt der große Kran am Eberswalder Hafen? Wo wird das Wirtschaftsmagazin FORUM gedruckt? Woher stammen die Folien auf den Möbeln? Wer sich das fragt, sollte sich im Landkreis Barnim umschauen. IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller besuchte gemeinsam mit Präsidiumsmitgliedern und dem Barnimer Landrat sieben Unternehmen.FORUM hat die Stationen der Kreisbereisung begleitet.

FORUM kommt von Möller Druck

Erste Station: Möller Druck und Verlag GmbH. „Unser Kerngeschäft ist die Druckerei“, sagt Prokurist Steffen Seifert. Rund 70 Zeitschriften werden in den Hallen produziert, auch das Wirtschaftsmagazin FORUM. Geschäftsführerin Daniela Möller erklärte den Anwesenden das Druckverfahren. Die bunten Flächen und Bilder entstehen, indem die Farben schwarz, blau, magenta und gelb nacheinander aufgedruckt werden. Die Arbeitsbereiche gehen weit über den Druck hinaus: Abonnementverwaltung und Versand gehören ebenso dazu wie das Binden von Zeitschriften.

Medizinischer Lösungsanbieter

Zweite Station: Meytec GmbH. Das Unternehmen ist weltweit aktiv und bietet telemedizinische Lösungen an. Ein Telemedizin-Gerät hat es bis ins Sultanat Brunei geschafft. „Der Gesundheitsmarkt wird für viele zunehmend interessant und spannend“, sagt Geschäftsführer Gerhard W. Meyer. Es ist wichtig, dass räumliche und zeitliche Distanzen besser überbrückt werden – besonders in ländliche Regionen. Meytec stellt „Teledocs“ her. Per Kamera kann der Facharzt seinen Patienten untersuchen – egal, wie weit sie voneinander entfernt sind. Viele Bundesländer haben den Nutzen erkannt, aber „Brandenburg tut sich schwerer“, bemängelt Gerhard W. Meyer.

Ein Breites Spektrum bei BK Kunststoffe

Dritte Station: BK Kunststoffe Bernau GmbH. Der Betrieb produziert Kunst- und Schichtstoffe – und davon reichlich. Nicht nur technische Bauteile, wie Zahnradrohlinge, werden hergestellt. Zum Sortiment gehören auch dekorative Anwendungen. Damit können zum Beispiel Balkone verschönert werden. Die Produktpalette wächst stetig. Geschäftsführer Christian Grünberg sagt: „Es kommen Kunden mit Spezialwünschen. Aus diesen Spezialwünschen resultieren die Spezialanwendungen.“ Einen großen Knall gibt es bei dem Materialtest. Die Teile werden in einer Maschine so lange gedehnt, bis sie auseinander brechen.

Polnische Hygieneartikel aus Biesenthal

Vierte Station: TZMO Deutschland GmbH. Die polnische TZMO Unternehmensgruppe hat mit der TZMO Deutschland GmbH ein Verteil-Lager in Barnim. Die hauseigenen Marken beinhalten unter anderem Hygieneartikel, Babypflegeartikel und Hautpflegeprodukte, produziert größtenteils in Polen. Von dort werden sie in das Verteil-Lager gebracht. Vom deutschen Standort werden bundesweit Sanitätshäuser beliefert. „Das ist auch verbunden mit Dienstleistungen“, sagt Geschäftsführer Jaroslaw Kuzel. Er erklärt weiter: „Die Sanitätshäuser werden durch Außendienstler beraten.“ Das Unternehmen wächst und ist international aufgestellt. Landrat Bodo Ihrke freut sich: „Es ist schön zu sehen, dass sich ein Unternehmen so gut entwickelt.“

Hier gibt’s die Folienkanten für Möbel

Fünfte Station: Möbelfolien GmbH Biesenthal. Hier werden Möbelfolien, Folienkanten und hochwertige Laminate hergestellt. Geschäftsführerin Christa Lenz zeigte den Besuchern die dünnen Drucke für Laminatfußböden. „Und die halten auch, wenn die Frauen mit Stockelschuhen darüber laufen?“, fragt IHK-Präsident Dr. Müller. Christa Lenz erklärt: „Es müssen gewisse Normen eingehalten werden, und die Kratzfestigkeit wird geprüft.“ Das Unternehmen liefert in 60 Länder. Um erfolgreich zu sein, müsse ein Unternehmen in dieser Branche auch international aufgestellt sein, merkte die Geschäftsführerin an.

Ein größeres Gebäude für Seilrollen

Sechste Station: bamos GmbH. Das Unternehmen stellt Seilrollen und Laufräder her. Verwendung finden sie in vielen Bereichen der Baubranche, unter anderem bei Tagebaugeräten oder beim Kranbau. Die Teile, mit denen die Mitarbeiter hantieren, haben einiges an Gewicht. „Man muss sehr umsichtig sein und die Gefahr als solche erkennen“, sagt Geschäftsführer Rainer Brahm. Seilrollen und Mitarbeiter brauchten Platz. Deshalb zog der Betrieb um. Jetzt kann auf 5000 Quadratmetern gearbeitet werden. Die Umbaumaßnahmen verzögerten sich häufig. Ende 2008 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. „Der Umbau war aufwendiger als gedacht“, sagt Rainer Brahm. Er ergänzt: „Auch bis Ende 2010 wird nicht alles fertig sein“.

Große Krane aus Eberswalde

Siebte Station: Kirow Ardelt AG. Tukan, Kondor, Adler, Kranich, Pelikan – das sind nicht nur große Vögel. Im Kranbau werden damit unterschiedliche Bautypen verbunden. Die Kirow Ardelt AG fertigt die großen Baukrane individuell für den Kunden. Ob klassisch gelb, rot, grün, blau oder bunt – alles ist möglich. „Jeder Kran ist zugeschnitten auf den Kunden“, sagt Geschäftsführer Uwe Grünhagen. Sie liefern in die ganze Welt: Brasilien, El Salvador, Russland, Vietnam, Sri Lanka. Ein Kran blieb dann aber doch in der Region: Er steht am Eberswalder Hafen.

Am Ende der Reise zeigten sich die Teilnehmer begeistert von der unternehmerischen Vielfalt, die sie gesehen haben. In vielen persönlichen Gesprächen hat die IHK wichtige Hinweise für ihre Arbeit mitgenommen. Kirow Kreisbereisung
Betriebsbesichtigung bei KIROW ARDELT. Hier werden Baukrane für die ganze Welt hergestellt. Foto: M.Sassenscheidt

alt IHK/M.Sassenscheidt

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