13.01.2012
Unternehmen: "Landwirtschaft und Naturschutz versöhnen"

thomas berg unteres odertal
"Der landwirtschaftliche Betrieb wird ausgebaut", sagt Thomas Berg vom Förderverein der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal e. V.  Fotos (2): U. Werner

Nationalparkverein sieht sich weiter als „Motor und Motivator“

Seine Funktion als „Motor und Motivator“  hat der Förderverein der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal e. V. nach eigener Auffassung auch im Jahre 2011 erfüllt. „Dazu gehörte die konstruktive Beteiligung an der laufenden Unternehmensflurneuordnung sowie bei der Ausarbeitung des Nationalparkplans“, sagt Vereinsvorsitzender Thomas Berg. „Auch im Jahr 2011 hat unser Verein wieder Acker-, Wiesen-, Wald- und Wasserflächen gekauft, um sie im Sinne des Naturschutzes und der ökologischen Landwirtschaft zu nutzen“, ist vom stellvertretenden Vereinschef Ansgar Vössing zu erfahren. „Wir sind nun im Besitz von etwa 6000 Hektar Fläche.“

60 Hektar „Wilde Weide“ im Lunow-Stolper Trockenpolder

Der Verein hat seinen Ökolandbaubetrieb im vergangenen Jahr ausgebaut und hält derzeit fünf Konikpferde und 19 Heckrinder auf rund 60 Hektar so genannter „Wilder Weide“ im Lunow-Stolper Trockenpolder. Das Konzept diene dem Erhalt und der Erhöhung der Artenvielfalt und sei mit seinem Bestand uriger Rinder und Pferde zugleich eine Tourismusattraktion. Wichtigste Aufgabe des Nationalparkvereins ist und bleibe der Naturschutz. Im vergangenen Jahr sei es dem Verein gelungen, mit mehreren großen landwirtschaftlichen Betrieben zu vereinbaren, dass sie ihre im Nationalpark gelegenen Flächen so extensiv wie möglich nutzten. Die naturnahe Beweidung wurde so weit reduziert, wie es die EU-Agrarförderung gerade noch erlaubt. Mit weiteren Betrieben werde in diesem Sinne verhandelt. „Ziel unseres Vereins ist es, auf möglichst großer Fläche die Nutzung maximal zurücknehmen, trotzdem den Landwirten die EU-Agrarförderung  zu ermöglichen und so Landwirtschaft und Naturschutz miteinander zu verbinden, ja ein Stück weit auch zu versöhnen“, hofft Thomas Berg.

2012 soll der Flächenerwerb weiter gehen

„Mit einer Gesamtinvestition von 40 000 Euro wurden im vergangenen Jahr auf wertvollen Trockenrasenstandorten drei neue Kesselbrunnen und ein Bohrbrunnen angelegt, um die Beweidung zu erleichtern. Das Vorhaben haben wir gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung Unteres Odertal geplant. Und vom Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung wurde es mit 75 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Im Frühjahr sollen alle Brunnen in Betrieb genommen werden“, informiert Thomas Berg. 2012 soll der Flächenerwerb weiter gehen, der landwirtschaftliche Betrieb organisch ausgebaut, das Exkursionsprogramm gemeinsam mit der Nationalparkstiftung fortgesetzt werden.

Exkursionen für Naturliebhaber, Pflanzen- und Tierfreunde

Der Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt (Uckermark) kann sich über „eine steigende Akzeptanz, solide Besucherzahlen, einen stetig wachsenden Naturtourismus mit hohem Erlebniswert sowie - trotz der Hochwasser - positive Entwicklungen bei Flora und Fauna“ freuen, sagt Dirk Treichel, Leiter der Nationalparkverwaltung. Die Zusammenarbeit mit der Großindustrie und der Stadt Schwedt zeige, wie breit der Nationalpark aufgestellt sei und dazu beigetragen habe, den Nationalpark noch umfassender in der Region zu verankern.

Dies belegen nicht zuletzt mehr als 35 000 Besucher, die im Jahr 2010 bei zahlreichen naturkundlichen Angeboten gezählt worden sind. Die Ausstellung des Nationalparkhauses in Criewen hatten 2010 mehr als 21 000 Naturinteressierte aus dem In- und Ausland besucht (seit der Eröffnung im Herbst 2000 waren es inzwischen bereits mehr als 150 000 Besucher). An 422 naturkundlichen Angeboten und Veranstaltungen nahmen mehr als 13 000 Personen teil. Aktuelle Zahlen für 2011 liegen noch nicht vor.

Besuchermagnete werden in diesem Jahr die vom Nationalpark angebotenen „Singschwantage“ (10. bis 12. Februar), die „Tour de Natur“ (10. Juni), der Polderlauf (9. Juni), der Schwedter Nationalparklauf (3. Mai) und die „Kranichwoche“ (ab 28. September). Alle Exkursionen sind kostenfrei für die Teilnehmer. Am 28. April plant der Nationalparkverein gemeinsam mit der Nationalparkstiftung und der Internationalpark Unteres Odertal GmbH erstmals einen Tag der offenen Tür in der Wildnisschule Teerofenbrücke.
KinderONLINE
Das Nationalparkhaus in Criewen gehört zu erfolgreichsten naturkundlichen Bildungszentren Brandenburgs. Auf 400 Quadratmetern entdecken Gäste die Natur- und Landschaftsgeschichte des Unteren Odertals.

alt Uwe Werner

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