28.02.2012

Zukunftspreisträger sind Botschafter der Region

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Dr. Dagmar Brendel, Leiterin der Agentur für Arbeit in Eberswalde. Foto: Agentur für Arbeit.

Agentur für Arbeit fördert Wettbewerb um Zukunftspreis

Seit dem 1. Dezember 2011 leitet Dr. Dagmar Brendel die Agentur für Arbeit in Eberswalde. FORUM sprach mit der 52-Jährigen über den Arbeitsmarkt in der Uckermark und im Barnim sowie über den Zukunftspreis.

Welche Verbindung haben Sie zur Region?

Ich komme aus der Uckermark, genauer gesagt aus Templin, kenne also die Menschen und die Orte hier. Bislang war ich schon in allen anderen Berliner oder Brandenburger Dienststellen der Agentur tätig, nur Eberswalde fehlte noch. Zwischenzeitlich habe ich auch mal ein Jahr lang in Baden-Württemberg gearbeitet und somit auch den Arbeitsmarkt in einer wirtschaftlich sehr starken Region kennen gelernt.

Welche Eindruck haben Sie von der Wirtschaft im Barnim und der Uckermark?

Von den sogenannten Wachstumskernen, die von der Landesregierung für Brandenburg definiert wurden, liegen mit Schwedt und Eberswalde zwei in unserem Agenturbezirk und von den sogenannten 16 Branchenkompetenzfeldern ist die Hälfte im Barnim und der Uckermark vertreten. Damit sind wir in Brandenburg gut aufgestellt. Trotzdem ist die Wirtschaftsstruktur in der Region problematisch. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes liegt hier nur bei 15 Prozent, der Bundesdurchschnitt beträgt 21 Prozent und in Baden-Württemberg gar 33 Prozent.

Wo sehen Sie die Stärken und die Schwächen der Region?

Es gibt in dieser Region eine sehr gute Netzwerkarbeit. Sehr viele Partner ziehen an einem Strang, um die Probleme des Arbeitsmarktes gemeinsam zu lösen und somit auch die Attraktivität im Wettbewerb der Regionen zu verbessern. Die Region ist mit ihren Bildungsangeboten auch attraktiv für junge Leute, sie verfügt über sehr engagierte Unternehmer und sie besitzt eine tolle Landschaft. Die Probleme der Region liegen in der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit, in der Altersstruktur der Bevölkerung und in der lückenhaften Infrastruktur.

Wie können Sie als Agenturchefin den Unternehmen der Region helfen?

Es gibt noch immer rund 23.000 Arbeitslose in der Region. Die Situation in der Uckermark ist besonders prekär, sie gehört im bundesdeutschen Vergleich der Regionen noch immer zu den Schlusslichtern. Wir als Agentur setzen deshalb auf Integration, Förderung und Qualifizierung der Arbeitslosen. Obwohl wir eine hohe Arbeitslosenzahl haben, lassen sich bestimmte Arbeitsstellen nur schwer besetzen. So fehlen beispielsweise für die Bereiche Erziehung und Pflege Arbeitskräfte. Wir setzen dort und in anderen Bereichen deshalb auf Qualifizierung der vorhandenen Kräfte. Außerdem arbeiten wir mit den Unternehmen sehr eng bei der Berufsorientierung der Jugendlichen zusammen. So haben sich am jüngsten Eberswalder Berufemarkt gut 80 Firmen beteiligt und den jungen Leuten damit gezeigt, dass sie eine gute berufliche Perspektive hier in der Region haben.

Was erwarten Sie von den Unternehmen der Region?

Ich freue mich über die gute und intensive Zusammenarbeit mit vielen Firmen, sehe aber auch noch Reserven. Das vorhandene Potenzial an Arbeitskräften wird nicht ausgeschöpft. Es gibt beispielsweise viele gut ausgebildete Leute im Bereich der Verkaufs- und Büroberufe. Viele Firmen suche aber ohne Einbeziehung der Agentur nach Fachkräften und sind dann enttäuscht. Außerdem plädiere ich für einen fairen Umgang mit den Arbeitssuchenden und den Auszubildenden. Wer gute Leute haben möchte, muss ihnen auch einen guten Lohn bieten. Bei den Auszubildenden sollten die Betriebe den Jugendlichen mehr Chancen geben und nicht nur auf die Noten schauen. Die Zahl der Schulabgänger ist rückläufig und damit gibt es einen Wettbewerb um die künftigen Auszubildenden. Firmen, die diese Situation ignorieren, könnten in Zukunft Probleme bekommen.

Warum unterstützt die Eberswalder Agentur für Arbeit den Wettbewerb um den Zukunftspreis?

Weil dieser Preis eine fantastische Möglichkeit ist, Gutes und Neues aus der Region zu zeigen. Der Zukunftspreis wirkt über die Grenzen des Firmensitzes hinaus, er bringt öffentliche Anerkennung und bietet den Unternehmen unabhängig von der Betriebsgröße eine wichtige Vergleichsmöglichkeit. Ich finde übrigens auch den Namen Zukunftspreis für eine Wirtschaftsauszeichnung sehr gut, er transportiert schon das Anliegen des Wettbewerb.        

Welche Firmen haben aus Ihrer Sicht den Zukunftspreis verdient?

Unternehmen die mit ihrer Tätigkeit zeigen, wie leistungsfähig diese Region ist. Den Preis sollten Firmen bekommen, die sich nicht scheuen, mit neuen und ungewöhnlichen Ansätzen am Markt zu agieren und dabei die Möglichkeiten der Region nutzen und die Wirtschaftskraft hier stärken. Die Zukunftspreisträger sind immer auch Botschafter der Region, denn sie zeigen, dass es sich hier lohnt zu arbeiten und zu leben.

alt Wilko Döll

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