19.08.2011

Vom großen Unternehmen zum eigenen Versicherungsbüro

Romek Wuttig für HeftOnline
Romek Wuttig hat eine frühere Pizzeria zu einem modernen Versicherungsbüro umgebaut. Foto: Wilko Döll

Gründungswerkstatt begleitet Existenzgründer auf dem Weg zur Selbstständigkeit

Romek Wuttig hat sich entschieden. „Ich habe viele Jahre als Vertriebsleiter für ein großes Versicherungsunternehmen gearbeitet und wollte endlich wieder näher am Kunden sein“, erzählt der 43-Jährige. Am 1. September hat er in Booßen bei Frankfurt (Oder) sein eigenes Versicherungsbüro eröffnet. Für Romek Wuttig schließt sich damit ein Lebenskreis. Im Nachbarort Kliestow wuchs er auf und in Booßen ist er zur Schule gegangen. Nun kehrt er beruflich an die Stätten seiner Kindheit zurück.

Allerdings hat Romek Wuttig nicht Heimweh nach Booßen geführt. „Ich möchte ein etwas anderes Versicherungsbüro betreiben, denn standardisierte, kühle Innenstadtbüros gibt es schon genug“, erklärt der Versicherungsfachmann. „Hier in Booßen steht mein Büro direkt an der Bundesstraße, ein Parkplatz ist gleich daneben und hinter dem Haus liegen Hof und Garten, da kann ich mit Kunden auch mal ein Gartenfest feiern.“ Die Objektsuche war vor dem Schritt in die Selbstständigkeit das größte Problem von Romek Wuttig. Viele Monate hat er gesucht und dann ist er auf den Vermieter Jochen Auerbach gestoßen. „Der hat mein Konzept gleich verstanden und mich beim Um- und Ausbau der alten Pizzeria richtig gut unterstützt und damit mein Büro erst ermöglicht.“

Eigenes Wissen mit Angeboten der IHK ergänzt

Nun also sitzt er zusammen mit einer Mitarbeiterin direkt an der B 5 und kümmert sich um seine Kunden. Er ist jetzt für die LVM tätig und hat von seiner neuen Versicherung einen Kundenstamm übernommen. Seine Partnerschaft mit der in der Region tätigen großen Automobilhandelsgesellschaft Möbus sorgt ebenfalls für Kundenzulauf. Im nächsten Jahr will er einen Auszubildenden einstellen. Alles läuft wie geplant bei Romek Wuttig. „Ich habe mich ja auch intensiv auf den Schritt in die Selbstständigkeit vorbereitet.“ Aus seiner früheren Tätigkeit bringt der 43-Jährige schon eine Menge Wissen mit. Trotzdem hat er bei der IHK Ostbrandenburg ein Existenzgründerseminar besucht. „Diese Veranstaltungen vermitteln Grundwissen, sind kostenlos und können von allen Interessenten genutzt werden.“

Als die Ideen und Vorstellungen von Romek Wuttig immer konkreter wurden, suchte er weitere Partner auf. Weil zwischen seiner angestellten und der selbstständigen Tätigkeit eine kurze Zeit der Arbeitslosigkeit lag, erkundigte er sich bei der Arbeitsagentur nach einem Gründungszuschuss. „Dafür waren aber ein konkreter Businessplan und andere Unterlagen einzureichen“, erinnert sich Romek Wuttig. Beim Existenzgründerseminar hatte er das Internetportal www.gruendungswerkstatt-berlin-brandenburg.de kennen gelernt. „Ich nutzte es und kam so mit Frau Lehmann von der IHK in Kontakt.“ Sie wurde schließlich seine Tutorin auf dem Weg zum eigenen Versicherungsbüro.

IHK-Betreuer helfen Existenzgründern

„Diese Gründungswerkstatt im Internet haben die Kammern aus Berlin und Brandenburg gemeinsam eingerichtet“, erklärt Sylvia Lehmann, Referentin für Starthilfe und Unternehmensgründung bei der IHK Ostbrandenburg. Wer sich eine eigene Existenz aufbauen möchte, bekommt auf diesem Portal frei zugänglich alle nötigen Informationen, welche Probleme bis zur Gewerbeanmeldung zu bewältigen sind. „Neben der allgemeinen Information bieten wir den Gründern aber auch ganz konkrete Hilfe für ihr jeweiliges Vorhaben an.“ Jeder Interessent kann sich dafür auf der Seite einen persönlichen Zugang einrichten und beginnen, seinen Businessplan einzurichten. Gleichzeitig erhält er so einen Tutor von der IHK. „Wir schauen uns die Geschäftsidee an, geben Tipps zur Standortwahl, beantworten auch Fragen zur Finanzierung und prüfen den Businessplan“, sagt Sylvia Lehmann.

Mit dem Internetportal und dem Betreuer der IHK kann somit jeder Existenzgründer seine Idee und die Wirtschaftlichkeit seines Projektes genau überprüfen. Besonders die kritische Sicht von Außen auf die Geschäftsidee ist wichtig. „Es gibt viele Existenzgründer, die tolle Techniker, Entwickler oder Vermittler sind, die aber betriebswirtschaftlich keine großen Erfahrungen haben“, meint die IHK-Referentin. „Gerade für die aber sind unser Portal und unsere Hilfe besonders wichtig.“

Romek Wuttig hatte dieses Problem nicht. Er hat nicht nur ein gutes inhaltliches Konzept für sein Versicherungsbüro vorgelegt, sondern auch einen durchdachten und stimmigen Businessplan aufgestellt. „Meine Tutorin war zufrieden und hat nur wenige Korrekturen empfohlen.“

alt Wilko Döll

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