Gerhild Heitzmann. Foto: W. Mausolf
FORUM stellt Gerhild Heitzmann und ihre Motivation für die Jury-Arbeit näher vor.
Die Tochter eines großen Berliner Bauunternehmers schlüpft immer mehr in die Fußstapfen ihres Vaters. In diesem Jahr ersetzt sie Dietmar Otremba auch in der Jury des wichtigsten Wirtschaftspreises zwischen Schwedt und Eisenhüttenstadt. Die Unternehmerin ist Geschäftsführerin u.a. des „Hotel Esplanade Resort & Spa“ in Bad Saarow, wo erneut (am 12. November) die Preisverleihung stattfindet.Warum ist der Zukunftspreis wichtig?
Ich war selbst mal Existenzgründerin und weiß damit aus eigener Erfahrung, wie wichtig Förderung sein kann. Eine Besonderheit in meiner Geschichte: Von meinem Vater hatte ich geistige Unterstützung erhalten. Kraft seiner Erfahrung und Menschlichkeit war er das Beste, was mir auf dem Weg in die Selbstständigkeit passieren konnte.
Warum sind Sie später in die Unternehmensgruppe Otremba gewechselt?
Ich bin von Beruf Designerin, habe also eigentlich mit der Bauerei nichts zu tun. Familie und Selbstständigkeit unter einen Hut zu bringen, das fiel mir aber irgendwann schwer - ein altbekanntes Lied vieler Unternehmerinnen. Deshalb suchte ich nach Alternativen, und es bot sich dann eine Betätigung im väterlichen Unternehmen an. Rückblickend gesehen ein logischer Schritt. Heute arbeiten hier noch weitere Mitarbeiter in zweiter Generation. Da entsteht eine menschliche Bindung, die anderswo selten anzutreffen und die mir sehr wichtig ist.
Wie beschreiben Sie Ihr Betätigungsfeld?
Wir haben mehrere Unternehmen im Verbund. Meine Hauptarbeitsbereiche sind die Hotellerie und die Seniorenresidenzen. Begonnen habe ich bereits vor über 20 Jahren in der Hausverwaltung, während meiner Ausbildung.
... auch in Ostbrandenburg?
Cirka zwei Jahre nach meinem Eintritt in die Gruppe wurden die Lennepassagen in der Frankfurter Innenstadt gebaut. Da habe ich begleitend und beobachtend teilgenommen, um so die Strukturen dieses Bereiches der Gruppe kennen zu lernen. Selbst aktiv in dieser Region wurde ich dann als Geschäftsführerin des Hotels Esplanade in Bad Saarow. Neben mir ist auch Rainer Hauert Geschäftsführer.
Im täglichen Geschäft sehe ich nun aber auch, wie schwierig es ist, ein attraktives Ziel in Ostbrandenburg zu bewerben.
Warum ist das schwierig – an so einem fantastischen Ort?
Das wunderschöne Hotel liegt an einem herrlichen See. Aber man würde lügen, wenn man sagen würde, dass es sonst keine schönen Gegenden in Deutschland gibt. Wer aus Köln oder Hamburg nach Berlin kommt, dem fällt nicht zuerst Bad Saarow ein. Die Ostsee dagegen, beispielsweise, hat einen ganz anderen Bekanntheitsgrad. Da besteht eine unmittelbare Konkurrenz. Wir müssen den Gästen sagen, warum es sich lohnt, an den Scharmützelsee zu kommen.
Was sind Ihre prägendsten Erfahrungen mit Ostbrandenburg?
Um die Menschen hier muss man sich anders, stärker bemühen als in wohlhabenderen Regionen. Es ist nicht nur schwieriger, gute Mieter zu finden, sondern auch qualifizierte Arbeitnehmer. Weil das Fachpersonal, das wir vor Ort finden können, nicht ausreicht, beschäftigen wir auch einige Berliner, die lange Fahrzeiten in Kauf nehmen. Ich bin aber optimistisch, dass sich die Region positiv entwickelt. Dazu geben ja auch die neuen Ansiedlungen in Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt Anlass, über die wir uns als Unternehmensgruppe sehr freuen.
Wie fiel der Entschluss, in der Jury zu arbeiten?
Als mein Vater mich ansprach, habe ich sofort zugestimmt. Denn ich weiß, wie wichtig das Anliegen ist, schon aus meiner persönlichen Erfahrung als ehemalige Existenzgründerin heraus. Außerdem will ich mit dazu beitragen, dass wir Menschen Mut machen. Denn der Preis zeigt: Die Region Ostbrandenburg bietet Perspektiven. Wir zeigen den Gewinnern, dass sie vieles richtig gemacht haben, und indem wir Menschen bestärken, haben wir viel erreicht.
Daneben spricht mich auch das Prozedere sehr an. Für Unternehmen ist es angenehm unkompliziert, sich zu bewerben. Woanders müssen immer unendlich viele Richtlinien und Standards beachtet werden. Also: Vom Verfahren her ist mir der Zukunftspreis schon mal sympathisch. Daneben finde ich auch die Zukunftspreis-Homepage und das Wirtschaftsmagazin FORUM im Internet professionell gemacht. Hier wird aktuell und übersichtlich über die Preisträger berichtet.
Thilo Kunze

