Anbieter hoffen nach gutem Sommer auf stabile Entwicklung im Winter
Der zurückliegende Sommer hat den touristischen Unternehmen in Ostbrandenburg gut getan. Der konjunkturelle Aufschwung ist deutlich spürbar. Das hat die traditionelle Umfrage der IHK zum Verlauf der Sommersaison und zu den Erwartungen im Winter ergeben. Immerhin 56 Prozent der Hotels und Pensionen bezeichnen die Geschäftsentwicklung im vergangenen Sommer als gut. Dieser Wert liegt sehr deutlich über den Umfragen der vergangenen Jahre. Jedes zweite Herbergsunternehmen registrierte im Sommer steigende Umsätze.In den Hotels und Pensionen wurden wieder deutlich mehr geschäftliche Übernachtungen als im Sommer 2009 gebucht. „Offensichtlich sorgt die anziehende Konjunktur für mehr Geschäftsreisen und damit auch für mehr Umsätze in den Herbergen“, bilanziert IHK-Tourismusreferentin Heike Graf. Auch die touristischen Umsätze haben sich spürbar erhöht. „Die in Krisenzeiten entdeckte Heimat bleibt eine attraktive Urlaubsvariante.“ Besonders in der Uckermark und im Oder-Spree-Seengebiet stieg die Zahl der Übernachtungen. Mit einer durchschnittlichen Verweildauer der Besucher von 3,1 Tagen liegt Ostbrandenburg deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Herbergsväter gehen auch von einer guten Wintersaison aus. 80 Prozent der Hotels und Pensionen rechnen mit einer leicht besseren oder stabilen Ertragsentwicklung.
Wirte locken wieder mehr Kunden an
Der wirtschaftliche Aufschwung hat auch die Restaurants und Kneipen erreicht. Jeder zweite Wirt registrierte im Sommer steigende Umsätze. „Die Konjunkturerholung und die sich damit entwickelnde gute Kauflaune der Bevölkerung drückt sich auch im vermehrten Besuch von Restaurant und Kneipen aus“, sagt die Tourismusreferentin. Der Geschäftsklimaindex im Gastronomiegewerbe, er berücksichtigt die gegenwärtige und künftige Geschäftsentwicklung, hat einen neuen Höchstwert erreicht und liegt nun bei 122 Punkten.
Nach der sehr guten Sommersaison blicken die Gastronomen optimistisch auf den Winter. „Angesicht der abklingenden Wirtschaftskrise und der wieder steigenden Kaufkraft erwarten elf Prozent der Unternehmen eine Verbesserung und eine überwiegende Mehrheit eine Stabilisierung des Geschäftsverlaufs.“ Immerhin 15 Prozent der Wirte denken im Winter über Neueinstellungen nach. Dieser Wert ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Auch die Bereitschaft für Investitionen wird in den gastronomischen Betrieben wieder größer. „Jeder zweite Wirt denk über Modernisierungen oder Ersatzbeschaffungen nach“, betont Heike Graf.
Reiselust wird wieder größer
Leicht verbessert hat sich im Sommer die Lage der Reisebüros und Reiseveranstalter in Ostbrandenburg. Jedes dritte Unternehmen der Branche bezeichnet seine wirtschaftliche Lage als gut. Umgekehrt hat sich in den Reisebüros der Trend bei Buchungen für Auslandsreisen. Die waren in den vergangenen Jahren wegen der weltpolitischen Lage und der wirtschaftliche Situation immer weiter zurückgegangen. „Im Sommer registrierte jedes zweite Reisebüro steigende Auslandsbuchungen“, sagt die IHK-Tourismusreferentin. Erfreulich positiv entwickeln sich auch die Inlandsreisen. Hier verzeichneten 75 Prozent der Reisebüros steigende oder gleichbleibende Nachfragen.
Auch die Reisebranche blickt deutlich positiver als in den vergangenen Jahren in die Zukunft. Immerhin 27 Prozent der Unternehmen erwarten im Winter eine Verbesserung ihrer wirtschaftliche Lage, über 50 Prozent gehen von einer Stabilisierung aus. Die meisten Reiseveranstalter gehen auch von gleich bleibenden Verkaufspreisen aus.
Für die Tourismusumfrage zur Bilanz der Sommersaison 2010 und zum Ausblick auf den Winter 2011 hat die IHK Ostbrandenburg Betreiber von Hotels und Pensionen, Gastronomen sowie Reisebüros und Reiseveranstalter befragt. Firmen aus allen Kreisen des Kammerbezirkes haben sich an der Umfrage beteiligt. Die detaillierten Ergebnisse der Befragung stehen unter www.ihk-ostbrandenburg.de im Internet.
Düster und geheimnisvoll wirkt im Winter das Kloster Chorin. Foto: W. Döll.
Wilko Döll

