14.4.2007
Unternehmen: Uckerkaas überrascht Kunden mit neuen Ideen

Q-Regio Käse
Ein ganz besonderer Uckerkass.  Foto: W. Döll

Ein Niederländer erobert die Uckermark und verdrängt seine Landsleute dort vom Käsemarkt.

„Warum müssen die Holländer Ziegenkäse in die Uckermark liefern?“, wundert sich Pieter Wolters. „Solchen Käse können wir doch hier auch selbst herstellen und verkaufen.“ Der Mann denkt wie ein Uckermärker, dabei stammt er doch selbst aus den Niederlanden. Von dort hat er die Rezepte für seine vielen Käsesorten nach Goudaart mitgebracht. Jetzt will er mit mehreren Sorten Tilsiter und eben mit dem Ziegenkäse die holländischen Anbieter vom uckermärkischen Markt verdrängen.

1994 zog Pieter Wolters mit seiner Familie aus den Niederlanden in den Nordosten Brandenburgs. Dort gewann er mit seinen Ideen und seiner Tatkraft schnell die Herzen der Leute. Pieter Wolters baute in Bandelow bei Prenzlau erst einen florierenden Milchviehbetrieb auf und richtete dann die Bauernkäserei Uckerkaas ein. Als die am Markt etabliert war, kam er auf die Idee mit den Q-Regio-Läden. „Q steht für Qualität und Regio für Produkte aus der Region“, erklärt der Unternehmer. Für diese Idee und ihre Umsetzung erhielt Pieter Wolters im Jahr 2005 den Zukunftspreis der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (Oder) und der Märkischen Oderzeitung.

Zukunftspreis brachte öffentliche Wertschätzung ein

„Nach der Auszeichnung wurden wir als Unternehmen in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen“, sagte Wolters, als er jetzt für die erfolgreiche Weiterentwicklung seiner Firma eine Stele zum Zukunftspreis erhielt. „Auch in den Ministerien und bei den Banken ist unser Ansehen nach der Ehrung mit dem Zukunftspreis gewachsen.“ Pieter Wolters freut sich, dass damit die erfolgreiche Arbeit von kleinen und großen Unternehmen gleichermaßen anerkannt wird.

Seinen ersten Laden eröffnete er in Prenzlau. Mit seiner gelb-grün gestalteten Fensterfront und der gleichen Farbgebung im Innern fällt er beim Schlendern durch das Stadtzentrum sofort auf. Die vielen Flaschen und Gläser mit den regionalen Produkten bilden einen bunten Kontrast zu den grünen Holzregalen. Die Ladentheke ist gefüllt mit Käse und Wurstspezialitäten aus der Region. Angeboten werden neben den vielen Sorten Uckerkaas aus Bandelow auch Wurst aus Kerkow, Apfelsaft aus Lichtenhain und Früchte aus Boitzenburg an. „Rund 40 Erzeuger arbeiten mit uns zusammen und liefern uns 800 Produkte aus der Region. Wir helfen und unterstützen uns damit gegenseitig“, erzählt Pieter Wolters.

Wolters kennt keine Angst vor Verantwortung

Q-Regio-Läden wie in Prenzlau gibt es inzwischen auch in Templin, Schwedt, Feldberg, Waren an der Müritz und demnächst auch in Potsdam. „Diese Läden werden im Franchisesystem betrieben“, sagt Wolters. Er und die anderen Erzeuger der Produkte liefern die Waren und die örtlichen Händler verkaufen sie. 20 Läden wollte der Unternehmer als Q-Regio-Kette aufbauen, bislang gibt es sechs Geschäfte dieser Art. „Viele Interessenten haben Angst vor der Selbständigkeit und der eigenen Verantwortung“, wundert sich Pieter Wolters. Er selbst hat damit überhaupt keine Probleme und probiert deshalb immer wieder neue Produkte und neue Ideen aus.

„Im Sommer wird unser erstes Geschäft in Stettin eröffnet“, blickt Wolters voraus. Es wird gemeinsam mit Partnern aus Polen betrieben. Zum Angebot gehören auch dort hochwertige Lebensmittel von regionalen Erzeugern. Später sollen auch Produkte von dort in den Läden in Deutschland und Erzeugnisse von hier in Polen verkauft werden. „Stettin ist nur wenige Kilometer von uns entfernt. Regionales Denken heißt doch nicht, dass wir nur die Uckermark im Blick haben.“

Neue Produkte für Q-Regio-Läden

Neben der Markterweiterung nach Polen und den neue Käseprodukten aus Bandelow will der Niederländer mit dem inzwischen uckermärkischen Herzschlag seine Kunden demnächst mit weiteren Neuigkeiten überraschen. „Im Sommer nehmen wir die Eisproduktion auf.“ Aus Kuhmilch und Molke soll ein fettarmes und deshalb besonders gesundes Eis entstehen. Anbieten will Pieter Wolters es in seinen Q-Regio-Läden. Die schon jetzt sehr schönen Geschäfte sollen mit einem Cafe- und Imbissbereich erweitert werden. „Bockwurst wird es da aber nicht geben“, stellt der Geschäftsmann klar. Spezielle Käseteller, Soljanka-Fleischsuppen und eben das Eis sollen die Kunden anlocken.
Q-Regio Preisverleihung
P. Wolters erhält von IHK-Sprecher Th. Kunze die Stele zum Zukunftspreis.  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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