27.4.2007
Blickpunkt: Zukunftstag zog tausende Jugendliche an

Zutag, Klettern
Schüler beim Zukunftstag in Fürstenwalde.  Foto: W. Döll

Viele Unternehmen und Institutionen aus Ostbrandenburg stellten am Zukunftstag Schülern ihre Angebote zur Berufsausbildung vor. Gut besucht war auch die Lehrwerkstatt des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Fürstenwalde.

„Solch ein Zukunftstag ist eine dufte Idee, denn hier kann ich sehen, was genau in den verschiedenen Ausbildungsberufen von den Bewerbern erwartet wird“, lobt Daniel aus dem Oderbruch. Der 16-Jährige kam mit rund 50 Mitschülern aus der Oberschule Letschin zum Zukunftstag nach Fürstenwalde. „Hier kann ich auch mit Lehrlingen reden und die sagen ganz offen, was leicht oder schwer in der Ausbildung ist, wo ich nach der Lehre arbeiten könnte und was ich dann vielleicht verdiene.“

Mit den anderen Schülern aus Letschin schaut er einer Vorführung von Wasserbauern zu. Die steigen an Seilen gesichert nicht etwa in einen Kanal, sondern ganz hoch in einen alten Baum. „Wir müssen auch für die Verkehrssicherheitspflicht an den Wasserstraßen sorgen“, erklärt Wasserbauwerksmeister Bernhard Baumann seinen Zuhörern. „Also müssen unsere Leute auch alte Äste aus den Bäumen entfernen, bevor sie auf technische Anlagen fallen oder gar einen Spaziergänger auf dem Kopf fallen.“

Berufsorientierung Schwerpunkt an Letschiner Schule

Die Schüler und ihre Lehrerinnen schauen der Vorführung aufmerksam zu. „Informationen über Ausbildungsberufe in Büchern und dem Internet sind wichtig, noch überzeugender aber sind solche praktischen Erklärungen, denn hier lernen die Schüler und auch wir Lehrer, was hinter den Berufsbildern steckt“, erklärt Martina Fröhlich. „Die Berufsvorbereitung spielt an unserer Oberschule eine wichtige Rolle“,  ergänzt Kollegin Birgit Albrecht. Die Neuntklässler aus Letschin sind alle zwei Wochen in einem Unternehmen der Region zu Gast und müssen auch ein mehrwöchiges Praktikum absolvieren. „Der Zukunftstag mit seinem Informationsangebot passte genau in unser Profil.“

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin hat für den Zukunftstag seine Lehrwerkstatt an der Fürstenwalde Spree extra in ein riesiges Messegelände verwandelt. Bei praktischen Vorführungen an Maschinen, Anlagen und in den Werkstatträumen sowie bei Gesprächen mit den Schülern stellten Lehrlinge und Ausbilder ihre Berufe vor. Die Mädchen und Jungen lernten die Ausbildung zum Wasserbauer, Mechatroniker, Industriemechaniker, Verwaltungsfachangestellten, Binnenschiffer, Vermessungstechniker, Bauzeichner und Koch kennen. Diese Ausbildungsberufe werden in einer Art Ämterverbund vom Wasser- und Schifffahrtsamt und dem Wasserstraßen-Neubauamt Berlin gemeinsam angeboten.

Ausbildung im Verbund vorgestellt

„Hier in Fürstenwalde werden Mechatroniker und künftig auch zehn Industriemechaniker ausgebildet“, erklärt Wulff Politz vom Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin. Die Ausbildung in den einzelnen Berufen ist zwischen den Partnern aufgeteilt. So kann konzentrierter und besser gearbeitet werden. Nach der Lehre geht es dann zurück in das jeweilige Amt. „Wer die Ausbildung erfolgreich absolviert, wird bei uns für mindestens ein Jahr übernommen“, sagt Politz.

Die Berufsausbildung spielt im Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin eine wichtige Rolle. 44 Lehrlinge beschäftigt das Amt momentan. Zehn Prozent der Mitarbeiter sind Auszubildende. „Wir sind ein öffentliches Amt, da tragen wir auch in der Berufsausbildung eine öffentliche Verantwortung.“ Das Amt hat sich auch deshalb am diesjährigen Zukunftstag beteiligt. Ein bisschen Eigennutz war allerdings auch dabei. „Natürlich suchen auch wir gute Nachwuchskräfte und an solch einem Tag können wir mit unserer guten Berufsausbildung vielleicht einige Schüler für uns begeistern“, hofft Wulff Politz.
Zutag, Bernhard und Baumann
B. Baumann erklärt am Zukunftstag den Schülern Arbeitsabläufe. Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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