Geschäftsführer G. Rynkowski (r.) und der Produktionsverantwortliche R. Wittkowski an einem Arbeitsplatz, wo Geräte für die Stromversorgung von Radaranlagen gefertigt werden. Foto: H. Zenker
Die Firma Veinland aus Neuseddin liefert individuelle Produkte an Schiffsausrüster, Werften, Reedereien
„Derzeit geht es uns so richtig gut – der Januar war der beste Monat, den wir je hatten.“ Gerald Rynkowski, Geschäftsführer der Veinland GmbH aus Neuseddin (Potsdam-Mittelmark), sieht sein Konzept bestätigt. Denn bereits 2011 legte der Umsatz um 22 Prozent zu. Und das bei einem Unternehmen, das auf den ersten Blick gar nicht recht nach Brandenburg passt. Schließlich liegt Brandenburg nicht am Meer. Die Firma Veinland aber ist Spezialist fürs Maritime.Von den Weltmeeren zurück in die Heimat
2006 gegründet von Gerald Rynkowski, der jahrelang die Weltmeere befuhr und Ingenieur für Schiffselektronik ist – den es schließlich aber wieder zurück in die märkische Heimat zog. Und der seine Liebe zum Meer zur Gründungsidee machte. Diese Liebe wird mittlerweile von Abnehmern in aller Welt erwidert – in China genauso wie in Chile, aber auch in den USA, den Emiraten oder in Japan.
Soft- und Hardware entstehen in Neuseddin – für Schiffsausrüster, Werften, Reedereien. Die Produkte dienen etwa der Navigation oder einer stabilen Beladung. Ebenso kann man mithilfe einer hier entstandenen Lösung erkennen, welche Ersatzteile auf großer Fahrt wo gebraucht werden. Ganz neu, sagt Gerald Rynkowski, ist ein Produkt, mit dem man den Kraftstoffverbrauch bei Schiffen genau analysieren kann. Denn der knallharte Preiswettbewerb bei Transporten auf dem Meer zwinge viele Reedereien, ihre Kostenstruktur kritisch zu überprüfen. Angesichts der Ölpreise komme man da schnell auf eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs. „Und dabei können wir helfen.“
Das alles wird im Unternehmen, das in gut fünf Jahren von vier auf 17 Mitarbeiter gewachsen ist („der 18. kommt in wenigen Tagen“) und immer schwarze Zahlen geschrieben hat, selbst entwickelt, selbst gebaut. Und dann zu den Kunden gebracht, wo vor Ort alles installiert und in Betrieb genommen wird.
Zukunftspreis macht Veinland bekannter
Von allein kommt der Erfolg natürlich nicht. Veinland entwickelt individuelle Lösungen, mit denen sich die Großen der Branche gar nicht beschäftigen – oder für die sie viel länger brauchen. Und damit sich das bei potenziellen Kunden herumspricht, muss man Klinken putzen. Der Zukunftspreis erweist sich dabei als Hilfe. „Unser Bekanntheitsgrad hat sich eindeutig erhöht“, sagt der Geschäftsführer. Was auch dazu beigetragen habe, mit der Fachhochschule in Brandenburg an der Havel eine Zusammenarbeit anzubahnen. Bewerbungen seien ebenfalls auf die Ehrung zurückzuführen. „Wir gelten jetzt als etabliert. Und eine starke Motivation für das Team ist der Zukunftspreis sowieso“, sagt der 47-Jährige.
Motivation ist ja auch wichtig. Denn wer sich in diesem Geschäft behaupten will, „braucht den Mut und die Bereitschaft zur Innovation“. Dabei, sagt Gerald Rynkowski, dürfe man nicht immer nur auf Zahlen schauen, sondern etwas probieren, neue Wege suchen. Auch wenn das manchmal scheitert. Das sei eine Vorgehensweise, die deutsche Mittelständler auszeichne – und im Kampf etwa gegen asiatische Konkurrenten bestehen lasse.
Forschung und Entwicklung sind also unabdingbar, aber auch Vertrieb und Service. Das klappt in einem solch kleinen Unternehmen nur, wenn alle voll mitziehen. Etwa, wenn ein Kunde plötzlich mit einer großen Bestellung ankommt. „Und so habe ich noch nie einen Auftrag ablehnen müssen.“
Hajo Zenker

