19.04.2007
Unternehmen: „Sun One“ eröffnet

Eröffnung Odersun
Mit dem Durchschneiden des Kupferbandes ist die "Sun One" offiziell eröffnet.  Foto: S. Hölscher

Erste Solarfabrik in Frankfurt (Oder) nimmt Produktion auf.

Fast genau ein Jahr ist vergangen, seit der erste Spatenstich für die erste Solarfabrik am Standort Frankfurt (Oder) gesetzt wurde. Und seitdem ist viel passiert – inzwischen hat die Solarfabrik „Sun One“ der Odersun AG ihre Produktion von Dünnschichtsolarzellen und -modulen aufgenommen. Am 19. April war es so weit: Im Technologiepark 7 stand die feierliche Eröffnung der Solarfabrik an.

Grund zur Freude

Zur Eröffnung der „Sun One“ kamen auch Wolfgang Tiefensee (SPD), Bundesminister für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). „Die Eröffnung der Odersun AG in Frankfurt ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Photovoltaik-Industrie in den neuen Bundesländern boomt“, unterstrich Bauminister Tiefensee. Außerdem fügte er hinzu, dass er sich freuen würde, wenn der „Sun One“ nicht nur die bereits geplante Solarfabrik „Sun Two“ folgen würde, sondern noch viele weitere Fabriken hinzukämen.  „In keinem anderen Bundesland gibt es so viel Solarenergie wie in Brandenburg“, schloss sich Matthias Platzeck seinem Vorredner an. „Die Odersun AG hat einen langen Weg hinter sich, musste einen langen Atem und einiges an Durchhaltevermögen haben, aber am heutigen Tag ist der Grund zur Freude groß“, erklärte Platzeck, bevor er gemeinsam mit Minister Wolfgang Tiefensee, dem Kaufmännischen Vorstand der Odersun AG Ramin Lavae Mokhtari und Olaf Tober, Technischer Vorstand der Odersun, das Kupferband am Eingang der Fabrik durchschnitt.

Jährlich 6000 Kilometer Solarbänder

Bei dem anschließenden Rundgang durch die Fabrik informierten sich die Politiker Tiefensee und Platzeck über die Fertigung der Dünnschichtsolarmodule auf Kupferbandbasis. Die Dünnschichtsolartechnologie der Odersun AG, die in den vergangenen 14 Jahren komplett in Frankfurt (Oder) entwickelt wurde, macht es möglich, dass Module in jeder Größe und Leistung produziert werden können. Bis zu 60 Mitarbeiter werden in der „Sun One“, der ersten der drei Solarfabriken in Frankfurt (Oder), im Vierschichtbetrieb jährlich bis zu 6.000 Kilometer Solarbänder fertigen – das entspricht der Distanz Brandenburg-New York. Die Jahres-Energie-Ausbeute der dort produzierten Solarzellen beträgt fünf Megawatt. Insgesamt hat die Solarfabrik eine Grundfläche von 2200 Quadratmetern. 800 Quadratmeter dieser Fläche nimmt die Zellfertigung in Anspruch, 400 Quadratmeter die Modulfertigung.

Module für Solarkraftwerk und Designer-Tasche

Ohne teure und aufwändige Siliziumtechnik können auf diese Weise Dach- und Fassadenmodule, Module für Solarkraftwerke oder Designer-Taschen mit integrierter „Steckdose“ gefertigt werden. „Wir sind eine echte Erfolgsgeschichte aus Brandenburg“, sagt der Kaufmännische Vorstand von Odersun, Ramin Lavae Mokhtari. „Mit unserer patentierten, weltweit innovativen Technologie und unseren flexiblen Produktionsverfahren bieten wir maßgeschneiderte und wirtschaftliche Lösungen.“

Regionale Synergien nutzen

Für den Erfolg von Innovationen wird der Zeitfaktor immer wichtiger. Deshalb müssen neue Produkte und Technologien möglichst schnell auch für regionale Synergien genutzt werden. Nur so entstehen  Branchenkompetenzen, die wirtschaftliches Wachstum und Anziehungskraft für neue Investitionen entwickeln können. Ende März stellte die Odersun AG interessierten Unternehmern aus dem Oderland in einem von der Industrie- und Handelskammer organisierten Workshop ihre Dünnschicht-Solartechnik vor. Das Unternehmen ist an Kooperationspartnern aus der Region sehr interessiert, die die flexiblen Solarmodule in verschiedene Produktentwicklungen integrieren wollen. Im Rahmen des Workshops „Design mit Solar“ diskutierten Udo Berger und Steffen Schwarzer von der Odersun AG mit den Teilnehmern über verschiedene Produktideen und deren Marktchancen. Dabei wurde das große Potential der autonomen Energieversorgung und der Herstellung der Solarmodule in allen Größen deutlich.

Odersun AG stärkt Region

Mit der Produktionsaufnahme der neuartigen Photovoltaikelemente durch die Odersun AG in Frankfurt (Oder) bieten sich interessante Innovationspotentiale in der Region Ostbrandenburg und darüber hinaus. „Erstmals vollzieht sich im hiesigen Wirtschaftsraum eine industrielle Produktion von der Forschungs- und Entwicklungsarbeit bis zum Endprodukt mit völlig neuen Marktchancen“, erklärt Klaus Kröpelin, Leiter des Geschäftsfeldes Standortpolitik der IHK Frankfurt (Oder).

Die Odersun AG investierte bislang 8,5 Millionen Euro für Entwurf, Planung, Bau und Anlagen. Die Eigenkapitalgeber sind Doughty Hanson Technology Ventures aus London sowie AT&M – Advanced Technology and Materials aus Peking. Das Land Brandenburg unterstützt die Odersun AG mit 3,5 Millionen Euro. Die Solarfabrik „Sun One“ dient als Modell für weitere Fabriken von Odersun. Mit der „Sun Two“ ist bereits die nächste Fabrik geplant. Sie soll die sechsfache Kapazität der „Sun One“ haben.

Blick hinter die Kulissen

Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von der ersten Frankfurter Solarfabrik zu machen: Am ersten landesweiten „Tag des offenen Unternehmens“, der am 12. Mai 2007 im Land Brandenburg stattfindet, kann auch in der neu eröffneten „Sun One“ der Odersun AG ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden.
Zellproduktion, Odersun
Odersun-Mitarbeiter Detlev Röser in der Zellproduktion.  Foto: Odersun AG

alt Sandra Hölscher

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