21.05.2007

Zukunftspreis motiviert Mitarbeiter

Hans-Joachim Karl
Firmenchef H.-J. Karl  Foto: W. Döll

Zwei-Mann-Firma entwickelt sich in Strausberg zum Computer Zentrum mit 55 Mitarbeitern.

„Die Kristallstele zum Zukunftspreis erhält einen Ehrenplatz bei uns in der Firma“, sagt Hans-Joachim Karl, Geschäftsführer des Computer Zentrums Strausberg, gleich nach Erhalt der Auszeichnung. „Solch eine Ehrung motiviert alle Mitarbeiter der Firma und ist eine Bestätigung dafür, dass unser Weg richtig ist.“

1990 hat Hans-Joachim Karl zusammen mit seinem Partner Kersten Binder in Strausberg ein Ladengeschäft für Computer und Zubehör eröffnet. „Wir hatten zuvor im Rechenzentrum der Nationalen Volksarmee gearbeitet, sahen aber für uns in der Armee keine Zukunftsperspektive mehr, also sind wir in die Marktwirtschaft gesprungen“, erzählt der diplomierte Mathematiker. Der Anfang war schwer. Aus dem Ladengeschäft wurde inzwischen aber ein richtiges Computer Zentrum mit zwei Firmen und einem eigenen Gebäude in der Strausberger Innenstadt. Dort werden Beratung, Projektierung, Schulung und Service und der Verkauf von Computern sowie von Netzwerk- und Systemtechnik angeboten. Ein anderer Firmenzweig beschäftigt sich mit der Softwareentwicklung und liefert Wohnungs- oder Gesundheitsämtern sowie anderen Behörden spezielle Programmlösungen für den Arbeitsalltag.

Wirtschaftlicher Aufschwung auch in Strausberg angekommen

Für diese erfolgreiche Firmenentwicklung gab es bereits im Jahr 2004 von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (Oder) und der Märkischen Oderzeitung den Zukunftspreis. Jetzt überbrachte Klaus Kröpelin von der IHK die Kristallstele zum Preis und erkundigte sich nach der weiteren Entwicklung des Unternehmens. „Wir haben seit der Auszeichnung die Zahl unserer Mitarbeiter von damals 40 auf jetzt 55 erhöht“, erzählt Hans-Joachim Karl. Neue Produkte und Produktlinien sind im Angebot und die Firma ist auch in die drahtlose Computertechnik eingestiegen. Außerdem wird zurzeit neue Software entwickelt. „Einzelheiten dazu können wir aber erst zur Markteinführung sagen, denn die Konkurrenz schläft auch nicht.“

Nach langem Warten ist der wirtschaftliche Aufschwung nun auch in Strausberg angekommen. „Die Lage ist gut, wir können nicht jammern“, sagt Karl. Quer durch alle Branchen ist ein deutlicher Aufwärtstrend in der Region spürbar. „Es ist momentan sehr schwer, bei einem Handwerksbetrieb hier einen Termin zu bekommen. Die sind richtig gut ausgelastet, obwohl die Mehrwertsteuer jetzt bei 19 Prozent steht.“ Hans-Joachim Karl freut sich über den eigenen Erfolg, aber auch über den Aufwind in der ganzen Region. „Ich lebe hier und deshalb engagiere ich mich auch für die Region.“

Firmenchef engagiert sich in der Region

Seit Jahren unterstützt er ehrenamtlich die IHK. Außerdem gehört er dem Wirtschaftsbeirat von Strausberg an. Dieses Gremium will mit verschiedenen Projekten die Wirtschaftskraft den Unternehmen der Region stärken. „Es ist viel schwieriger, eine neue Firma mit neuen Arbeitsplätzen aus dem Boden zu stampfen, als ein vorhandenes Unternehmen mit vorhandenen Arbeitsplätzen zu pflegen und auch mal über schwierige Zeiten zu helfen“, sagt der Diplom-Mathematiker. Er selbst unterstützt zurzeit die Einrichtung einer Wiki-Stadt-Seite über Strausberg im Internet. „Ähnlich wie das Internet-Lexikon Wikipedia kann diese Seite von den Nutzer selbst gestaltet werden. Firmen und Institutionen aus der Region werden so bekannt und erhalten vielleicht auch mehr Aufträge“, hofft Hans-Joachim Karl.

Mehr Hilfe für die Firmen der Region erwartet der Unternehmer von den Politikern. Er bedauert, dass Strausberg von der Brandenburger Landesregierung nicht zu einem Wachstumskern erklärt wurde und somit aus der Landesförderung fiel. „Das allein ist schon mehr als ärgerlich, wenn aber Politiker einzelne Regionen des Landes schlecht reden oder gegeneinander ausspielen, ist das einfach falsch“, schimpft der Firmenchef. Auch von der Bundesregierung erhofft er sich mehr Hilfe für seine Branche. „Politiker jubeln gern über die Möglichkeiten der IT- und Softwarebranche, die Entwicklung neuer Programme wird bei uns aber kaum gefördert. Wenn Deutschland den internationalen Anschluss nicht verlieren will, muss sich da schnell etwas ändern.“
Hans-Joachim Karl und Klaus Kröpelin
H.-J. Karl erhält von K. Kröpelin von der IHK die Stele zum Zukunftspreis  Foto: W. Döll

alt Wilko Döll

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