24.4.2007
Unternehmen: MEYTEC nach Erfolg in Bayern nun auch in Brandenburg gefragt

Teledoc
TELEDOC von MEYTEC.  Foto: MEYTEC

Der Hersteller von Telekommunikationssystemen für Krankenhäuser aus Seefeld bei Bernau überzeugt mit neuen Hightech-Lösungen.

„Die Auszeichnung von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (Oder) und der Märkischen Oderzeitung mit dem Zukunftspreis 2005 hat uns bundesweit bekannt gemacht“, sagt Wolfgang Loos. Als der Sprecher der MEYTEC GmbH in Seefeld nun  die Kristallstele zum Zukunftspreis für die Firma in Empfang nahm, strahlte er. Die Akzeptanz des Unternehmens sei durch die Anerkennung deutlich gewachsen. Außerdem wurde damit auch der noch junge Bereich der Telemedizin gefördert. „Nach unserem ersten großen Erfolg in Bayern sind wir nun in ganz Deutschland und auch in unserem heimischen Brandenburg am Markt aktiv.“

Die kleine Firma aus Seefeld hat damals in Bayern regionale Krankenhäuser mit hoch spezialisierten Kliniken vernetzt und damit zur schnelleren medizinischen Versorgung von Schlaganfallpatienten beigetragen. MEYTEC entwickelte dafür den VIMED.TELEDOC. Das Gerät verfügt über einen Bildschirm sowie extrem hochwertige Video- und Audiosysteme und bereitet damit die aus den vernetzten Krankenhäusern kommenden Daten auf. „Der TELEDOC ist der Mittler zwischen den Ärzten im Regionalkrankenhaus und den Spezialisten in den Schlaganfallzentren“, sagt Wolfgang Loos. In Bayern wurde das Gerät innerhalb des Projektes TEMPiS erst getestet und dann in den Dauerbetrieb übernommen. „Inzwischen sind in neun Bundesländern 52 Systeme dieser Art in Betrieb.“

Klinikum Barnim vernetzt

MEYTEC hat nun auch in Brandenburg Fuß gefasst und das Klinikum Barnim vernetzt. Diesmal geht es aber nicht um die Schlaganfallbehandlung. „Mit unseren Systemen haben wir die Krankenhausstandorte Angermünde, Eberswalde und Prenzlau verbunden“, erklärt Loos. Die Kardiologen, Neurologen und Pathologen der drei Häuser werden die neue Daten- und Kommunikationstechnik nutzen. „Wir bringen mit unseren telemedizinischen Geräten die Spezialisten zu den Patienten in den dünn besiedelten Landesteilen“, erklärt der MEYTEC-Sprecher. Das Prinzip klingt ganz einfach. Der Patient besucht das nächstgelegene Krankenhaus und wird dort untersucht. Daten und Bilder des Patienten werden mit den MEYTEC-Systemen zu den Spezialisten in den anderen Krankenhäusern übermitteln. Die geben dann genaue Behandlungsanweisungen.

Für die Patienten ergeben sich gleich drei Vorteile. „Es werden Wege und Zeiten eingespart und außerdem können die behandelnden Ärzte über unsere Systeme Fallkonferenzen abhalten. Beides kann in dringenden Fällen lebensrettend sein“, sagt Loos. Außerdem tragen die MEYTEC-Systeme der Telemedizin zur Kostensenkung im Gesundheitswesen bei.

Kommunikationssystem für Hausärzte wird entwickelt

Gemeinsam mit der Universität Greifswald arbeitet MEYTEC an einem Projekt zur Vernetzung von Hausärzten mit ihren Patienten. Die Firma aus Seefeld entwickelt dafür zurzeit die Kommunikationstechnik. „Gerade in Ländern mit wenigen Ärzten auf großer Fläche sind solche Systeme für die Patienten sehr hilfreich“, betont der Experte. Medizinische Daten können so schnell zum Arzt gelangen. Der Patient wiederum muss nicht extra die lange Fahrt zum weit entfernten Arzt antreten.

Das AGnES genannte Projekt läuft momentan in Mecklenburg-Vorpommern und im Brandenburger Lübbenau in einer Testphase. Die Möglichkeiten dafür sind bei weitem noch nicht ausgereizt. „Die Telemedizin ist noch jung, nicht alle dafür notwendigen Regelungen sind vom Gesetzgeber schon getroffen“, sagt Loos. Die Krankenkassen haben ein großes Interesse an den neuen Möglichkeiten der Telemedizin. MEYTEC aus Seefeld bei Bernau ist bereit, die dafür nötigen technischen Systeme zu entwickeln.
Meytec
W. Loos erhält von IHK-Sprecher Th. Kunze die Stele zum Zukunftspreis.  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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