"Wir subventionieren ein System, das überholt ist", sagt Carsten Voss, Präsident der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg, zum Betreuungsgeld. Foto: IHK
Wirtschaftsjunioren sprechen sich gegen neue Leistung aus
Die Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg sprechen sich gegen die Einführung des Betreuungsgeldes aus. „Das Betreuungsgeld ist wie der Kohlepfennig“, sagt Carsten Voss, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg. „Wir subventionieren ein System, von dem wir wissen, dass es überholt ist und das wir eigentlich abschaffen wollen“, so Voss weiter. „In Zeiten des Fachkräftemangels und notwendigen Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird damit ein politisch falsches Signal gesetzt.“Weichen in Richtung Erwerbstätigkeit stellen
Mit dem Elterngeld sei es gelungen, eine Leistung zu schaffen, die klar darauf abzielt, jungen Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes den Rücken frei zu halten, die Weichen aber weiter in Richtung Erwerbstätigkeit zu stellen. „Diese wegweisende Neuausrichtung der deutschen Familienpolitik wird mit dem Betreuungsgeld konterkariert“, ergänzt Nadine Auras, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg und Mutter von Zwillingen.
Fortbildung von Erziehern und bei der Ausstattung der Kindergärten
Es sei Tatsache, dass die traditionelle Einverdienerfamilie in Deutschland noch immer Standard sei. „Hier bei uns in der Region jedoch müssen die bestehenden Betreuungsplätze erhalten und verbessert werden“, betont Voss. „Um den richtig eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, brauchen wir deshalb den Ausbau der Betreuungsplätze und keine Stärkung überkommener und rückständiger Strukturen. Jeder Euro, der für das Betreuungsgeld ausgegeben wird, fehlt beim Ausbau der Betreuungsinfrastruktur, bei der Fortbildung von Erziehern und bei der Ausstattung der Kindergärten“, meint Voss.
WJ/NA

