23.03.2012

Deutschland ist Europameister

ITB Messe Prenzlau
Prenzlau stellte sich und die Landesgartenschau 2012 vor. Fotos (10): M. Sassenscheidt

Ostbrandenburg präsentiert sich auf ITB/ Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes vorgestellt

Einmal um die ganze Welt reisen – das war kürzlich ganz einfach: Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Hier trafen sich Abu Dhabi, Israel, Australien, Südafrika. In der gemeinsamen Berlin-Brandenburghalle präsentierte auch Ostbrandenburg einige seiner schönsten Reiseziele.

Radwandern in der Uckermark, in Frankfurt (Oder) und dem polnischen Slubice, Sehenswürdigkeiten beiderseits der Oder entdecken, oder entspannen im Seenland Oder-Spree: Besucher der ITB konnten an den Messeständen erahnen, wie schön die Ostbrandenburger Landschaft ist. Auch das Hotel Esplanade Resort und Spa aus Bad Saarow und Gut Klostermühle präsentierten ihre Angebote. Der Tourismusverein Frankfurt (Oder) zeigte sich bereits unter neuem Namen: Tourismusverein Frankfurt Oder/ Slubice.

Auch wenn die ganze Welt ihre Reiseangebote auf der ITB zeigte: „Deutschland ist Europameister. Und zwar im Tourismus.“ Darüber freute sich Prof. Dr. Mathias Feige, Geschäftsführer der dwif Consulting GmbH Berlin. Auf dem Tourismusforum des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) wurde, im Rahmen der ITB, das Tourismusbarometer 2011 vorgestellt.

Kein Wow-Erlebnis

Der Zuwachs an Übernachtungen liegt in Brandenburg bei 3,4 Prozent und damit leicht unter dem deutschen Durchschnitt. Damit ist Brandenburg gemeinsam mit Sachsen Spitzenreiter in Ostdeutschland. Schlecht hingegen ist die Bettenauslastung in Brandenburg mit 28,6 Prozent. Damit liegt sie deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 33,5 Prozent. „Der Ostdeutsche Tourismus hält prima mit. Ein Wow-Erlebnis ist aber nicht mehr vorhanden“, stellte Feige fest. Sein Rat: Das Gastgewerbe muss investieren. Ob Gaststätte, Freizeiteinrichtung oder Hotel – sie müssen Profil gewinnen und zur Marke werden. Der richtige Weg sei die integrierte Markenstrategie: Land, Regionen, Orte und Leistungsträger arbeiten zusammen.

Prof. Dr. Mathias Feige verwies auch auf die sozialen Netzwerke. Bisher haben nur 48 Prozent der ostdeutschen Unternehmen einen Account auf sozialen Plattformen, wie facebook oder twitter. Allerdings sind sich 85 Prozent sicher, dass die sozialen Netzwerke für die Vermarktung immer bedeutender werden.
Image polieren

Dass zum Erfolg nicht nur ein Profil, sondern auch glückliche und motivierte Mitarbeiter gehören, zeigte im Anschluss Dr. Manfred Zeiner. Der Geschäftsführer der dwif Consulting GmbH München  erklärte, wie es um den touristischen Arbeitsmarkt in Ostdeutschland steht. Das Image des Tourismus ist bei jungen Leuten positiv: Mehr als die Hälfte der 16 bis 20-Jährigen kann sich vorstellen, im Tourismus zu arbeiten. Als Negativseiten der Tourismusbranche werden vor allem die langen Arbeitszeiten und der Stress wahrgenommen – weniger der Lohn. Um die Jugendlichen für sich zu gewinnen, riet Zeiner sie reinschnuppern zu lassen und das Internet zu nutzen. „Gefunden werden kann nur, wer im Internet präsent ist.“

Die Anzahl der unbesetzten Stellen für Fachkräfte im Tourismus ist gegenüber den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Im Vergleich zu 2005 stieg die Zahl der freien Stellen in Brandenburg um 188 Prozent. Um Fachkräfte zu werben, müsse das Gastgewerbe kreativer werden. Als Beispiele nannte Dr. Manfred Zeiner unter anderem Imagefilme auf der Videoplattform Youtube und das Angebot von Weiterbildungen. Er sagte, das Gastgewerbe müsse das Image ständig polieren und appellierte: „Ja keine Flecken dran kommen lassen.“
ITB
Reges Treiben: In der Berlin-Brandenburghalle tummelten sich viele interessierte Messebesucher

alt M. Sassenscheidt

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