19.10.2011

Hand in Hand für den Klimaschutz

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Von der Umlenkstation der ehemaligen Seilbahn hatten die Umweltausschussmitglieder einen schönen Blick auf den Kalksteinbruch in Rüdersdorf.

Umweltausschüsse der Brandenburger IHKs trafen sich zur gemeinsamen Sitzung in Rüdersdorf

Wie wurde Kalk gewonnen und weiterverarbeitet? Wie wurde einst Zement produziert? Im Museumspark Rüdersdorf konnten sich Mitglieder der Brandenburger IHK-Umweltausschüsse aus Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg ein Bild von vergangenen Zeiten machen.

In der gemeinsamen Sitzung berichteten die Vorsitzenden der Ausschüsse über ihre Arbeit. Anschließend wurde lebhaft diskutiert. Dabei wurden sich die Mitglieder einig, dass die Belange der Wirtschaft stärker in die politischen Entscheidungen eingebracht werden müssen. Es wurde kritisiert, dass Politiker oft rechtliche Vorgaben machten, ohne die Konsequenzen für die Unternehmer abzuschätzend. Die Ausschussmitglieder wünschten sich auch eine engere Verknüpfung zur IHK-Vollversammlung und den hauptamtlichen Mitarbeitern. In einem Punkt waren sich die Mitglieder sicher: Die Zusammenarbeit der drei Brandenburger Ausschüsse soll weiter gestärkt werden.

Chancen erkennen

Zu den Themen Klimawandel und Umweltschutz informierten zwei Fachreferenten. „Mit den Zementwerken kamen die Umweltprobleme“, machte Peter Scur, Leiter für Umweltschutz bei der Cemex Deutschland GmbH, deutlich. Doch diese Zeiten sind längst vorbei: Das Unternehmen verbesserte die Umweltsituation in Rüdersdorf auf beeindruckende Weise. Die Staubemission zu DDR-Zeiten war immens. Trotz einer Umweltgruppe, die sich in den 70er Jahren bildete, verbesserte sich die Situation erst mit der Wende spürbar. Die Staubemission wurde von 55.000 Tonnen im Jahr 1975 auf weniger als 100 Tonnen im Jahr 2002 reduziert. Für saubere Luft in Rüdersdorf sorgen heute ein betriebliches Umweltmanagement und eine hochmoderne Filteranlage.

Umweltschutz bedeutet nicht nur Kosten für das Unternehmen. Es bietet auch Chancen. Das zeigte Maja Rotter vom IÖW – Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. „Es ist immer noch so, dass Unternehmen die Energieeinsparpotenziale unterschätzen“, sagte die Referentin. So würden durch Energieeffizienz unter anderem Kosten gespart und ein schlechtes Image des Unternehmen vermieden. Auch auf den Klimawandel und die Folgen ging Maja Rotter ein. Häufige Hitzeperioden und ein starker Anstieg des Meeresspiegels seien sehr wahrscheinlich. Dürreperioden, Starkregen und heftige Gewitter könnten sich in den nächsten Jahren zunehmen. „Was bedeutet das für unsere Wirtschaftsstruktur?“, fragte die Referentin.

Klimawandel fordert Unternehmer

Auf die Unternehmen kann in Zukunft einiges zukommen: Engpässe in der Energieversorgung, Sturmschäden, Lieferausfälle oder steigende Versicherungspolicen. Aus diesen Problemen könnten wiederum Chancen für Betriebe entstehen. Maja Rotter nannte unter anderem die verlängerten Sommergeschäfte im Tourismus durch den Temperaturanstieg oder höhere Nachfragen zum Beispiel nach Gebäudeklimatisierung oder Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz.

Im Anschluss an die Fachvorträge und Diskussionen erkundeten die Mitglieder der Umweltausschüsse den Museumspark, besichtigten unter anderem die Schachtofenanlage, den Seilscheibenpfeiler und stiegen auf die Umlenkstation der ehemaligen Seilbahn. Von dort hatten die Gäste einen freien Blick auf den heutigen Kalksteinbruch.
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Zwischenstopp bei der Schachtofenbatterie: Detlef Forker (r.) führt die Ausschussmitglieder durch den Museumspark Rüdersdorf. Fotos (2): M. Sassenscheidt

alt IHK/ M. Sassenscheidt

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