Etwa 450 Millionen Liter Bier wird das Frankfurter Brauhaus im Jahr 2010 produzieren. Der IHK-Umweltausschuss überzeugte sich von der Produktivität des Unternehmens.
Jahresabschlusssitzung des IHK-Umweltausschusses im Frankfurter Brauhaus
Zu ihrer diesjährigen Jahresabschlusssitzung trafen sich die Mitglieder des IHK-Umweltausschusses in der Frankfurter Brauhaus GmbH. Brauhaus-Geschäftsführer Mike Gärtner nahm die Mitglieder des Umweltausschusses auf eine rasante Reise durch die kurze Geschichte des Unternehmens mit. In sechs Jahren wurde ein hoher zweistelliger Millionenbetrag investiert. In vier Jahren wurden drei PET-Linien installiert. Im Jahr 2006 wurde die traditionsreiche Brauerei im französischen Chamigneulles gekauft und eine neue Dosenabfüllanlage errichtet. In diesem Jahr wurde auf einer Dachfläche von insgesamt 11.000 Quadratmetern eine Photovoltaik-Anlage gebaut. Der „Bundesehrenpreis Bier“ ging in in 2010 nach Frankfurt (Oder). Damit wurde diese höchste deutsche Auszeichnung für deutsche Brauer erstmals an eine industrielle Großbrauerei vergeben. Das diesjährige Produktvolumen der Gruppe wird bei 450 Millionen Litern liegen. „Wir können fast jede Biersorte, in jedem Gebinde an jeden Ort in Europa liefern“, erklärt der Frankfurter. Aber auch zum Beispiel Mozambique und Vietnam werden beliefert.Flaschen aus Glas oder PET?
Zu den Umweltschutzmaßnahmen im Unternehmen gehören Wassermehrfachverwertung, Wärmerückgewinnung, die eigene PV-Anlage mit 1,4 Megawatt Leistung, die Nutzung eigener PET-Abfälle für das Herstellen von Flaschen und mehr. Immerhin sei die Einweg-PET-Flasche sowieso ökologischer als Mehrwegflaschen, erklärt Mike Gärtner. Seine Zuhörer sollten nur einmal nachrechnen wie oft Glasflaschen leer durch die Gegend gefahren würden und wie viele Glasflaschen nicht wiederverwendet werden können, weil sie den speziellen Schriftzug einer anderen Brauerei tragen. Auch ist das Gewicht höher und damit das Ladungsvolumen eines LKW’s geringer. Hinzu kommt natürlich, dass die Flaschen und die Kästen gewaschen werden müssen, was die Umwelt auch belastet.
Mehrausgaben wegen Umweltschutz
Bei politischen Entscheidungen für die Umwelt vermisst der Brauhaus-Chef oft die Langfristigkeit. Im kommenden Jahr wachsen für die Firma die Belastungen aus den EEG-Umlagen. Die Erdgassteuerentlastung und die Steuerentlastung beim sogenannten Spitzenausgleich werden reduziert. Dadurch wird eine Mehrbelastung des Unternehmensetats von etwa 850.000 Euro erwartet.
Schutz kritischer Infrastrukturen
Weiterer Schwerpunkt der Ausschusssitzung war die Festlegung von Arbeitsthemen für das kommende Jahr. Der Umweltausschuss wird sich im Jahr 2011 mit den Themen Energiepolitik (Energiekonzept, Energiestrategie), Chemikalienrecht (REACH, CLP), Kreislaufwirtschaft (neues Kreislaufwirtschaftsgesetz und zugehöriges Regelwerk) und Naturschutz/Hochwasserschutz beschäftigen. Fortgesetzt wurde auch eine gute Tradition der Ausschussarbeit: Der Dialog mit der Umweltverwaltung der Region wurde gepflegt. Als Gäste im Umweltausschuss konnten die Leiterin des Frankfurter Umweltamtes, Anette Eger und der Leiter der Regionalabteilung des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Jörg Lieske begrüßt werden. Beide Amtsleiter stellten die Struktur und Arbeitsschwerpunkte ihrer Ämter vor. Tanja Röchert-Voigt von der Universität Potsdam und Manuel Heidt vom brandenburgischen Innenministerium stellten das Projekt EUKRITIS vor. In diesem Projekt geht es um den Schutz kritischer Infrastrukturen. Wesentlicher Projektinhalt ist die Vernetzung der verschiedenen Akteure, um in Krisensituationen ein abgestimmtes Zusammenwirken von Behörden, Unternehmen und Hilfsorganisationen zu verbessern.
Faszinierend: Mitglieder des Umweltausschusses beobachten den Beginn der Bierwerdung im Maischebottich. Fotos (2): N. Groß
IHK/N. Groß

