12.03.2012

Mit anspruchsvollen Arbeitsplätzen Jugendliche im Land halten

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Mario Werner, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank für die Region Brandenburg/Sachsen-Anhalt. Foto: W. Döll.

Zukunftspreis wirbt über Landesgrenzen hinaus für den Wirtschaftsstandort Brandenburg

FORUM unterhielt sich mit Mario Werner, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank für die Region Brandenburg/Sachsen-Anhalt, über den Zukunftspreis-Wettbewerb und die aktuelle wirtschaftliche Situation der Region.

Warum unterstützen Sie als Jury-Mitglied den Wettbewerb um den Zukunftspreis?

Die Deutsche Bank gehört ja schon seit Jahren zu den Förderern dieses Wettbewerbs. Ich schätze besonders die Vielfalt unter den Zukunftspreisträgern. Wir haben vom Großunternehmen über den Dienstleistungsbetrieb bis zum spezialisierten Handwerker alle Firmengrößen und Branchen der Region vertreten. Diese Unternehmen werben mit ihrer Arbeit für die Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Landes weit über die Grenzen von Brandenburg hinaus. Diese Firmen zeigen auch, dass es hier sehr anspruchsvolle Arbeitsplätze gibt und die Jugend deshalb eine Chance in der Region hat. Es ist sehr wichtig für mich, die Jugend mit guten Arbeitsplätzen hier zu halten oder auch schon weggereiste Jugendliche mit guten Zukunftsaussichten wieder in die Region zurückzuholen.

Welche Unternehmer haben den Zukunftspreis verdient?

Alle Unternehmer, die sich täglich engagieren und Verantwortung für ihre Firma sowie für deren Mitarbeiter und Familien übernehmen. Das ist eine riesige Verantwortung, die der breiten Masse oft gar nicht bewusst ist. Ich habe den allergrößten Respekt vor Unternehmern, die sich täglich den Herausforderungen des Wettbewerb stellen, mit innovativen Ideen bestehen und damit sich und ihren Mitarbeitern eine Zukunft bieten.  

Sie selbst werden demnächst ihr berufliches Engagement in Frankfurt (Oder) beenden und künftig in Hannover für die Geschäftskunden der Deutschen Bank in Niedersachsen die Verantwortung übernehmen. Mit welchen Gefühlen verlassen Sie Brandenburg?

Ich habe Brandenburg in mein Herz geschlossen, denn ich habe 20 Jahre hier verbracht, Land und Leute kennen und schätzen gelernt und sehr viele kreative Menschen getroffen. Hinter dem Land liegt eine sehr schwierige Zeit des wirtschaftlichen Aufbaus. Aber die Kraft und der Einsatz der Brandenburger haben sich gelohnt, das Land ist inzwischen wirtschaftlich gut aufgestellt. Die Brandenburger ernten jetzt die Früchte ihrer Arbeit und das freut mich.

Überall wird über Finanz- und Wirtschaftskrisen diskutiert. Wie schätzen sie momentan die wirtschaftliche Lage in Ostbrandenburg ein?

Wissen Sie, wenn es den Unternehmen gut geht, dann geht es auch den Mitarbeitern gut, dann geben sie Geld aus und der Konsumtionskreislauf funktioniert. Momentan geben die Brandenburger Geld aus, sie kaufen sich Immobilien, neue Autos und gönnen sich viele Dinge, die sie sich einige Jahre lang nicht gegönnt haben. Auch die öffentlichen Einnahmen sprudeln, das Steueraufkommen ist hoch und auch die Einkünfte der Sozialkassen sind gut. Das alles sind deutliche Zeichen dafür, dass es der Wirtschaft gut geht.

Wo sehen Sie Gefahren oder Reserven für die künftige Wirtschaftsentwicklung der Region?

Ich hoffe, dass die öffentliche Hand mit den aktuellen Mehreinnahmen gut umgeht, Schulden tilgt und sich nicht zu Mehrausgaben hinreißen lässt. Der Region wünsche ich, dass sie das Problem mit dem Fachkräftemangel in den Griff bekommt, denn die Unternehmen suchen immer mehr qualifizierte Mitarbeiter. Außerdem muss Brandenburg noch ein wichtiges anderes Problem lösen. Viele Unternehmer planen in naher Zukunft, in den Ruhestand zu treten und sich demnächst aus der Verantwortung zurückzuziehen. Dafür wird guter Ersatz benötigt. Als Nachfolger sind Leute gefragt, die mit Mut, Ideen und Ausdauer Unternehmen nicht nur durch wirtschaftlich gute Zeiten führen.

alt Wilko Döll

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