Kalabrien – eine italienische Region auf Internationalisierungskurs
In Kalabrien werden qualitativ hochwertige typisch mediterrane Lebensmittel wie beispielsweise die Bergamotte und der feurige Peperoncino angebaut und hochwertige Weine, Liköre und Wurstspezialitäten produziert. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig stellt das Handwerk, vor allem Kunsthandwerk aus Keramik, Gold und Silber dar. Darüber hinaus sind kalabrische Unternehmen im Baugewerbe, dem Schiffsbau und in der mechanischen Industrie stark.Vor allem Betriebe mit 1 bis 9 Angestellten
Im Jahr 2010 exportierte die kalabrische Wirtschaft Güter im Wert von mehr als 330 Millionen Euro. Bis heute zählt ein Großteil der kalabrischen Unternehmen allerdings zu Microunternehmen: 96 Prozent der Firmen haben nur 1 bis 9 Angestellte. Das Produktionssystem ist daher stark fragmentiert. Um die Präsenz kalabrischer Unternehmen auf den Weltmärkten zu erhöhen, ist aber eine Bündelung der Wirtschaftskraft nötig. Daher hat die Regionalregierung das Programm “Calabria Internazionale” verabschiedet, um langfristig Absatzchancen für die kalabrische Wirtschaft auf den Weltmärkten zu sichern. „Die Region Kalabrien verfolgt mit ihrem neuen Programm das Ziel, durch einen effizienten Ausbau der internationalen Beziehungen die Präsenz der Region auf den Weltmärkten zu erhöhen“ betont Fabrizio Capua, zuständiger Regionalminister für Internationalisierung Kalabriens. Die Region fördert wichtige Branchen, wie beispielsweise den Lebensmittelhandel und das Kunsthandwerk, aber auch die Schiffsindustrie, den Tourismus und die Kulturgüterbranche. In acht regionalen Innovationszentren werden Unternehmen aus den in den Bereichen Transportwesen, Logistik, Gesundheits- sowie Informations-und Telekommunikationstechnologie, Lebensmittelproduktion und -vertrieb, aber auch Fischfang und -vertrieb Hilfe in Sachen Forschung und Entwicklung erhalten.
Obst und Gemüse, Wein und Öl
Mit dem Internationalisierungsprogramm setzt man in Kalabrien in besonderem Maße auf Deutschland. Denn Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt für kalabrische Exporte. Rund 15 Prozent des Gesamtexports gehen an deutsche Kunden. Zu den wichtigsten Produkten, die Kalabrien nach Deutschland exportierte, zählten Produkte aus der Landwirtschaft, wie verarbeitetes und konserviertes Obst und Gemüse aber auch Wein und Öl. Wichtige Exportprodukte waren auch chemische Erzeugnisse sowie Metalle. Doch bis heute ist die Außenhandelsbilanz mit Deutschland negativ: es werden mehr als doppelt so viele deutsche Produkte nach Kalabrien importiert: im 1. Quartal 2011 waren es 22,86 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Einfuhrgütern aus Deutschland zählen Fleischwaren und Milcherzeugnisse, chemische Produkte, Dünger, Kunststoffe, synthetischer Gummi und Automobile. Die Region Kalabrien importierte auch medizinische und zahntechnische Hilfsmittel sowie elektronische Komponenten und Geräte.
Investitionsanreize für ausländische Unternehmen
Um die regionale Entwicklung Kalabriens und deren Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten zu fördern, erhält die Region 7 Milliarden Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Außerdem hat die Regionalregierung das Programm „InvestInCalabria“ aufgelegt, mit dem Investitionsanreize für ausländische Unternehmen geschaffen werden sollen. Des Weiteren ist die Region bestrebt, die Zahl der Flugverbindungen von Low-Cost-Anbietern nach Lamezia Terme, Reggio Calabria und Crotone zu erhöhen. Die Regionalregierung stellt auch Fördermittel für den Ausbau der Flughäfen zur Verfügung.
Für interessierte Unternehmer steht Astrid Steuerwald von der Italienischen Handelskammer in Deutschland zur Verfügung. Die Handelskammer betreibt in ihren Büros in Berlin, Frankfurt am Mein, Leipzig und Köln das Informationsdesk „Desk Calabria“. Dabei handelt es sich um eine Anlaufstelle für kalabrische und deutsche Unternehmen, die sich für den deutschen und kalabrischen Markt interessieren.
Informationen:
Italienische Handelskammer für Deutschland
Astrid Steuerwald
030 24 31 04 20
asteuerwald@itkam.org
itkam/NG

